Corona-Impfstoff: Die EU zeigt, worum es ihr wirklich geht, aber die „Qualitätsmedien“ berichten nicht
Russland hat einen praktisch fertigen Impfstoff, bei dessen Tests bisher keine Nebenwirkungen aufgetreten sind. Die EU hat hingegen eine Vorbestellung inklusive Vorauszahlung für den Impfstoff von Astra-Zeneca gemacht, der jedoch im Zeitplan weit hinterher hinkt. Der russische Vektorimpfstoff Spuntik-V ist auf Basis von menschlichen Adoneviren entwickelt worden, produziert eine hohe Anzahl von Antikörpern und hat […]
Russland hat einen praktisch fertigen Impfstoff, bei dessen Tests bisher keine Nebenwirkungen aufgetreten sind. Die EU hat hingegen eine Vorbestellung inklusive Vorauszahlung für den Impfstoff von Astra-Zeneca gemacht, der jedoch im Zeitplan weit hinterher hinkt.
Der russische Vektorimpfstoff Spuntik-V ist auf Basis von menschlichen Adoneviren entwickelt worden, produziert eine hohe Anzahl von Antikörpern und hat bisher keine Nebenwirkungen gezeigt. Der Impfstoff von Astra-Zeneca hingegen wurde auf Basis von Affenviren entwickelt und die Tests mussten bereits zweimal ausgesetzt werden, weil ein Proband schwer erkrankt und einer verstorben ist.
Würde es der EU und Deutschland tatsächlich um die schnelle Bereitstellung eines Impfstoffes gehen, müssten sie mit Russland darüber Gespräche führen. Russlands Impfstoff wird bereits an eine wachsende Zahl von Ländern geliefert und Russland erlaubt den Ländern auch, den Impfstoff selbst zu produzieren, um schnell die nötigen Mengen zur Verfügung zu haben.
Die EU lehnt den russischen Impfstoff jedoch ab. Ich übersetze hier zwei Meldungen zu dem Thema. Zunächst übersetze ich einen kurzen Beitrag aus der russischen Sendung „Nachrichten der Woche“ vom Sonntag zu dem Thema, danach noch eine Meldung der Nachrichtenagentur TASS, die über Ungarns Wunsch berichtet hat, den russischen Impfstoff zu kaufen, was die EU-Kommission jedoch umgehend missbilligt hat.
Offenbar findet Brüssel Corona nicht so gefährlich, als dass man schnell einen funktionierenden Impfstoff bereits stellen müsste. Wichtiger scheint es Brüssel zu sein, dass es ein westlicher Impfstoff ist, auch wenn er in der Testphase viele Nebenwirkungen gezeigt hat. Der Profit westlicher Pharamfirmen scheint Brüssel also wichtiger zu sein, als die Frage der Impfung vor Corona.
Zunächst übersetze ich den kurzen Beitrag des russischen Fernsehens zu dem Thema.
Beginn der Übersetzung:
Ein weiterer Skandal mit dem sogenannten Oxford-Impfstoff gegen das Coronavirus. Am Donnerstag verblüffte die britische Financial Times die Öffentlichkeit mit der Nachricht, dass das anglo-schwedische Unternehmen Astra-Zeneca seinen Verpflichtungen zur Lieferung des Oxford-Impfstoffs nicht nachkommen kann. Sie schaffen es nicht. Großbritannien hat nicht nur keine einzige der im September versprochenen 30 Millionen Dosen erhalten, bis Ende des Jahres kann Astra-Zeneca bestenfalls vier Prozent der versprochenen Oxford-Impfstoffe liefern.
Die schlechte Nachricht verkündete die Leiterin der Regierungsarbeitsgruppe Kate Bingham. Und das, obwohl mit dem Hersteller ein Vertrag über die Lieferung von 100 Millionen Dosen abgeschlossen wurde. Jetzt sind die Fristen nicht mehr haltbar.
Überhaupt wird der breit beworbene Oxford-Impfstoff auf der Plattform eines Affen-Adenovirus von Anfang an vom Pech verfolgt. Seine Wirksamkeit steht noch in Frage, aber es sind bereits Probleme in klinischen Studien aufgetreten, so dass die Tests ausgesetzt werden mussten. Mal bekam eine der Freiwilligen eine Rückenmarksentzündung, dann ist ein Freiwilliger in Brasilien gestorben.
Die US-Amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat bei dem Oxford-Impfstoff besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Die Tests wurden in den USA erst wieder aufgenommen, nachdem das Büro zusätzliche Informationen über das Medikament angefordert hatte.
In Großbritannien ist die Coronalage inzwischen schlimmer denn je. Premierminister Boris Johnson erscheint in diesem Zusammenhang ineffektiv und in Panik zu sein: „Die Situation entwickelt sich schlechter als das pessimistischste Szenario. Wenn wir nicht handeln, können wir ein paar tausend Todesfälle durch das Coronavirus pro Tag bekommen. Das Virus breitet sich schneller aus, als wir es uns vorstellen können.“
Unterdessen beginnt Ungarn Anfang nächsten Monats mit dem Kauf des russischen Impfstoffs Sputnik-V. Das kündigte der ungarische Außenminister Peter Szijjarto an. Zuerst werden kleine Chargen für klinische Studien und Lizenzen in Ungarn geliefert, große Lieferungen sind bereits im Januar geplant.
