Deutsche Minister scheinen in dieser Woche einen Wettbewerb ausgerufen zu haben, in dem es darum geht, die eigene Inkompetenz besonders deutlich zu zeigen und sich möglichst öffentlichkeitswirksam zu blamieren.

Den Anfang hat Verteidigungsministerin und CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer gemacht, als sie nach der russisch-türkischen Einigung in Sachen Syrien plötzlich ein UN-Mission zur Errichtung einer Sicherheitszone durch die Nato in Nordsyrien ins Spiel gebracht hat. Die Idee ist völlig realistätsfern, denn dazu müsste sich die Nato den Weg gegen russische, türkische und syrische Truppen, die dort operieren, freikämpfen. Hinzu kommt, dass keiner der Beteiligten ein Interesse daran haben kann, dass die Nato nach Syrien kommt, nachdem der Westen mit seiner Unterstützung für die Islamisten den Syrienkrieg erst möglich gemacht hat. Die Nato dort zur „Friedenssicherung“ hinzuschicken, würde bedeuten, den Bock zum Gärtner zu machen.

Die Idee von AKK war so schräg, dass selbst die deutschen Medien unverholen gelästert haben. Und es wirkt wie Realsatire, wenn AKK sich heute beim Nato-Treffen vor die Kameras stellt und davon spricht, die Idee würde dort diskutiert werden und Fortschritte machen. Wer die internationale Presse liest und die wenigen Äußerungen von internationalen Politikern dazu hört, der stellt fest, dass vielsagendes Augenrollen noch die höflichste Reaktion auf den Unsinn ist, den AKK derzeit erzählt.

Aber wer denkt, das würde an Peinlichkeiten aus Berliner Kabarett für eine Woche ausreichen, der kennt den deutschen Außenminister Heiko Maas schlecht. Als Außenminister ist er deutscher „Chefdiplomat“ und sollte von Diplomatie etwas verstehen. Stattdessen hat er sich offenbar US-Präsident Trump zum Vorbild genommen und sondert schädlichen geistigen Durchfall über Twitter ab.

Wir wissen alle, dass man kaum etwas erreicht, wenn man anderen erzählt, was sie tun müssen. Was schon im Privatleben mit Freunden, Ehepartnern oder Kindern nicht funktioniert, funktioniert in der internationalen Politik erst recht nicht. Aber das stört Super-Heiko nicht, und so teilt er der Welt im Vorfeld seines Türkeibesuches mit, was die Türkei nun seiner Meinung nach alles tun MUSS.

Danach kann sich Super-Heiko seine Reise nach Ankara am Samstag eigentlich schenken, denn der türkische Außenminister hat auf den Tweet geantwortet. Um Missverständnisse zu vermeiden, hat er es auf Deutsch getan.

Damit ist wohl alles gesagt und Super-Heiko kann sich ein schönes Wochenende in Deutschland machen. Die Reise nach Ankara kann er sich schenken, wenn er nicht noch mehr Porzellan zerschlagen will. Das spart ganz nebenbei auch noch CO2. Damit wäre dann auch Greta zufrieden.

Schönes Wochenende, Heiko!