Die Rolle Großbritanniens im Informationskrieg gegen Russland ist ein sehr spannendes Thema. Die britische Regierung bezahlt über mehrere Kanäle massiv anti-russische Propaganda, sowohl in Russland selbst, als auch in den Staaten der EU. Auch alternative Medien sind betroffen, in Deutschland scheint ein vielbesuchtes Portal, dessen Inhaber ebenfalls viel über Russland schreibt, aber dabei aber die gegenteilige Meinung von mir vertritt, seit 2015 ein Geldempfänger eines dieser Programme zu sein. Aber dazu werde ich etwas schreiben, wenn ich mehr Belege habe.

Hier soll es um eine offizielle Erklärung des russischen Außenministeriums gehen, die Maria Sacharowa, die Sprecherin des Ministeriums, letzte Woche über die Aktivitäten der britischen Regierung in Russland abgegeben hat. Ich habe die Erklärung übersetzt, wobei ich die Links in dem Text aus dem Original übernommen habe.

Beginn der Übersetzung:

Die britische Botschaft in Moskau hat vor kurzem eine Mitteilung an das russische Außenministerium gesandt, in der es heißt, dass es ihren Diplomaten nicht gefällt, was wir über sie sagen. Ich möchte unseren britischen Kollegen für ihr Feedback danken. Wir haben darüber nachgedacht und beschlossen, weiterzumachen.

Wir halten unser Versprechen gegenüber London, das Interesse der russischen Bürger an den Fakten der Einmischung in die inneren Angelegenheiten Russlands und an den von Großbritannien finanzierten illegalen Projekten aufrechtzuerhalten, die nicht nur darauf abzielen, unsere Gesellschaft zu spalten, sondern auch unsere Nachbarn gegen uns aufzubringen, indem sie „russischer Propaganda und Aggression entgegenwirken.“ Hier ein paar Meldungen, die vor dem allgemeinen Hintergrund als gewöhnliche Nachrichten durchgehen könnten, aber nur für diejenigen, die die Kette der Ereignisse nicht verfolgen.

Ende März gab die britische Regierung in einer Pressemitteilung bekannt, dass sie dem Mediengiganten BBC mehr als 4 Millionen Pfund zur Verfügung stellen würde, um den Informationskrieg mit Moskau zu führen. Es wird angegeben, dass die Mittel zur Finanzierung der russischen und ukrainischen Dienste der BBC verwendet werden und zur „Bekämpfung von Desinformationen über den Krieg in der Ukraine“ eingesetzt werden sollen. Der Quelle zufolge werden zwei Behörden – das britische Außenministerium und das Ministerium für Digitales, Kultur, Medien und Sport – diese Kosten übernehmen. Die zusätzlichen Mittel für die BBC werden Teil des aktualisierten Maßnahmenpakets zur Unterstützung der Ukraine sein, das Premierminister Johnson auf dem NATO- und dem G7-Gipfel ankündigen will.

Die BBC erhält öffentlich und direkt von der britischen Staatskasse einen Propagandaauftrag. Jetzt müssen sie nur noch das Türschild in „BBC by Foreign Office“ umschreiben.

Dass der Konzern bereits die entsprechenden Anweisungen abarbeitet, zeigt zum Beispiel die Berichterstattung über den Totschka-U-Raketenangriff auf den Bahnhof Kramatorsk. Das ist ein hervorragendes Beispiel für den „Kampf“ gegen Propaganda. Die britischen Medien haben jede Erwähnung der Tragödie eingestellt, sobald aus der Seriennummer der Rakete hervorging, dass sie von den ukrainischen Streitkräften abgefeuert worden ist. (Anm. d. Übers.: Das mit der Seriennummer war sofort offensichtlich, auch ich habe darüber berichtet, die Details finden Sie hier, und tatsächlich ist Kramatorsk sofort wieder aus den Schlagzeilen verschwunden, als klar was, wie leicht die Täterschaft Kiews in dem Fall überprüfbar war)

So viel zum Journalismus für das Geld der britischen Regierung. RT- und Sputnik-Journalisten wird im Westen die Ausübung ihres Berufes verwehrt und sie werden zu Unrecht als „Propagandisten“ bezeichnet. Es ist nun klar, warum. Man deckt so die wahren Propagandisten, die BBC und ihresgleichen.

