Die ZDF-Sendung frontal bittet um ein Interview mit mir
Die deutschen „Qualitätsmedien“ gehen mit allen, die von der gewollten Meinung abweichen, sehr unfair um. Sie melden sich bei einem, heucheln freundliches Interesse und locken damit, man könne ihnen ein Interview geben, um seinen Standpunkt darzustellen. Das klingt nett und fair, aber wer sich darauf einlässt, wird vorgeführt, wofür ich zwei Beispiele nennen werde, bevor […]
Die deutschen „Qualitätsmedien“ gehen mit allen, die von der gewollten Meinung abweichen, sehr unfair um. Sie melden sich bei einem, heucheln freundliches Interesse und locken damit, man könne ihnen ein Interview geben, um seinen Standpunkt darzustellen. Das klingt nett und fair, aber wer sich darauf einlässt, wird vorgeführt, wofür ich zwei Beispiele nennen werde, bevor ich zur Mail des ZDF an mich komme.
Andreas Popp
Im Mai 2020 hat sich Report Mainz an Andreas Popp von der Wissensmanufaktur gewandt und um ein Interview gebeten. Das Interview dauerte 14 Minuten und wurde für die Sendung so zusammengeschnitten, dass es nur aus sechs Sätzen bestand. Der Interviewer hatte sich in den 14 Minuten die größte Mühe gegeben, Herrn Popp irgendwie etwas „verwertbares“ aus der Nase zu ziehen, aber die Antworten von Herrn Popp waren so schlüssig, dass man sie zusammenschneiden musste, um sie kompromittierend wirken zu lassen.
In der Sendung sollte Herr Popp als eine Art Sektenführer dargestellt werden, der arme und unschuldige Menschen zu Opfern von Verschwörungstheorien macht und so deren Existenzen ruiniert. Es war ein Beitrag zum Gruseln, bei dem man sich wirklich fragt, wie die „Journalisten“ bei der ARD ticken, wenn sie so etwas fabrizieren.
Man wollte Herrn Popp also diskreditieren, mit einem ernstgemeinten Interview hatte das Machwerk nichts zu tun. Da Herr Popp aber Profi ist und das Interview selbst auch aufgezeichnet hat, konnte er es anschließend online stellen und den Betrug der ARD entlarven. Die Details der Geschichte inklusive Link zur Report-Sendung und dem vollständigen Interview von Report Mainz mit Andreas Popp finden Sie hier.
Alina Lipp
Dass ich mit Alina Lipp, die den derzeit am schnellsten wachsenden Telegram-Kanal in Deutschland hat und dort aus dem Donbass und aus Russland berichtet, gut kenne, ist kein Geheimnis. Auch sie bekam eine sehr freundlich Anfrage von einem Journalisten, der ausgesprochen interessiert daran war, sie zu interviewen. In ihrem Fall war es nicht die ARD, sondern T-Online. Die Anfrage des Journalisten klang so, als sei er ehrlich daran interessiert, ihr eine Chance zu geben, ihren Standpunkt darzustellen.
Als sie mich fragte, was sie tun und ob sie darauf eingehen solle, habe ich ihr geraten, dass sie dem Journalisten eine Zusagen geben solle, wenn er ihr garantiert, ihre Antworten ungekürzt und vollständig zu veröffentlichen. Das hat er natürlich abgelehnt.
Der Journalist hat dann auf T-Online einen denkbar bösartigen Artikel über Alina geschrieben, die er als „Putins deutsche Infokriegerin“ vorstellte und der voll von halb ausgedachten Geschichten und Unterstellungen war. Die Details dazu finden Sie hier.
ZDF-frontal
Ich war recht überrascht, als ich am Montag dem 4. April eine Mail vom ZDF bekommen habe. Die Mail lautete wie folgt:
„Sehr geehrte Herr Röper,
für das ZDF-Magazin frontal recherchiere ich gerade zur Berichterstattung in deutschen und russischen Medien über die Situation in der Ukraine. Ich habe gesehen, dass Sie vor Kurzem aus den umkämpften Gebieten journalistisch tätig waren. Über diese Berichterstattung würde ich von Ihnen gerne in einem Interview mehr erfahren, gerne über Skype, Signal oder Zoom. Wäre das möglich?
Aus produktionstechnischen Gründen bitte ich um eine Antwort bis spätestens Dienstag, den 5. April 2022 um 18 Uhr.
