Die Gewerkschaft „Alliance Police Nationale“ übte deswegen Kritik am französischen Präsidenten Emmanuel Macron, schreibt die Zeitung.

PARIS, 21. Oktober. /TASS/. Während der Unruhen haben sechs Einsatzfahrzeuge der Polizeieinheit CRS die Schokoladenmanufaktur in der Stadt Amiens bewacht, die der Familie der französischen First Lady Brigitte Macron gehört. Das löste in der Öffentlichkeit starken Unmut und Kritik aus, berichtet die Zeitung „Le Figaro“.

Nach Angaben der Zeitung waren die Einsatzkräfte am 17. Oktober, auf dem Höhepunkt von Protesten, die in Ausschreitungen und Plünderungen ausarteten, vor Ort. Die Gewerkschaft „Alliance Police Nationale“ richtete daraufhin kritische Worte an den französischen Präsidenten Emmanuel Macron.

„Während Geschäfte geplündert, Polizisten verletzt werden und es überall an Personal mangelt, steht eine halbe Kompanie vor der Schokoladenmanufaktur der Familie Trogneux [Trogneux ist der Mädchenname der französischen First Lady, Anm. TASS]“, heißt es in einer auf der Website der Gewerkschaft veröffentlichten Mitteilung. „Sagen Sie uns doch, Herr Präsident: Haben alle Franzosen Anspruch auf den gleichen Schutz?“

Auch Nicolas Dupont-Aignan, Präsidentschaftskandidat für die Wahl 2027 und Vorsitzender der Partei „Debout la France“ („Steh auf, Frankreich“), schloss sich der öffentlichen Kritik an. Er erklärte, die übrigen Geschäftsinhaber in Frankreich seien „den Plünderern schutzlos ausgeliefert“ worden.

Zuvor hatte der Radiosender RMC berichtet, dass sich in Frankreich einige Inhaber kleiner und mittlerer Unternehmen bewaffnen und ihre Betriebe selbst gegen Randalierer zu verteidigen, da die Behörden nicht in der Lage seien, für Ordnung zu sorgen.

Am vergangenen Wochenende fanden in Paris und in ganz Frankreich Massendemonstrationen gegen steigende Kraftstoffpreise und den Rückgang der Kaufkraft der Bevölkerung statt. Nach Angaben der Organisatoren beteiligten sich 800.000 Menschen an den Aktionen, während das Innenministerium 550.000 Teilnehmer zählte. In einigen Städten eskalierten die Proteste zu Unruhen und Zusammenstößen mit der Polizei. Wie Justizminister Gérald Darmanin mitteilte, wurden am 17. Oktober in Frankreich rund 3.000 Geschäfte geplündert, mehr als 2.500 Personen wurden festgenommen.