Das zynische Spiel des Westens mit dem weltweiten Hunger hat Tradition
In westlichen Medien hören wir in letzter Zeit immer öfter Alarmmeldungen, dass eine weltweite Hungersnot bevorsteht, die auch in Europa die Lebensmittelpreise erhöhen wird. Schuld daran ist natürlich Russland, das – so westliche Politiker und Medien – die Weizenexporte der Ukraine behindert. Die Wahrheit sieht ein wenig anders aus, ich sammle derzeit Material für einen […]
In westlichen Medien hören wir in letzter Zeit immer öfter Alarmmeldungen, dass eine weltweite Hungersnot bevorsteht, die auch in Europa die Lebensmittelpreise erhöhen wird. Schuld daran ist natürlich Russland, das – so westliche Politiker und Medien – die Weizenexporte der Ukraine behindert.
Die Wahrheit sieht ein wenig anders aus, ich sammle derzeit Material für einen ausführlichen Artikel zu dem Thema. Aber da das russische Fernsehen diesem Thema am Sonntag in seinem wöchentlichen Nachrichtenrückblick einen Kommentar gewidmet hat, will ich darauf kurz eingehen und dann den russischen Kommentar übersetzen.
Wobei: Eigentlich waren es zwei Kommentare, hier übersetze ich den ersten Kommentar, im Anschluss an die Übersetzung finden Sie den Link zum zweiten Kommentar des russischen Fernsehens zu dem Thema, in dem aufgezeigt wird, dass diese zynische Politik des Westens eine lange Tradition hat.
Die Gründe für die kommende Lebensmittelkrise
Die kommende Lebensmittelkrise hat zwei Gründe und beide hat der Westen mit seiner Sanktionspolitik verursacht. Grund Nummer eins ist, dass Russland und Weißrussland die größten Produzenten von Düngemitteln sind. Der Westen war jedoch so intelligent, den Export von Düngemitteln aus Weißrussland zu sanktionieren und den Export von Düngemitteln aus Russland durch Sanktionen gegen den russischen Bankensektor stark zu behindern. Dass in dieser Saison weltweit Düngemittel fehlen und daher die Ernten geringer ausfallen werden, ist eine direkte Folge der westlichen Politik.
Der zweite Grund liegt beim Weizen, denn die größten Weizenexporteure (Russland, Ukraine und Indien) haben Probleme. Im Falle Russlands ist der Handel auch mit Weizen durch die westlichen Sanktionen gestört. In Indien hat eine Trockenheit dazu geführt, dass die Ernte gering ausfallen dürfte. Und in der Ukraine dürfte es erstens wegen dem Mangel an Düngemitteln (siehe Grund Nummer eins) und zweitens wegen der aufgrund der Generalmobilmachung fehlenden Arbeitskräfte zu Ernteausfällen kommen.
Wie zynisch die Politik des Westens bei diesem Thema ist, zeigt ein einfaches Beispiel: Man redet im Westen davon, dass man mit humanitärer Hilfe eine Hungersnot in der Ukraine vermeiden will und sammelt dafür Milliarden, fordert aber gleichzeitig, die Ukraine solle ihre gigantischen Getreidereserven möglichst schnell exportieren. Und wohin? Richtig: Nach Europa. Im Ergebnis dürften wir am Jahresende eine Hungersnot in der Ukraine sehen, während in Europa ukrainisches Getreide verspeist wird.
Auch die Vorwürfe, Russland behindere den Export von ukrainischem Getreide über den Seeweg, sind Unsinn. Russische Schiffe haben im Schwarzen Meer noch kein einziges Handelsschiff aufgehalten. Das könnte Russland auch gar nicht, denn es fahren dort kaum noch welche. Warum? Weil die Ukraine ihre Häfen vermint hat und die Seeminen nun im gesamten Schwarzen Meer herumschwimmen, eine wurde schon vor der türkischen Küste entdeckt. In den Häfen von Mariupol und Odessa sitzen viele ausländische Schiffe fest, nicht weil die Russen sie nicht rauslassen, sondern weil die Häfen von der Ukraine vermint wurden.
Aber das erfährt man in den westlichen Medien nicht, denn dann könnten die westlichen Medien die Horrorgeschichte, Russland würde den Hunger als Waffe einsetzen und eine weltweite Hungersnot provozieren, nicht aufrecht erhalten. Die kommende Hungersnot ist eine direkte Folge der westlichen Sanktionen.
Darum ging es auch in dem Kommentar des russischen Fernsehens, den ich übersetzt habe.
