Wie in Russland über das Coronavirus berichtet wird
Auch in Russland ist das Coronavirus aus China ein Thema. In der Sendung „Nachrichten der Woche“ gab es dazu zwei Beiträge. Der eine Beitrag kam aus China, ist aber schwer zu übersetzen, wenn man nicht auch die Bilder der Reportage dazu sehen kann. Aber letztlich war es ein Bericht aus der unter Quarantäne gestellten Stadt […]
Auch in Russland ist das Coronavirus aus China ein Thema. In der Sendung „Nachrichten der Woche“ gab es dazu zwei Beiträge.
Der eine Beitrag kam aus China, ist aber schwer zu übersetzen, wenn man nicht auch die Bilder der Reportage dazu sehen kann. Aber letztlich war es ein Bericht aus der unter Quarantäne gestellten Stadt Wuhan und darüber, wie China dort nun in nur einer Woche komplette Krankenhäuser auf der grünen Wiese baut. Interessanter war der andere Beitrag, der über die Vorsichtsmaßnahmen in Russland berichtet hat.
Da das Coronavirus die Schlagzeilen beherrscht habe ich den Beitrag des russischen Fernsehens übersetzt.
Beginn der Übersetzung:
Das neue Coronavirus nähert sich Russland. Der erste Todesfall ereignete sich in der chinesischen Provinz Heilongjiang, die an mehrere russische Regionen im Fernen Osten grenzt. An den russischen Grenzübergängen und Flughäfen werden alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, um potenziell Erkrankte zu identifizieren. Darüber hinaus empfahl die Verbraucherschutzbehörde den Russen, vorerst nicht nach China zu reisen. Wer bereits für Pauschalreisen oder Tickets nach China bezahlt hat, kann laut Gesetz mit Rückerstattung des vollen Preises rechnen. Was tut man in Russland, um eine Epidemie zu verhindern?
Das Labor des Gesundheitsamtes, wo das neue Coronavirus untersucht wird, darf nur mit Schutzanzügen betreten werden: Overalls, Schutzbrillen und Beatmungsgeräte. Die Wahrscheinlichkeit, sich zu infizieren, ist groß, weshalb hier maximale Sicherheitsstufe gilt.
Russische Wissenschaftler haben bereits ein sogenanntes Testsystem entwickelt, das es ermöglicht, den neuen Coronavirus zu identifizieren. Dabei handelt es sich um einen speziellen Satz chemischer Reagenzien, der dem Biomaterial des Patienten hinzugefügt wird, wie zum Beispiel ausgehusteter Schleim, und der Computer bestimmt, ob es sich um den neuen Virus handelt oder nicht.
Das Wissenschaftliche Zentrum für Virologie und Biotechnologie „Vector“ in Novosibirsk. Sobald chinesische Experten das neue Coronavirus entschlüsselt hatten, entwickelten russische Wissenschaftler Reagenzien. Jetzt kann in jedem Labor in jeder Stadt in Russland damit gearbeitet werden. Und die Zeit, bis ein Ergebnis vorliegt, ist minimal.
„Dieses System wurde entwickelt, um in sogenannter Echtzeit Ergebnisse zu liefern, das heißt, vom Beginn der Analyse bis zu den Ergebnissen dauert es 40 bis 50 Minuten.“, sagte Sergey Bodnev, Leiter des Labors für besonders gefährliche virale Infektionen des Wissenschaftlichen Zentrums für Virologie und Biotechnologie.
Bisher kann kein Wissenschaftler der Welt vollständig erklären, wie genau sich das neue Virus von den vorherigen unterscheidet, es war noch zu wenig Zeit, den Virus zu untersuchen. Die bisher bemerkte Besonderheit ist, dass das neue Coronavirus ernsthafte Komplikationen verursachen kann.
„Die chinesischen Behörden sagen, dass 25% der Fälle dieser Infektion einen schweren Verlauf haben, aber die meisten Todesfälle sind auf die Tatsache zurückzuführen, dass die Patienten schwere Vorerkrankungen hatten, bevor sie sich mit diesem Erreger infiziert haben“, erklärt die Daria Danilenko, stellvertretende Direktorin für wissenschaftliche Arbeit des Influenza-Forschungsinstituts.
Die ganze Woche über gab es Berichte aus den russischen Regionen. Am Vortag wurden in Moskau sieben Chinesen mit Fieber aus ihrem Hotel ins Krankenhaus eingeliefert. Alle, die im Hotel waren, wurden untersucht, Sanitäter überprüfen alle neu ankommenden Touristengruppen. Am Ende stellte sich heraus, dass die Chinesen nur erkältet waren. Verdacht auf Coronavirus bestand auch bei einem Schüler, der von Peking nach Moskau geflogen ist, bei sechs Chinesen in Irkutsk, bei einem Touristen aus Saratow, der nach China gereist war und in St. Petersburg wurden drei Menschen angeblich wegen des neuen Coronavirus ins Krankenhaus eingeliefert.
