Russisches Außenministerium: YouTube-Zensur verstößt gegen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
Derzeit zensiert YouTube massiv und löscht Videos oder ganze Kanäle, weil sie angeblich gegen die Richtlinien von YouTube verstoßen. Dabei verstößt YouTube, das sich als freies Medium positioniert, gegen Rechte, die in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte festgeschrieben sind. Das aber stört im Westen, dem angeblichen Hort der Freiheits- und Menschenrechte weder die Medien, noch […]
Derzeit zensiert YouTube massiv und löscht Videos oder ganze Kanäle, weil sie angeblich gegen die Richtlinien von YouTube verstoßen. Dabei verstößt YouTube, das sich als freies Medium positioniert, gegen Rechte, die in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte festgeschrieben sind. Das aber stört im Westen, dem angeblichen Hort der Freiheits- und Menschenrechte weder die Medien, noch die Politiker.
Die Zensurmaßnahmen von YouTube waren hier schon öfter Thema, ganz aktuell ist unsere letzte Tacheles-Sendung, die am Freitag online gegangen ist, gelöscht worden, nachdem sie nach wenigen Stunden bereits über 20.000 Zuschauer gefunden hatte. Mit ihr wurde auch der Kanal von NuoViso-TV mit einem zweiten Strike belegt, was ein zweiwöchiges Verbot einschließt, Videos hochzuladen. Beim dritten Strike wird NuoViso komplett von YouTube gelöscht, was nur noch eine Frage der Zeit sein dürfte.
Das gleiche Schicksal hat auch KenFM oder die YouTube-Kanäle von Mainz-Free-TV, dem Rubikon und andere ereilt. Wir sehen also eine konsequente Unterdrückung von Meinungen, die dem vom Westen propagierten Narrativ widersprechen. Im Falle von NuoViso hat YouTube beim ersten und beim zweiten Strike angeführt, man habe die Videos gesperrt und den Strike verhängt, weil in den Videos eine Verharmlosung von Corona verbreitet worden sei.
Das ist unwahr, denn beim ersten Strike hat das von YouTube monierte Video nichts dergleichen getan, sondern in der betroffenen Homeoffice-Sendung wurde lediglich über die zu dem Zeitpunkt neuesten Zahlen der WHO diskutiert, die eine geringere Sterblichkeit durch Corona aufgezeigt haben, als die im Westen publizierten Zahlen behaupten. Die Zahlen der WHO waren für YouTube der Grund für eine Sperrung.
In unserer Tacheles-Sendung, die am Freitag von YouTube gelöscht wurde, war Corona gar nicht Thema der Sendung (die Sendung finden Sie hier), aber YouTube hat erneut dieselbe Begründung geliefert. Ganz offensichtlich geht es bei der Zensur bei YouTube nicht um Corona, sondern um politische Zensur und die Unterdrückung abweichender Meinungen und um die Unterdrückung von Informationen, die westlichen Narrativen widersprechen.
Dass es YouTube bei den Zensurmaßnahmen keineswegs um Corona geht, wird an einem weiteren aktuellen Beispiel deutlich. Ein russischsprachiges Portal hat eine Doku über den Abschuss von MH17 über der Ukraine produziert, die von YouTube ohne Angaben von Gründen schon vor der geplanten Premiere gesperrt worden ist.
Die Doku vertritt – soweit mir bekannt – eine andere These über den Absturz der Flugzeuges, als ich sie vertrete, aber zur freien Meinungsäußerung gehört nun einmal, dass unterschiedliche Meinungen veröffentlicht und diskutiert werden können. YouTube sieht das offensichtlich anders und zensiert immer konsequenter Informationen, die den vom Westen vertretenen Narrativen widersprechen. Ein freier Austausch von Meinungen wird damit erschwert oder sogar unmöglich gemacht.
Diese Zensurmaßnahme von YouTube war Maria Sacharova, der Sprecherin des russischen Außenministeriums, am Freitag eine offizielle russische Erklärung wert, die ich übersetzt habe.
Beginn der Übersetzung:
Wir sind Zeugen für ein weiteres Beispiel für politische Zensur durch YouTube geworden, das vom amerikanischen Konzern Google kontrolliert wird.
Am 10. November 2019 haben die Moderatoren des Dienstes entschieden, der Dokumentarfilm „Suicide of international scale“ über den Absturz der malaysischen Boeing MH-17 in der Ostukraine „verletzte die Prinzipien und Regeln der Plattform“ und haben ihn noch vor seiner Premiere entfernt. Die Entfernung des Films erfolgte kurz vor Beginn der nächsten Gerichtsverhandlung in den Niederlanden, die für den 12. November, geplant ist. Worum geht es in dem Film, der gegen die Regeln der Plattform verstoßen hat?
Darin wird die Version der Beteiligung der ukrainischen Luftwaffe in den Absturz des Passagierflugzeugs untersucht und versucht, die Umstände des Vorfalls zu klären, einschließlich der tatsächlichen Todesursache des ukrainischen Piloten Voloshin, eines der Verdächtigen im Fall des Absturzes des Flugzeugs.
Der Film wurde vom „YouTube“-Kanal „Ukraine.ru“ zur weiteren freien Verbreitung hochgeladen, aber das berühmte Videoportal hatte seine eigenen Pläne. Es gab keine Erklärung darüber ab, gegen was genau der Film wie verstoßen hat.
Es ist schwierig, diesen Akt der Zensur anders zu erklären, als mit dem Versuch einiger interessierter Parteien, die globale Medienlandschaft von alternativen Versionen der Tragödie, die sich 2014 ereignet hat, zu säubern.
Wir fordern die Leitung von „YouTube“ auf, ihre Entscheidung zu überdenken und generell auf diese politisch motivierte Moderation zu verzichten. Durch solche Aktionen verletzt die Plattform das Recht ihres Publikums, „Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten“, wie es in Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 festgeschrieben ist. Glaubt YouTube, dass dieser Artikel gegen die Regeln der Plattform verstößt?
Wir erwarten, dass die einschlägigen internationalen Strukturen und Menschenrechtsorganisationen angemessen reagieren und eine unparteiische Bewertung der Maßnahmen des amerikanischen Konzerns vornehmen werden.
Ende der Übersetzung