Die deutschen Medien werfen China vor, es betreibe vor dem Hintergrund von Corona Propaganda. Besonders absurd ist die Forderung, China solle für Corona-Schäden mehrere Billionen Dollar Schadenersatz bezahlen. Wer betreibt hier Propaganda?

Am Beispiel Russland habe ich schon mehrmals aufgezeigt, dass die Vorwürfe, Russland betreibe Propaganda, ziemlich absurd sind. Mehr noch: Die westlichen Medien, die diese Vorwürfe erheben, müssen dazu massiv lügen und tun de facto per Definition genau das, was sie Russland vorwerfen: Sie betreiben Propaganda.

Das gleiche kann man gegenüber China beobachten. Am 17. April hat der Spiegel einen Artikel veröffentlicht, in dem er sich mit der Frage beschäftigt hat, ob das Virus aus einem chinesischen Biowaffenlabor stammt. Man muss dabei anerkennen, dass der Artikel durchaus fair war und feststellte, dass das nicht der Fall ist, obwohl diese Verschwörungstheorie von hochrangigen Vertretern Großbritanniens und der USA geäußert wird.

Aber schon einen Tag später erschien beim Spiegel ein Artikel mit der Überschrift „Corona-Hilfe aus China – Pekings Krisenpropaganda“ beim Spiegel, in dem man lesen konnte:

„Jüngst veröffentlichte die Botschaft einen offenen Brief an den Chefredakteur der „Bild“-Zeitung. Das Blatt hatte, mit Verweis auf die „Washington Post“, über Mutmaßungen berichtet, das Virus könnte aus einem Labor in Wuhan entwichen sein, der Führung wurde vorgehalten, „wochenlang wichtige Informationen unterdrückt“ zu haben.“

Der Spiegel weist jedoch nicht auf seinen Artikel vom Vortag hin, in dem er diese These der Herkunft des Virus widerlegt hat. Bei dem Leser entsteht der Eindruck, dass es stimmen könnte, schließlich hat die ehrwürdige „Washington Post“ darüber berichtet. Anstatt das richtig zu stellen schreibt der Spiegel danach:

„Parallel dazu aber versucht die Propagandamaschine der Staatsführung nach Kräften, die öffentliche Wahrnehmung Chinas in dieser Krise zu seinen Gunsten zu verändern. Die Volksrepublik soll nicht länger das Land sein, von dem aus sich das Virus wohl in die Welt verbreitete. Stattdessen inszeniert man sich lieber als erfolgreicher Kämpfer gegen das Virus und vor allem als solidarischer Helfer, der überall zur Stelle ist, wo er in der Not gebraucht wird.“

Aber wenn es doch stimmt, warum sollten die (chinesischen) Medien nicht darüber berichten? Schließlich hat China nach heutigem Stand den Kampf gegen das Virus tatsächlich gewonnen und hilft nun vielen Ländern in der Welt, auch in der EU. Das aber besorgt die Bundesregierung, anstatt sich über dringend benötigte Hilfe zu freuen:

„Das vertrauliche Regierungspapier unterstellt den Chinesen eine Desinformationskampagne. Demnach versuche China mit Bildern von Hilfsaktionen für EU-Staaten wie Italien oder Luxemburg das Zerrbild zu zeichnen, dass „Deutschland, die EU oder die USA ihre Partner aus Inkompetenz und Egoismus im Stich lassen“.“

Was ist daran ein Zerrbild? Ja, Deutschland hat einige Patienten aus Italien und Frankreich aufgenommen, aber die waren ein Tropfen auf den heißen Stein und eher eine Propaganda-Maßnahme, als echte Hilfe. Und die USA? Wem haben die denn geholfen? Sie haben im Gegenteil sogar ihren Partnern Hilfsmittel wie Masken in Piratenmanier geklaut. Was ist also falsch an den Darstellungen aus China?

Aber den Vogel hat mal wieder die Bild-Zeitung abgeschossen. In dem vom Spiegel erwähnten Bild-Artikel ging es nicht nur um die Herkunft des Virus, es ging darum, dass die Bild von China Entschädigung fordert. Der erzkonservative britische Think Tank Henry-Jackson Society hat von China 3,2 Billionen Dollar Schadenersatz alleine für die G7-Staaten gefordert und die Bild-Zeitung hatte diese Forderung unter der Überschrift „Bild präsentiert die Corona-Rechnung – Was China und jetzt schon schuldet“ übernommen.

Chinas Botschaft in Deutschland hat darauf mit einem offenen Brief an die Bild-Redaktion reagiert, auf den Bild-Chefredakteur Julian Reichelt, dessen Mitarbeiter Julian Röpcke sich dadurch auszeichnet, dass er das Hissen Hakenkreuz-Flaggen bei ukrainischen Regierungssoldaten als „Humor“ bezeichnet, mit einem weiteren Artikel geantwortet hat. Die Reaktion von Reichelt wurde bei RT-Deutsch unter der treffenden Überschrift „Bild-Zeitung vs. China: Chefredakteur Julian Reichelt schreibt sich faktenfrei in Rage“ treffend beschrieben und ad absurdum geführt.

Obwohl die aktuellen Vorwürfe, China und Russland betrieben Propaganda, objektiv kaum haltbar sind, wird im EU-Parlament ein Beschluss gegen die „aggressive Propaganda“ Chinas und Russlands diskutiert.