„Seit dem 31. Dezember, als es die ersten Informationen über Risiken in China gab, haben wir mehr als 20.000 Flüge überprüft, das sind mehr als 1,2 Millionen Passagiere. Wir haben 51 Menschen mit Verdacht identifiziert. Sie kamen aus China. In keinem Fall wurde das Coronavirus bestätigt“, sagte Anna Popova, Leiterin der russischen Verbraucherschutzbehörde.
Passagiere, die aus China ankommen, werden nun untersucht, bevor sie den Flughafen betreten dürfen. St. Petersburg: Der Flug kommt nicht aus der infizierten Provinz, aber jeder der 300 Passagiere wird direkt an der Gangway von den Mitarbeitern der Behörde untersucht. Ein maskierter Spezialist hält eine Wärmebildkamera. Wenn jemand Fieber hat, wird das auf dem Bildschirm angezeigt, der Passagier wird sofort zu einer zusätzlichen Untersuchung geschickt.
„Personen mit Verdacht auf Infektionskrankheiten werden vom Flugzeug direkt in ein Infektionskrankenhaus eingeliefert. Ihre Kontaktpersonen werden ärztliche überwacht“, sagte Anton Kupriyanov, Leiter der Abteilung für Sanitärschutz der russischen Verbraucherschutzbehörde in St. Petersburg.
Es gibt keinen Impfstoff gegen das neue Virus. In Russland arbeiten zwei Institute parallel an einem Gegenmittel und jedes arbeitet nach seinem eigenen Algorithmus. Die Besonderheit ist, dass es derzeit in Russland noch keine Proben des Virus gibt.
Neue Arten von Coronaviren werden in speziellen Laboratorien untersucht. In der Regel wird dafür Biomaterial des Patienten verwendet, das im Kühlschrank gelagert wird, zum Beispiel, ein Abstrich aus dem Hals einer infizierten Person, und es werden chemische Elemente hinzugefügt. All dies wird in kleinere Reagenzgläser gegossen und in ein Gerät gelegt, das die Zahl der Viren so weit erhöht, dass sie mit einem Computer erforscht werden können. Es ist bekannt, dass chinesische Wissenschaftler zu dem Schluss gekommen sind, dass das neue Virus auftauchte, nachdem Fledermäuse Schlangen mit dem Coronavirus infiziert hatten. Das Virus hat den Menschen als Folge einer Mutation erreicht.
Nach einer anderen Version mutierte es von Kamelen. Es ist bereits bewiesen, dass das neue Coronavirus nicht nur von Tieren auf den Menschen übertragen wird, sondern auch von Mensch zu Mensch Viele haben nun Angst, in China bestellte Waren in Empfang zu nehmen.
Wie lange es dauern wird, einen Impfstoff zu finden, vermag noch kein Experte der Welt zu sagen, daher ist die einzige Möglichkeit, das Krankheitsrisiko zu reduzieren, Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Man sollte zum Beispiel die Hände häufiger waschen.
„Man sollte auf jede vermeidbare Reise nach China verzichten. Die heutige Entscheidung der Tourismusbehörde erlaubt es Touristen der Russischen Föderation, von Reisen zurückzutreten und den Preis erstattet zu bekommen.“, sagte Anna Popova.
Trotz der großen Aufmerksamkeit, die die Presse dem Thema Coronavirus widmet, hat die Weltgesundheitsorganisation erklärt, dass es zu wenig Infektionsfälle auf der ganzen Welt gibt, um die Situation als Notfall zu einzustufen.
„Heute müssen wir mehr Angst vor Grippe haben als vor dem Coronavirus. Denn 830 Krankheitsfälle in anderthalb Monaten in der Milliardenbevölkerung von China sind gar nichts. Aber wenn man die Grippe nach Hause bringt, sind in 2-3 Tagen alle krank,“ – sagt der Mediziner Gennady Onishchenko.
Chinesische Medien berichten inzwischen, dass sich bereits 40 Menschen von ihrer Erkrankung mit dem Coronavirus erholt haben.
Ende der Übersetzung
In einem weitern Artikel des russischen Fernsehens wird ein Mediziner mit den Worten zitiert, dass es sicher irgendwann eine weltweite Epidemie irgendeiner Krankheit geben werde, aber das sei hier nicht zu erwarten. In dem Artikel heißt es:
„Was das neue Coronavirus 2019-nCoV angeht, so sind, schreibt der Arzt Mjasnikow, seien „bereits 0,000000024 Prozent der Bevölkerung Chinas betroffen“ und die Sterblichkeit liege bei etwa 10 Prozent, was „der durchschnittlichen Sterblichkeit durch eine konventionelle Lungenentzündung entspricht, die medizinische Behandlung im Krankenhaus erfordert“.“