Früher war der Konzern eher „diskret“ als Auftragnehmer für das Foreign Office tätig. Wir haben nur durch Leaks, durch von Hackern erlangtes Material und so weiter davon erfahren.

Großbritannien hat eine große Summe für den Plan zur Informationserweiterung bereitgestellt, den die Gruppe Anonymous vor einem Jahr veröffentlicht hat. Laut der Planungserklärung sollten für das Projekt und die damit verbundenen Zuschüsse über zwei Jahre – März 2019 bis März 2021 – fast 9 Millionen Pfund, etwa 12 Millionen Dollar, ausgegeben werden. London bereitete sich vor und bereitete auch seine Untergebenen im Voraus vor.

Ein weiteres Dokument enthält „Fragen und Antworten“ für die unteren Ausführungsorgane des Projekts, also für ukrainische Journalisten. Darin wird bestätigt, dass der größte Teil der von London bereitgestellten Mittel für die Finanzierung des staatlichen ukrainischen Fernsehens bestimmt ist. „Der Schwerpunkt liegt auf dem staatlichen Rundfunk. Wir haben in diesem Haushaltsjahr knappe Fristen“, heißt es in dem Dokument von 2018.

Dabei waren die Projektleiter besonders um die Vertraulichkeit besorgt – Sicherheit und Geheimhaltung sind das Thema eines der geleakten Dokumente. „Es sollte keine unbefugte Offenlegung ihrer Aktivitäten geben… Es muss beachtet werden, dass einige Empfänger von Zuschüssen aus Sicherheitsgründen versuchen werden, eine direkte Verbindung mit dem britischen Außenministerium zu vermeiden. Das Programmteam möchte nicht, dass Dokumente über das Projekt in die Hände russischer Medien gelangen. Wir sind uns bewusst, dass sie uns beobachten“, heißt es in dem Dokument. Offensichtlich haben sie es vorausgesehen. Jetzt sind die russischen Medien Teil eines einzigen Informationsraums, der trotz aller Versuche des „kollektiven Westens“ nicht endgültig abgewürgt werden kann.

Und die verdeckte Arbeit mit den ukrainischen Medien war nur ein Teil des umfassenden anti-russischen Londoner Programms in dieser Richtung. Wie Medien bekannt wurde, hat der bereits erwähnte britische Fonds zur Förderung von Konfliktprävention, Stabilität und Sicherheit, der von den britischen Geheimdiensten gesponsert wird, der Ukraine über vier Jahre 61,3 Millionen Pfund zur Verfügung gestellt. Die Mittel wurden unter anderem für die Militärreform und die Ausbildung des ukrainischen Militärs verwendet.

Aus öffentlich zugänglichen Quellen ist bekannt, dass britische Militärspezialisten unter anderem die georgische Legion ausgebildet haben. Das ist der Name des Bataillons der ukrainischen Streitkräfte, das überwiegend aus ethnischen Georgiern besteht, die keine ukrainischen Staatsbürger sind.