Die Präsidenten Russlands und Argentiniens, Wladimir Putin und Alberto Fernandez, haben telefonisch über die bevorstehenden Lieferungen des russischen Impfstoffs Sputnik-V nach Argentinien gesprochen. Argentinien wird voraussichtlich im Dezember und Januar 25 Millionen Dosen von uns erhalten.
Interessanterweise wird der Impfstoff für den Export, wie Putin einst unseren Unternehmern vorgeschlagen hat, nicht aus Russland, sondern aus neuen Produktionsstätten geliefert, die in anderen Ländern aufgebaut werden. Dazu hat der russische Private Equity Fund Vereinbarungen mit Unternehmen in Brasilien, Indien, China und Südkorea geschlossen, die sich nun auf die Serienproduktion von Sputnik-V vorbereiten.
Ende der Übersetzung
Die EU könnte also, wenn es ihr tatsächlich darum ginge, schnell einen Impfstoff zur Verfügung zu haben, weil das Virus so gefährlich ist, auf den russischen Impfstoff zugreifen und ihn innerhalb der EU in benötigter Menge produzieren. Das aber will man in Brüssel aus irgendwelchen Gründen nicht, man wartet lieber auf westliche Impfstoffe, von denen niemand weiß, wann sie zur Verfügung stehen, wie wirksam sie sind und die schon Nebenwirkungen gezeigt haben. Praktischer weise hat die EU-Kommission Astra-Zeneca bei der Bestellung von 400 Millionen Dosen eines noch gar nicht existierenden Impfstoffs vertraglich auch gleich von der Haftung für Impfschäden befreit.
Nun folgt noch die Übersetzung der Meldung der TASS zu dem Thema.
Beginn der Übersetzung:
Ungarn kann den russischen Impfstoff nur kaufen, wenn er in der EU zertifiziert ist
Die Europäische Kommission wird gezwungen sein, Maßnahmen zu ergreifen, wenn ein EU-Land einen ausländischen Impfstoff kauft, der keine EU- Zertifizierung hat, sagte der EG-Vertreter Eric Mamer.
BRÜSSEL, 30. Oktober. /TASS/. Ungarn kann den russischen Coronavirus-Impfstoff nur kaufen, wenn er in der EU zertifiziert ist, andernfalls muss die Europäische Kommission administrative Maßnahmen gegen das Land ergreifen.
Das erklärte der Vertreter der EU-Kommission, Eric Mamer, am Freitag auf einer Pressekonferenz der Europäischen Kommission.
„Es steht außer Frage, dass ein Impfstoff, der von EU-Ländern gekauft wird, in vollem Umfang den EU-Qualitätsstandards entsprechen und auf dem EU-Markt einem Zertifizierungsverfahren unterzogen werden muss. Wenn ein EU-Land einen ausländischen Impfstoff kauft, der nicht zertifiziert ist, wird die Europäische Kommission gezwungen sein, Maßnahmen zu ergreifen“, sagte er und kommentierte so die Erklärung des ungarischen Ministerpräsidenten zu den Verhandlungen mit Russland und China über die Möglichkeit, ihre Impfstoffe zu kaufen, um so schnell wie möglich mit der Impfung ungarischer Bürger zu beginnen.
keine fertige Strategie
Die Staats- und Regierungschefs der EU gestanden auf ihrer Konferenz am Donnerstag die extreme Gefahr der zweiten Welle des Coronavirus sowie die ernste Gefahr einer neuen Überlastung der medizinischen Systeme der Gemeinschaftsländer ein. In diesem Zusammenhang beschlossen sie, gesamteuropäische Strategien für Tests der Bevölkerung, Bewegungskontrolle und Kontaktverfolgung sowie eine gemeinsame Impfstrategie zu entwickeln, die die EU noch immer nicht hat, obwohl seit Beginn der akuten Phase der Pandemie in Europa acht Monate vergangen sind.
Die EU-Impfstrategie muss die Verteilung von Impfstoffen zwischen den EU-Ländern, die Entwicklung der Impflogistik und die Angleichung eines gemeinsamen Prioritätensystems nach Bevölkerungsgruppen bei ihrer Umsetzung berücksichtigen.
Ungarns eigene Position
Ungarn rechnet damit, im Dezember dieses Jahres oder Januar 2021 die ersten Chargen des Impfstoffs gegen das neue Coronavirus zu erhalten und ist in Gesprächen mit Russland und China über eine mögliche Lieferung des Medikaments. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag unter Berufung auf den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban.
Ihm zufolge wird der Erhalt der chinesischen und russischen Impfstoffe Ungarn bis zum Frühjahr nächsten Jahres Zugang zu zwei oder drei Impfstoffen gewährleisten.
Am 22. Oktober erklärte der Leiter des Büros des ungarischen Ministerpräsidenten, dass Budapest bereit sei, den Kauf russischer oder chinesischer Coronavirus-Impfstoffe in Betracht zu ziehen, wenn sich herausstellt, dass sie wirksam sind. In diesem Zusammenhang hat die ungarische Regierung ihre Fachärzte beauftragt, die Wirksamkeit der in Russland und China entwickelten Coronavirus-Impfstoffe zu untersuchen. Ungarn hatte sich zuvor verpflichtet, einen europäischen Impfstoff zu kaufen, der jetzt im Rahmen der Bemühungen der Europäischen Union entwickelt wird.
Am 11. August registrierte Russland als erstes Land der Welt einen Coronavirus-Impfstoff namens Sputnik V. Das Medikament wurde vom Gamalei Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie des russischen Gesundheitsministeriums entwickelt und im Juni und Juli klinischen Studien unterzogen.
Ende der Übersetzung