Mit freundlichen Grüßen
XXX“
Bei dem Propaganda-Feuerwerk, das derzeit in Deutschland und im Westen abgebrannt wird, ist es nicht schwer, sich zu überlegen, welche Rolle ich in dem Bericht von frontal spielen sollte. Man wollte mich als Idioten, vom Kreml bezahlten Propagandisten, oder noch etwas schlimmeres darstellen. Und natürlich würde man meine Aussagen so zusammenschneiden, dass sie das gewollte Narrativ der Sendung stützen.
Da ich die Masche der „Qualitätsmedien“ kenne, habe ich dem Herrn am gleichen Tag folgende Antwort geschrieben:
„Ich gebe nur Interviews, wenn mir schriftlich und rechtsverbindlich garantiert wird, dass meine Aussagen nicht geschnitten, sondern komplett gezeigt werden. Darauf werden Sie sich aber kaum einlassen, daher gehe ich davon aus, dass wir nicht «ins Geschäft» kommen.
Den Grund für mein Misstrauen finden Sie hier
https://dev.anti-spiegel.ru/2020/verschwoerungstheorien-zerstoeren-existenzen-ein-paradebeispiel-fuer-manipulation-in-der-ard/
Liebe Grüße
Thomas Röper“
Und was glauben Sie, was mir das ZDF zurückgeschrieben hat?
Die waren anscheinend so enttäuscht darüber, dass sie mich nicht hinter’s Licht führen konnten, dass sie mir nicht einmal eine Antwort geschrieben haben. Ich habe mit meinem Bericht über diese Mail extra so lange gewartet, um ihnen eine Chance zu geben, mir zu antworten.
Übrigens können Sie sich das Machwerk, das frontal dann am 5. April gebracht hat, hier anschauen. Das bestätigt, welche Rolle ich darin spielen sollte, denn sehr ausführlich zu Wort gekommen sind zum Beispiel der ukrainische Botschafter in Deutschland oder ein US-General, aber niemand, der „die andere Seite“ vertreten hat. Einseitige Propaganda ist Programm beim ZDF.
Anti-Spiegel und frontal: Eine alte Liebe
ZDF-frontal mag mich ohnehin nicht, weshalb mit einer fairen Behandlung nicht zu rechnen war. Der Grund liegt im Jahr 2019. Vielleicht erinnern Sie sich noch, damals hatte eine Spiegel-Ausgabe den Titel „Putins Puppen“ und es ging um einen Abgeordneten der AfD, der angeblich vom Kreml gekauft war.
Der einzige Beleg für die Geschichte war eine Email, die auch noch aus unbekannten Quellen stammte. Die Email als Fälschung zu entlarven war sehr leicht und genau das habe ich getan. Es war war nämlich so, dass sich problemlos nachweisen ließ, dass der Absender der Mail nicht derjenige war, den Spiegel und ZDF als Absender genannt hatten, die Mail war eine frei erfundene Fälschung. Die Geschichte verlief folgendermaßen:
Am 5. April 2019 brachten Spiegel und ZDF-frontal einen „Skandal“ ans Licht, denn angeblich hatte Russland einen Abgeordneten der AfD „vollständig unter Kontrolle“. Am Montag dem 9. April habe ich aufgedeckt und belegt, dass die Email eine Fälschung die ganze Geschichte frei erfunden war. Der „Skandal“ war Titelgeschichte des Spiegel in der Woche und „Frontal21“ hatte für Dienstag den 9. April ebenfalls einen ausführlichen Bericht angekündigt. In dem Bericht hatte das ZDF, nachdem ich aufgezeigt hatte, dass die Mail nicht echt war, die Email-Adresse geschwärzt, sodass der aufmerksame Zuschauer diese Dinge nicht mehr erkennen konnte.
Anstatt die als frei erfundene Räuberpistole entlarvte Geschichte aus der frontal-Sendung zu streichen, wurde die Sendung in aller Eile verändert. Frontal schreibt auf seiner Internetseite, man sei „kritisch, investigativ, unerschrocken“ – dabei müsste es einfach nur heißen: „frontal lügt unerschrocken„
Nachdem frontal und mich diese alte Liebe verbindet, war mir klar, dass ich vor allem von denen keinen fairen Umgang zu erwarten habe. Und so ist es ja auch gekommen, denn sie haben es nicht einmal für nötig gehalten, mir zu antworten.