In der Ukraine ist es mit der Pressefreiheit nicht weit her. Heute gibt es dafür ein neues und eindeutiges Beispiel, über das in Deutschland nicht berichtet wird.

Ich habe am Montag über die aktuelle Situation in der Ukraine berichtet. Der ukrainische Fernsehsender News One wollte zusammen mit dem russischen Fernsehen eine Sendung machen, in der per Video-Schalte Ukrainer und Russen miteinander diskutieren können. Die Sendung sollte den Namen „Wir müssen reden“ tragen. Und reden müsste man dringend miteinander, wenn man aus der Dauerkrise endlich herauskommen möchte.

Nur möchte in Kiew niemand reden. Es gab eine Welle der Entrüstung bei den Nationalisten, die in Kiew noch immer die Schaltstellen der Macht besetzt halten. Der Sender sagte die Sendung nach Drohungen ab.

Damit ist die Sache aber nicht vorbei. Die Sache rief den Generalstaatsanwalt auf den Plan und er eröffnete ein Verfahren wegen Landesverrat. Am Dienstag folgte ein zweites Strafverfahren wegen Finanzierung von Terrorismus, weil der Sender über eine Verbindung auf Zypern zum Teil einer russischen Bank gehören soll, die wiederum auch die russische Rüstungsindustrie finanziert. In einer auf der Seite des Senders veröffentlichten Erklärung des Eigentümers, Taras Kosak, wies er die Vorwürfe zurück und nannte sie „zynische Lügen“. Außerdem fügte er eine Auszug aus dem Handelsregister hinzu, der seine Eigentümerschaft bestätigt.

Damit aber nicht genug. Die Medienaufsicht der Ukraine begann eine Untersuchung in dem Sender mit dem Ziel, ihm die Sendelizenz zu entziehen. Bei einer Pressekonferenz verkündete die Aufsicht, alle möglichen Behörden, wie die Anti-Korruptionsbehörde und andere, einzuschalten. Ziel sei der Entzug der Sendelizenzen. Der Sender nannte die Maßnahmen einen Verfassungsbruch.

Eine solche Stimmung in der Ukraine birgt wirkliche Gefahren, denn es gab in der vergangenen Jahren einige Morde an Journalisten und Regierungskritikern. Der Eigentümer des Senders hat nun Leibwächter für seine Journalisten angeheuert.

Wie würden die deutschen Medien wohl reagieren, wenn so etwas in Russland geschehen würde?

Aber in den deutschen Medien, die sich sonst angeblich so sehr für die Pressefreiheit in anderen Ländern einsetzen, findet sich zu den Vorgängen in Kiew kein Wort.


Wenn Sie sich für die Ukraine nach dem Maidan und für die Ereignisse des Jahres 2014 interessieren, als der Maidan stattfand, als die Krim zu Russland wechselte und als der Bürgerkrieg losgetreten wurde, sollten Sie sich die Beschreibung zu meinem Buch einmal ansehen, in dem ich diese Ereignisse detailliert auf ca. 670 Seiten genau beschreibe. In diesen Ereignissen liegt der Grund, warum wir heute wieder von einem neuen Kalten Krieg sprechen. Obwohl es um das Jahr 2014 geht, sind diese Ereignisse als Grund für die heutige politische Situation also hochaktuell, denn wer die heutige Situation verstehen will, muss ihre Ursachen kennen.

https://dev.anti-spiegel.ru/2019/in-eigener-sache-mein-buch-ueber-die-ukraine-ist-in-zwei-wochen-lieferbar/