Interview mit in Donezk zum Tode verurteiltem britischen Soldaten
Ich kenne John Mark Dougan von unseren Reisen in den Donbass. Er ist US-Amerikaner, ehemaliger US-Marine und lebt seit sechs Jahren in Moskau, wo er politisches Asyl erhalten hat, weil ihm in den USA bis zu 95 Haft drohen. Darum soll es hier aber nicht gehen, sondern hier geht es um einen überraschenden Anruf, den […]
Ich kenne John Mark Dougan von unseren Reisen in den Donbass. Er ist US-Amerikaner, ehemaliger US-Marine und lebt seit sechs Jahren in Moskau, wo er politisches Asyl erhalten hat, weil ihm in den USA bis zu 95 Haft drohen. Darum soll es hier aber nicht gehen, sondern hier geht es um einen überraschenden Anruf, den John vor einigen Tagen erhalten hat.
John war unter der Dusche, als sein Telefon geklingelt hat. Der Anrufer war Aiden Aslin, einer der beiden Briten, die in Mariupol auf Seiten der Ukraine gekämpft haben, in Kriegsgefangenschaft geraten sind und dann in Donezk zum Tode verurteilt wurden. John hat das Gespräch auf Wunsch von Aiden Aslin aufgezeichnet und veröffentlicht. Wie man auf dem Video sieht, sitzt John im Handtuch vor der Kamera.
Aiden Aslin kämpft darum, dass seine Todesstrafe in eine Haftstrafe umgewandelt wird, weshalb der die Öffentlichkeit sucht und Interviews gibt. Ich finde es bemerkenswert, dass Donezk einem Mann, der in der Todeszelle sitzt, einfach so erlaubt, anzurufen, wen er will, denn er erwähnt, dass er auch mit Leuten aus dem Westen gesprochen hat, Auch hat er im Gefängnis offensichtlich Zugang zum Internet, denn er erzählt davon, dass er Kommentare liest, die unter Videos und Artikeln über ihn geschrieben werden.
Ich veröffentliche hier das Interview, das auch deutsche Untertitel hat, die zwar teilweise schwer zu lesen sind, weil Aiden Aslin kein Medienprofi ist und teilweise im Gespräch ziemlich hin und her springt, aber der Sinn des Gesagten dürfte auch ohne Englischkenntnisse verständlich sein.