Nun steht auch das umstrittene US-Manöver Defender 2020 vor dem Aus. Was Proteste der Friedensbewegung nicht geschafft haben, könnte nun dem Coronavirus gelingen.

Defender 2020 war als größtes Manöver seit 25 Jahren geplant. Entgegen weit verbreiteter Meinungen ist es kein Nato-Manöver, sondern ein US-Manöver. Dass die USA ohne weiteres mit ihren Truppen in fremden Ländern ein so großes Manöver abhalten und dass diese Länder auch noch für die Kosten aufkommen, zeigt, wie es um die Souveränität der EU-Staaten bestellt ist.

Bei dem Manöver sollten 29.000 US-Soldaten inklusive Kriegsgerät über Deutschland nach Osteuropa verlegt werden und dort den Krieg gegen Russland üben. Weitere Informationen über das Manöver finden Sie hier.

Bisher sind 20.000 US-Soldaten in Deutschland eingetroffen. Und mehr werden es auch erst einmal nicht werden. Das Pentagon hat mitgeteilt, die Verlegung von Truppen und Gerät erst einmal auszusetzen, wie auch die Nato meldete. Und auf der Seite der Bundeswehr konnte man lesen:

„Es werden absehbar keine weiteren Schiffe in Belgien und den Niederlanden entladen, noch weitere Soldatinnen und Soldaten auf deutschen Flughäfen eingeflogen.“

Wie es mit dem Manöver weitergeht, ist unklar. Abgesagt wurde es nicht, es wurde „modifiziert“ und die Anzahl der teilnehmenden Soldaten wurde reduziert. Die USA haben es aber auch nicht eilig, tausende Soldaten aus dem Corona-Nest Europa nach Hause zu holen.

Das Manöver stößt gleich auf mehrere Probleme. Es soll sich auch mit anderen Manövern der Nato überschneiden, von denen werden aber immer mehr abgesagt. Und ob das Manöver bei geschlossenen Grenzen durchgeführt werden kann, ist zumindest fraglich. Noch wichtiger ist aber etwas anderes: Auch Firmen, die das Manöver logistisch unterstützen sollten, können aufgrund der Pandemie nicht uneingeschränkt arbeiten.

Die Zukunft des Manövers steht also in den Sternen, da hat Corona zur Abwechslung mal für gute Nachrichten gesorgt.

Bei der Recherche zu dem Thema ist mir aber noch etwas anderes aufgefallen. Dies ist das Logo des Manövers.

Das ist praktisch das gleiche Logo, wie es die US-Armee beim Krieg gegen Deutschland genutzt hat. Das Supreme Headquarters, Allied Expeditionary Force (kurz SHAEF, übersetzt „Oberstes Hauptquartier der Alliierten Expeditionsstreitkräfte“) hatte dieses Logo.

Das Logo ziert außerdem die Uniformen der US-Soldaten in Deutschland als Ärmelzeichen.

Bemerkenswert dabei: Das war nicht immer so, die USA sind zu diesem Logo zurückgekehrt, nachdem das Ärmelzeichen zwischendurch so ausgesehen hat.

Ein Zufall wird das nicht sein und man fragt sich, warum die USA zu diesem Logo aus dem Zweiten Weltkrieg zurückgekehrt sind und nun ausgerechnet unter diesem Logo den Krieg gegen Russland in einem Manöver erproben.

Nachtrag: Am Dienstag hat Polen gemeldet, die Übung Defender 2020 gehe weiter. Es sind etwa 4.000 US-Soldaten in Polen, die die Übung weiterführen sollen.