Westliche Politiker und Medien behaupten, im Gebiet der Uiguren fänden schwere Menschenrechtsverletzungen statt, verschweigen aber die Geschichte der Region. In den 1990er und 2000er Jahren gab es dort Serien schwerer islamistischer Terroranschläge, von denen im Westen kaum berichtet wurde. Auch Wikipedia schweigt sich darüber fast vollständig aus. Im deutschen Wikipedia-Eintrag zu dem Gebiet Xinjiang findet sich darüber kein Wort, im englischen Wikipedia-Eintrag zu dem Gebiet wird das Thema mit einem einzigen Absatz abgehandelt.

China ist gegen den Islamismus in der Region konsequent vorgegangen und russische Medien und auch Chinesen, mit denen ich sprechen konnte, berichten mir, dass die Menschen in der Region das Vorgehen der chinesischen Regierung mehrheitlich unterstützen, weil es der Region den Frieden zurückgebracht hat. Ein weiterer Punkt, der die westlichen Berichte Lügen straft ist, dass es nirgendwo Flüchtlinge aus Xinjiang gibt, was man eigentlich erwarten müsste, wenn der chinesische Staat die Region terrorisieren und Millionen von Menschen in Lager sperren und zur Sklavenarbeit auf Baumwollfeldern zwingen würde, wie westliche Berichte behaupten.

Der China-Korrespondent des russischen Fernsehens ist in das Gebiet der Uiguren gefahren und hat sich umgesehen. Die westlichen Berichte über die Lage der Uiguren sind allgemein bekannt, aber man sollte sich immer beide Seiten anhören, daher habe ich den Korrespondentenbericht aus der russischen Sendung „Nachrichten der Woche“ übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Es ist schon zur Gewohnheit geworden, dass die Amerikaner sich in fremde Angelegenheiten einmischen und auch denen Demokratie beibringen wollen, die nicht darum gebeten haben. Das Außenministerium der Vereinigten Staaten hat seinen neuesten Jahresbericht über den Zustand der Religionsfreiheit in der Welt veröffentlicht. Wie üblich ist China, das nach Meinung der Amerikaner die muslimische Minderheit der Uiguren unterdrückt, sie in Umerziehungslager steckt und auf jede erdenkliche Weise quält, ins Visier geraten. Führer der Uigurische haben die USA gebeten, sich keine Sorgen zu machen – ihrem Volk gehe es gut.

„Die Situation der religiösen Rechte in Xinjiang ist heute besser als je zuvor in der Geschichte. Das ist eine unbestreitbare Tatsache. Anti-chinesische Kräfte in den USA und anderen westlichen Ländern verschließen die Augen vor der Harmonie in Xinjiang und verbreiten Gerüchte und Lügen über die Einschränkung religiöser Rechte, den Abriss von Moscheen, das Verbot des Fastens, die Verhaftung religiöser Führer, sie haben sogar Lügen über einen Völkermord an den Uiguren erfunden. Die anti-chinesischen Kräfte zeigen ein ungewöhnliches Interesse an den Rechten der Muslime in Xinjiang, aber gleichzeitig verletzen die Rechte der Muslime in ihren eigenen Ländern.“, sagte Abdurekip Tomurniyaz, Präsident der Islamischen Vereinigung von Xinjiang.

Wie geht es den chinesischen Uiguren wirklich? Ein Bericht unseres Korrespondenten Alexander Balitsky.

Dies ist keine Parteiversammlung. Es ist nicht einmal eine offizielle Zeremonie. Wenn zur Hymne der Volksrepublik China die Flagge gehisst wird, beginnt der feierliche Namaz in der Hauptmoschee von Urumqi, die hier Tatarenmoschee genannt wird.

Der muslimische heilige Monat Ramadan endet in der muslimischsten Region Chinas, in Xinjiang, wie in der übrigen islamischen Welt, mit dem Uraza-Fest.

Und das ist das alte Kashgar im Süden von Xinjiang, der berühmte Kreuzungspunkt der Seidenstraße. Uigurische Muslime machen mehr als die Hälfte der lokalen Bevölkerung aus.