Beginn der Übersetzung:
Sanktionen als Gefahr für weltweiten Hunger
Das Paradoxon der westlichen Sanktionen gegen Russland: Während dem Gerede und den Drohungen, Russland seine Einnahmen aus dem Export von Energieträgern zu entziehen, sind unsere Einnahmen aus Öl und Gas gestiegen und die europäischen Volkswirtschaften schwer geschädigt worden, und es wird noch schlimmer kommen. Putin skizzierte die Aussichten für Europa bei einem Treffen mit der Regierung wie folgt:
„Der Verzicht auf russische Energieträger bedeutet, dass Europa langfristig systematisch zu der Region mit den höchsten Energiekosten der Welt wird. Es liegt auf der Hand, dass mit den russischen Energieträgern auch die Möglichkeit einer verstärkten Wirtschaftstätigkeit von Europa in andere Teile der Welt verlagert wird. Dieser wirtschaftliche Autodafé, dieser Selbstmord, ist natürlich eine innere Angelegenheit der europäischen Länder. Wir müssen pragmatisch handeln und in erster Linie von unseren eigenen wirtschaftlichen Interessen ausgehen.“
Eine weitere Folge des unklugen Handelns des Westens gegenüber Russland könnte eine weltweite Nahrungsmittelkrise und eine große Hungersnot bis Jahresende sein. Russland steht jedoch nicht vor einem solchen Albtraum. Diese Prognose hat Maxim Oreschkin, Berater der Präsidenten, während des New Horizons-Bildungsmarathons abgegeben:
„Der Hauptgrund für die weltweite Hungersnot, die in diesem Jahr eintreten wird, sind die unüberlegten wirtschaftlichen Maßnahmen der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union, ihre Geld- und ihre Haushaltspolitik. Russland hat Ende letzten Jahres damit begonnen, sich aktiv auf die weltweite Hungersnot vorzubereiten. Ja, wir versorgen uns selbst mit Getreide und dem größten Teil der Lebensmittel, aber es war wichtig, das Risiko eines Mangels an Düngemitteln auf dem heimischen Markt zu vermeiden, daher gab es Ende letzten Jahres Beschränkungen für die Ausfuhr von Düngemitteln aus unserem Land“, so Oreschkin.
Der Grund für die künftige Hungersnot sind jedoch nicht nur die unbedachten Maßnahmen des Westens, sondern auch seine Bosheit. Die Hungersnot in der Ukraine zum Beispiel wird absichtlich inszeniert, um Russland die Schuld zu geben. In Moskau kann man das sehr gut sehen.
„Jetzt versucht Amerika, die Getreidevorräte, die die Ukraine jetzt hat, aus der Ukraine zu holen. Das ist eine Aktion, die nicht nur die Ukraine zu ernsten humanitären Problemen verurteilt, sondern auch der ganze Welt große Probleme mit dem Hunger bringen wird“, ist sich Oreschkin sicher.
Europa spielt bei diesem höllischen amerikanischen Plan mit. Wie immer ist das Motiv vermeintlich edel. EU-Chefdiplomat Borrell fordert, dass die ukrainischen Kornkammern buchstäblich geleert werden, um Platz für die künftige Ernte zu schaffen. Wir sprechen hier von 20 bis 25 Millionen Tonnen Getreide.
Die Heuchelei des Westens besteht darin, dass es in der Ukraine möglicherweise keine neue Ernte gibt. Die Aussaat ist weitgehend unterbrochen worden. Daher könnte die Ukraine die Getreidereste in der Speisekammer wirklich gut brauchen. Aber Europa leert die Lager „brüderlich“. Wozu? Nach der Logik „je schlimmer, desto besser“? Es sieht so aus. Vielleicht wird die Ukraine für die umfangreichen Waffenlieferungen zur Kasse gebeten? Sie bezahlt sozusagen in Naturalien. Und nach uns die Sintflut.
Es ist auch heuchlerisch, dass von Russland verlangt wird, die Schwarzmeerhäfen „freizugeben“, um die ukrainischen Lager zu „leeren“, denn derzeit wird das Getreide auf dem Landweg nach Europa geliefert. Lange Konvois von Getreidetransportern, die viele Kilometer lang sind, holen alles aus den Getreidesilos heraus. Sie sagen, das sei unpraktisch. Es sei besser, das mit dem Schiff zu transportieren. Doch was hat Russland damit zu tun? Die Ukraine selbst hat die ihre Häfen vermint. Aber Russland ist trotzdem schuld.
Wir hören also all diese westlichen Spekulationen über die Ukraine, wir sehen Krokodilstränen darüber, aber in Wirklichkeit ist das nichts Neues. Historisch gesehen passiert nichts Neues. Hitlerdeutschland hat die Ukraine als fruchtbares Land, als Nahrung für sich selbst und als Rohstofflieferant gesehen.
Alfred Rosenberg, Hitlers engster Mitarbeiter und späterer Reichsminister für die besetzten Ostgebiete, schrieb im Frühjahr 1941 in aller Offenheit darüber in seinem politischen Tagebuch. Er wurde bei den Nürnberger Prozessen als Kriegsverbrecher hingerichtet: „Der deutsche Reichskommissar für die Ukraine hat die Aufgabe, das Deutsche Reich mit Nahrungsmitteln und Rohstoffen zu versorgen, um die deutsche militärische Führung zu stärken und in der Folge einen freien ukrainischen Staat im engen Bündnis mit dem Großdeutschen Reich zu schaffen. Die Stärkung des Ukrainismus wird es ermöglichen, den Erhalt der deutschen Industrie zu gewährleisten, nicht nur mit militärischen Mitteln, sondern auch auf Dauer durch freiwillige Zusammenarbeit mit den Ukrainern. Die wirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen Bestrebungen des Deutschen Reiches sind somit zu 50 Prozent von der politischen Führung und den Zielen in der Ukraine abhängig.“
Mit anderen Worten: nichts Neues. Immer das Gleiche. Sie versuchen nur, es neu zu klingen zu lassen.
Ende der Übersetzung
Den zweiten Teil des Kommentars über das Thema und die westliche Tradition, skrupellos Hungersnöte zu provozieren, finden Sie hier.