Die internationalen Nachrichtenagenturen berichten derzeit viel über die sich zuspitzende Lage im Donbass und zwischen der Ukraine und Russland. Da die deutschen „Qualitätsmedien“ das anscheinend nicht für berichtenswert halten, fasse ich hier die wichtigsten Meldungen des 23. November zusammen und übersetze drei Meldungen der russischen Nachrichtenagentur TASS.

Beginn der Übersetzung:

Erste Meldung

CNN: USA erwägen Entsendung von Militärberatern in die Ukraine

Die US-Regierung erwägt auch, dem Staat zusätzliche Waffen zu liefern.

Die Vereinigten Staaten erwägen angesichts der angeblichen Ansammlung russischer Streitkräfte in der Nähe der ukrainischen Grenze die Entsendung von Militärberatern und zusätzlichen Waffen in die Ukraine. Dies berichtete der Sender CNN am Montag unter Berufung auf Quellen.

Den Berichten zufolge erwägt die US-Regierung, der Ukraine Javelin-Panzerabwehrraketensysteme und Mörser zu liefern. Außerdem könnte das ukrainische Militär von den USA eine Reihe von tragbaren Stinger-Luftabwehrsystemen sowie von den USA gekaufte russische Mi-17-Hubschrauber erhalten, die ursprünglich für die afghanische Armee bestimmt waren.

Nach Angaben des Fernsehsenders sind einige Vertreter der US-Regierung besorgt, dass solche Lieferungen von Moskau als Versuch der USA aufgefasst werden könnten, eine spürbare Eskalation der Situation herbeizuführen, so dass die Vereinigten Staaten trotz der Bereitschaft, der Ukraine auch Militärberater zur Verfügung zu stellen, nicht sicher sind, dass sie persönlich dorthin reisen werden.

Zuvor hatte Bloomberg mehrere Quellen zitiert, wonach Vertreter der Regierung von US-Präsident Joe Biden ihre europäischen Amtskollegen unterrichtet und dabei ihre Besorgnis über die möglichen Vorbereitungen Russlands auf eine Invasion in der Ukraine zum Ausdruck gebracht hätten. Der Agentur zufolge stützt sich die amerikanische Bewertung der russischen Pläne angeblich auf geheime Informationen, über die nur die USA verfügen. Allerdings hat Washington die Informationen selbst noch nicht an seine europäischen Partner weitergegeben.

Dmitri Peskow, der Sprecher des russischen Präsidenten, erklärte am Montag gegenüber Reportern, Russland registriere eine Medienkampagne westlicher Länder, die Moskau als Bedrohung für den Einigungsprozess in der Ukraine darstelle. Peskow schloss nicht aus, dass es sich bei der Kampagne um eine Verschleierung „aggressiver Absichten, die in Kiew stattfinden könnten“, handeln könnte.

Zweite Meldung

Kiew erklärte, dass Washington den Einsatz der Javelin im Donbass genehmigt habe

In der Rada wurde mitgeteilt, dass der Einsatz der Javelin durch die Abmachungen nicht verboten ist, da die ukrainische Regierung nach ihrer eigenen Meinung das Recht haben, „ihr Land zu verteidigen“.

Der Leiter des ukrainischen parlamentarischen Unterausschusses für Verteidigungsindustrie, Igor Kopytin, bestätigte am Dienstag, dass ukrainische Soldaten im Donbass US-Panzerabwehrraketen vom Typ Javelin einsetzen. Außerdem betonte er, dass Vertreter der US-Regierung dieses Vorgehen Kiews genehmigt hätten. (Anm. d. Übers.: Die Ukraine hatte zuvor gemeldet, im Donbass zum ersten Mal die Javelin eingesetzt zu haben, was ein Verstoß gegen das Minsker Abkommen und die geltenden Waffenstillstandsvereinbarungen darstellt)

„In diesen Tagen wurde die Information verbreitet, dass ein Javelin-Panzerabwehrraketensystem in der ATO-Zone (Operation der Vereinigten Streitkräfte, so nennt die Ukraine die Militäroperation im Donbass – Anm. TASS) eingesetzt wurde. Ja, das ist wahr. Unser Militär hat es im Kampf eingesetzt“, schrieb der Abgeordnete auf seiner Facebook-Seite.