Der Name der Id Kah Moschee bedeutet auf Uigurisch und auch auf Farsi „Die Festliche.“ Die Moschee ist nicht nur die größte in Kashgar, sondern auch die größte in China. Sie kann bis zu zwanzigtausend Menschen aufnehmen. Aber jetzt versammeln sich hier meist nur ein paar Hundert. Das liegt daran, sagen westliche Menschenrechtsaktivisten, dass die chinesische Regierung das verbietet. Doch der Imam-Hatib der Moschee, Abass Muhammad, hat eine andere Erklärung: „Dass jetzt weniger Menschen zu unseren Predigten kommen, liegt einfach an einer Veränderung der Prioritäten. Keiner hat jetzt Zeit; alle arbeiten. Aber man kann auch zu Hause beten, man muss es nicht unbedingt in einer Moschee tun. Die Hauptsache ist, dass man glaubt, und niemand verbietet den Glauben.“

Die Türen seiner Moschee sind immer offen. Aber das ist natürlich nicht überall so. Immer öfter sind Schlösser an den Toren. Hier erklären sie das mit einer chinesischen Besonderheit: Die Leute beten streng nach Zeitplan und gehen sofort wieder.

Aber die westlichen Menschenrechtszentren veröffentlichen immer wieder anklagende Berichte über den Abriss von Moscheen, das Verbot von religiösen Riten und sogar von Bärten. Es ist wahr, dass uigurische Muslime kaum Bärte tragen. Aber der Koran steht in den Regalen der Haushalte. Und erst recht im Islamischen Institut.

Den Schlussfolgerungen der Menschenrechtszentren über ein Religionsverbot widerspricht man hier vehement: Der Islam ist nicht nur nicht verboten, er wird hier sogar gelehrt. Und sie unterrichten ihn in drei Sprachen: Arabisch, Chinesisch und Uigurisch. Abudulrekep Tumniaz, Rektor des Islamischen Instituts von Xinjiang, zeigt den Studenten am persönlichen Beispiel, wie man Taharat – die Waschung vor dem Namaz – vor dem Freitagsgebet durchführt.

„Angesichts der religiösen Harmonie in Xinjiang verbreiten anti-chinesische Kräfte in den USA und anderen westlichen Ländern die Lüge, Xinjiang habe die Glaubensfreiheit eingeschränkt, Moscheen gewaltsam zerstört, Muslimen das Fasten verboten und Muslime inhaftiert und verfolgt. Ihr Ziel ist es, die Harmonie und Stabilität in Xinjiang zu untergraben und Chinas Entwicklung zu behindern“, sagt der Rektor.

Am Tag des Endes des Ramadan veröffentlichte das in Washington ansässige sogenannte „Uyghur Human Rights Project“ neue Zahlen: Seit 2014 wurden in Xinjiang mehr als tausend religiöse Persönlichkeiten verhaftet. Die Hälfte wurde in Gefängnisse geschickt. Die andere Hälfte wurde in sogenannte Umerziehungslager geschickt. Die Horrorgeschichten über diese „Lager“ werden von westlichen Menschenrechtsaktivisten regelmäßig erzählt. Sie fügen ihren Berichten sogar Satellitenbilder bei. Hier ist zum Beispiel ein Bericht des australischen Instituts für strategische Politik und eine Karte mit 380 angeblich neu gebauten Haftzentren.

„Wir haben jede Einrichtung, die dort auftauchte, überprüft. In Urumqi, Kashgar, Aksu und anderen Gebieten. 90% sind reguläre Schulen, Krankenhäuser, öffentliche Einrichtungen. All dies zeigt einmal mehr, dass die Autoren dieses Projekts bereit sind, jegliche moralischen Standards zu überschreiten, um Lügen zu fabrizieren“, sagte Elijan Anayat, stellvertretender Leiter der Pressestelle der Regierung von Xinjiang.