Am 21. Februar dieses Jahres veröffentlichte Euronews Filmaufnahmen von der Ausbildung der Legion. Die auf dem Stützpunkt stationierten ausländischen Militärspezialisten verbargen ihre Gesichter vor den Journalisten. „Ich zeige mein Gesicht nicht, weil ein paar Jungs, die ihr Gesicht gezeigt haben, auf der Fahndungsliste des FSB gelandet sind“, sagte Ausbilder William. „Und ich will nicht von den Russen festgenommen werden.“ Zu diesem Zeitpunkt wussten sie noch nicht, dass die britische Regierung sie fallen lassen würde. Was sagte London über seine Untertanen, sobald erwähnt wurde, dass sie ausgetauscht werden könnten? „Sie sind selbst dorthin gegangen.“ Woran erinnert das? An den erstaunlichen, aufschlussreichen, historisch genauen, wenn auch fiktiven Film The Professional. Die Nachrichtendienste der NATO schicken zunächst ihre Ausbilder. „Rausschwimmen“ könnt Ihr dann, wie Ihr wollt. Die britische Regierung übernimmt für Euch keine Verantwortung. (Anm. d. Übers.: Hierbei ist die Rede von den beiden in Mariupol von der russischen Armee gefangen genommenen Briten, deren Austausch gegen den von Kiew festgenommenen ukrainischen Oppositionsführer Medwedtschuk die britische Regierung abgelehnt hat, Details dazu finden Sie hier)

Nach Angaben des stellvertretenden britischen Verteidigungsministers sind britische Militärexperten mindestens bis zum 12. Februar dieses Jahres in der Ukraine geblieben. Am 15. April dieses Jahres berichtete die Zeitung The Times, dass Militärausbilder des britischen Special Air Service in die Ukraine zurückgekehrt seien.

In unserer letzten Pressekonferenz haben wir uns ausführlich mit dem Problem der Folterpraktiken befasst, die von den Briten während der Kolonialzeit in der ganzen Welt eingeführt wurden. Es ist nun klar, woher die von britischen Ausbildern Geschulten diese unmenschliche, bestialische Grausamkeit nehmen.

Danach gab der Gründer der georgischen Legion, Mamulaschwili, eine Erklärung ab, dass seine Kämpfer keine Russen als Gefangene nehmen würden. Nachdem das Massaker an den gefangenen russischen Fallschirmjägern, bei dem Mamulaschwilis Mitarbeiter „entlarvt“ wurden, auf Video aufgezeichnet wurde, eröffnete das russische Ermittlungskomitee ein Strafverfahren und identifizierte alle Beteiligten aus der Legion. Das russische Untersuchungskomitee darf nicht aufhören. Wir müssen den Weg weitergehen. Wer hat die Mitglieder der Legion ausgebildet? Die Briten. (Anm. d. Übers.: Die Rede ist von diesem Vorfall)

Abschließend möchte ich auf unsere einheimischen Fans großzügiger britischer Zuschüsse zurückkommen. Das Portal Underside analysiert weiterhin das Verhalten derjenigen, die in die „humanitären“ Netze Londons eingebunden sind, wie zum Beispiel die Teilnehmer des Chevening-Programms, ein Projekt zur Auswahl talentierter junger Menschen in unserem Land, die in britischen Bildungseinrichtungen „ausgebildet“ werden. Russlands Militäroperation in der Ukraine ist zu einem Lackmustest geworden, bei dem wir aus erster Hand beobachten können, wie eine beträchtliche Anzahl der Ausgebildeten fieberhaft, wie in einem Nachahmungstrieb, begonnen hat, die Leitfäden des Foreign Office abzuarbeiten.

Wir hoffen, dass sie sich darüber im Klaren sind, dass Großbritannien sie wahrscheinlich bereits als verbrauchtes Propagandamaterial „abgeschrieben“ hat. Die eigenen Leute in Russland so „aufzudecken“, konnte nur ein Ziel haben: Den westlichen Medien die „groß angelegte Repression“ der Regierung gegen Mitglieder der „prowestlichen Jugend“ zu demonstrieren. Mit einen Schlag wurden alle, die in der Ukraine geschult, ausgebildet und ermutigt worden waren, sowie diejenigen, die in Russland Zuschüsse erhalten hatten, die „enttarnt“ worden waren, „aufgedeckt“. Auf britischem Boden braucht sie niemand mehr. So viel zur Frage der Methodik.

Ende der Übersetzung