Kopytin fügte hinzu, dass er noch nicht bekannt geben dürfe, wo und unter welchen Umständen dies geschehen sei. Er sagte jedoch, dass der Einsatz der Javelin nicht durch die Abmachungen verboten sei, da die ukrainische Regierung das Recht hätte, „ihr Land zu verteidigen“. „Genau so, wie wir es für richtig halten – mit Javelin oder Bayraktar (türkische unbemannte Luftfahrzeuge Bayraktar – Anm. TASS) oder anderen Waffen, die sich im Besitz der ukrainischen Streitkräfte befinden“, fügte Kopytin hinzu.

„Übrigens haben wir bereits mit unseren US-Partnern über den Einsatz der Javelin gesprochen. Im Dialog mit ihnen habe ich dieselbe Meinung vertreten, die ich oben dargelegt habe“, so der Abgeordnete abschließend.

Das US-Portal Military Times berichtete am Sonntag unter Berufung auf Generalmajor Kirill Budanov, den Leiter der Hauptabteilung Nachrichtendienste des ukrainischen Verteidigungsministeriums, dass ukrainische Soldaten die von den USA gelieferten Javelin-Systeme im Donbass bereits gegen die Kräfte der Donbass-Republiken eingesetzt hätten. Rodion Miroshnyk, Vertreter der Volksrepublik Lugansk in der politischen Untergruppe der Kontaktgruppe, sagte, der Einsatz dieser Waffen im Donbass sei ein weiterer Beweis für die Verletzung des Minsker Abkommens durch die ukrainische Seite.

Dritte Meldung

Kiew sagt, die NATO werde der Ukraine in der Situation mit Russland „proaktiv“ helfen

Der ukrainische Verteidigungsminister Alexej Resnikow sagte, er habe die Gelegenheit gehabt, nicht nur den US-Verteidigungsminister, sondern auch Vertreter des Außenministeriums, Senatoren und Kongressabgeordnete zu treffen.

Die NATO-Länder haben der ukrainischen Regierung ihre Bereitschaft zugesichert, bei Informationen über russische Aktionen in der Nähe der ukrainischen Grenzen proaktiv vorzugehen, so der ukrainische Verteidigungsminister Alexej Resnikow.

„Mir wurde die bedingungslose Unterstützung der Souveränität und territorialen Integrität der Ukraine innerhalb ihrer international anerkannten Grenzen zugesichert. Und man hat mir versichert, dass sehr ernsthafte Konsultationen zwischen anderen Partnern des Bündnisses und der EU über ihre Bereitschaft stattfinden, sehr entscheidende Schritte zu unternehmen, und zwar proaktiv. Dies betrifft sowohl politische als auch wirtschaftliche Schritte und bestimmte Hilfen für die Ukraine“, sagte er auf die Frage des ukrainischen Fernsehsenders ICTV nach den Ergebnissen der Gespräche mit seinen amerikanischen und britischen Gesprächspartnern.

Resnikow sagte, er habe die Gelegenheit gehabt, nicht nur den US-Verteidigungsminister, sondern auch Vertreter des Außenministeriums, Senatoren und Kongressabgeordnete zu treffen. „Überall ist derselbe Satz zu hören: Wir senden sehr ernste Signale, dass eine direkte Einmischung in das Territorium der Ukraine und eine Aggression seitens der Russischen Föderation sie sehr teuer zu stehen kommen werden, und zwar in allen Dimensionen des Verständnisses des Wortes teuer“, betonte der Minister.

Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, erklärte am Montag, Moskau registriere eine Medienkampagne westlicher Länder, die Russland als Bedrohung für den Einigungsprozess in der Ukraine darstelle. Er schloss nicht aus, dass die Kampagne eine Tarnung für „aggressive Absichten, die in Kiew stattfinden könnten“, sei.

Ende der Übersetzung

Über den verstärkten Beschuss von Donezk hat auch meine Bekannte Alina Lipp berichtet. Alina ist Deutsche mit russischen Wurzeln, die sich derzeit in Donezk aufhält und auf ihrem Telegramm-Kanal über ihr Leben in Russland (und eben derzeit in Donezk) berichtet.

Anmerkung: Da ich spontan eine Einladung zu einer interessanten Konferenz angenommen habe, veröffentliche ich in dieser Woche zu wichtigen Ereignisse Übersetzungen der russischen Medien, da das schneller geht, als die Nachrichten des Tages selbst zusammenzufassen und zu schreiben. Ab Freitag werde ich weitere Details liefern.