Diese Schule wurde in der westlichen Presse auch als eines der Arbeits- und Umerziehungslager für uigurische Muslime genannt, aber schon ein flüchtiger Blick reicht aus, um zu verstehen, dass sie nichts damit gemein hat. Der Unterricht folgt dem regulären Schullehrplan: Mathematik, Chinesisch, Uigurisch. Und beim Kalligraphieunterricht schreiben sie abwechselnd in chinesischer und uigurischer Schrift „China und Xinjiang sind unsere Heimat.“

„Sie haben mit eigenen Augen gesehen, dass hier sechstausend Schüler lernen, zeichnen und Sport treiben. Und das nennt man im Westen ein Konzentrationslager?“, entrüstet sich Li Guoliang, Sekretär des Komitees der Kommunistischen Partei Chinas in der Stadt Hotan.

Ganz beiläufig nimmt Parteifunktionär Li Guoliang das nationale Tamburin in die Hand. All dies soll den ausländischen Journalisten noch einmal verdeutlichen, dass diejenigen, die beschuldigt werden, die lokale muslimische Bevölkerung zu „chineseisieren“, selbst Träger der uigurischen Kultur sind. Tausende von Touristen aus allen chinesischen Provinzen reisen deshalb und wegen der Atmosphäre der zentralasiatischen Basars nach Xinjiang.

Die chinesische Regierung sagt, dass in den Straßen der Städte wieder Ruhe eingekehrt ist, nachdem hier die Probleme der Sicherheit ernsthaft angegangen wurden. In den 1990er und frühen 2000er Jahren fegte eine Welle von Terroranschlägen über Chinas westlichste Provinz. Die Verantwortung für diese Angriffe wurde uigurischen Separatisten zugeschrieben. Der Imam der Id Kah Moschee versteht wirklich nicht, warum das im Westen als „Verfolgung“ bezeichnet wurde. Sein Vater – ebenfalls ein Imam – wurde 2014 auf diesen Stufen von Extremisten getötet.

„Als es mich direkt betroffen hat, wurde mir klar, dass es nichts Schlimmeres gibt als Terrorismus, Separatismus und Extremismus. Diese Menschen haben uns zu viel Leid gebracht. Ich hasse sie. Und der einzige Weg, ihnen entgegenzutreten, ist, den Gläubigen klar zu vermitteln, was der Glaube ist und was es bedeutet, ein Bürger seines Landes zu sein und was das Gesetz bedeutet“, sagte Mehmet Juma, Imam der Id Kah Moschee.

Das sind die Plakate über dem Eingang der Moschee: „Liebe die Partei, liebe das Land.“ Und entlang des Weges, der von den Klassenzimmern zu den Wohngebäuden des Islamischen Instituts führt, stehen die 12 sozialistische Werte in Gelb auf Rot. Wie auch in jeder Fabrik, die der Westen – ebenfalls unter dem Vorwand, die Menschenrechte zu verteidigen – angegriffen hat. Angeblich floriert die Sklavenarbeit in Xinjiang. Einheimische würden zur Arbeit auf den Baumwollfeldern und in den Fabriken gezwungen.

„Das ist lächerlich. Wie soll ich denn Geld verdienen, wenn ich nicht arbeite? Niemand gibt es mir einfach so. Und ich mag meine Arbeit“, sagt eine Näherin.

Aber globale Brands hatten es eilig, die lokale Baumwolle zu boykottieren. Als Reaktion darauf haben chinesische Verbraucher einen Boykott der westlichen Firmen erklärt. Aber die Fabriken mussten schnell die gesamte Lieferkette umstellen. (Anm. d. Übers. Über den sogenannten Baumwollkrieg habe ich berichtet, Einzelheiten finden Sie hier)

Eigene Inspektionen haben – verständlicherweise – keine Menschenrechtsverletzungen aufgedeckt. Aber China ist auch bereit, es den internationalen UN-Experten zu beweisen.

„War einer der Autoren der Anschuldigungsberichte hier?“

„Niemand“, sagte Zulhayat Ismail, Rektor der Universität Xinjiang und Mitglied der chinesischen Kommission zur Überwachung der Menschenrechte.

Die Einheimischen ignorieren das inzwischen und mischen Gebet, kommunistischen Geist und nationale Motive.

Ende der Übersetzung