RT-Deutsch hat am 16. April darüber berichtet, dass die ersten Impftouristen aus Deutschland in Moskau eingetroffen sind. RT-Deutsch hat in seinem Artikel keine Links dazu gesetzt, über welchen Reiseanbieter sie berichtet haben. Also habe ich ein wenig gegoogelt und schnell mehrere Anbieter gefunden, die solche Reisen anbieten. Das scheint also möglich zu sein und Russland stellt offenbar Visa aus. Aber da ich nicht überprüfen kann, wie seriös solche Anbieter sind, werde auch ich keine Links setzen. Wer sich für das Thema interessiert, muss sich also selbst im Netz auf die Suche nach Anbietern machen.

Ganz billig scheint der Spaß aber nicht zu sein. Es werden entweder zwei Kurztrips für die Erst- und die Zweitimpfung angeboten, oder ausgedehnte Reisen über drei Wochen, bei denen man einen ausgedehnten Wellness-Urlaub machen und sich „nebenbei“ impfen lassen kann. Da auf einer Seite auch die Rede davon ist, dass für die Impfungen (die in Russland umsonst sind) in Privatkliniken 200 und mehr Euro berechnet werden, scheint das für die Veranstalter ein lukratives Geschäft zu sein. Wenn man dann noch Flugtickets, Hotelaufenthalt und so weiter einrechnet, dann dürften solche Impfreisen schnell weit über 1.000 Euro kosten. Mindestens.

Das wichtigste Problem, das ich dabei sehe, ist aber ein anderes: Laut dem, was bisher über den EU-Impfpass bekannt ist, wird jedes EU-Land entscheiden, ob es eine Impfung mit Sputnik-V anerkennt. Daher kann es im Extremfall passieren, dass man sich als Deutscher in Russland in der Hoffnung impfen lässt, danach von den Corona-Beschränkungen befreit zu werden, man dann aber feststellen muss, dass Deutschland Sputnik-V nicht anerkennt und die Corona-Beschränkungen für Sputnik-Geimpfte weiterhin gelten.

Das ist möglich, denn solange Deutschland noch nicht offiziell verkündet hat, welche Impfstoffe es anerkennt, weiß man nicht, ob eine Sputnik-V-Impfung die gewünschte Wirkung auf die Corona-Beschränkungen hat.

Und wozu ich auf keinen Fall raten würde ist, sich am Ende mit zwei Impfstoffen impfen zu lassen.

Daher mein Tipp: Abwarten bis die Bundesregierung mitteilt, welche Impfstoffe sie für die Befreiung von den Corona-Beschränkungen anerkennt und danach eine Entscheidung treffen.