Eines der wichtigsten Ziele der westlichen Sanktionen war es, den russischen Rubel massiv zu schwächen, oder gar zum Zusammenbruch zu bringen, um eine Hyperinflation in Russland auszulösen. Der Rubel erweist sich jedoch als widerstandsfähiger als viele dachten.

Nach dem Beginn der russischen Operation in der Ukraine und den vom Westen verhängten brutalen Wirtschaftssanktionen ist der russische Rubel um fast die Hälfte eingebrochen und die Propheten, die seit 2014 bei jeder neuen Russlandsanktionen den baldigen russischen Staatsbankrott kommen sehen, waren außer sich vor Freude. Deren Hoffnung ist, dass eine Hyperinflation Russland treffen möge, die zu einer Verarmung der Bevölkerung und zu steigendem Unmut führt. Damit soll die russische Regierung geschwächt und ein Regimechange in Russland ermöglicht werden. Allerdings ist bisher das exakte Gegenteil geschehen, denn die Zustimmung der Russen zu Putin und seinem Vorgehen in der Ukraine hat Rekordwerte erreicht und liegt nun bei über 80 Prozent, wie sogar der Spiegel ungläubig gemeldet hat.

In der Tat sah es zunächst so aus, als sei der Rubel stark geschwächt. Aber die russische Regierung hat eine Reihe von Notmaßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft beschlossen, die Wirkung gezeigt haben. Unter anderen wurde der Börsenhandel tagelang ausgesetzt, damit sich die Panik an den russischen Märkten legt. Nach der Wiederöffnung der Börsen ist der Rubelkurs wieder stark gestiegen und hat inzwischen fast wieder seine Werte von vor den Sanktionen erreicht.

Quelle: https://www.finanzen.net/devisen/euro-russischer_rubel-kurs am 1.April 2022

Offensichtlich ist die russische Wirtschaft wesentlich robuster als es sich die Experten im Westen gedacht haben. Zwar ist die Inflation in Russland im März auf 14 Prozent in die Höhe geschossen, aber darin war der Effekt des vorübergehenden Kursverlustes des Rubel enthalten, der sich fast wieder in Luft aufgelöst hat. Es wird also interessant sein, die Entwicklung der russischen Inflation im April abzuwarten.

Russland hat generell eine höhere Inflation als zum Beispiel Deutschland. In Deutschland ist die Inflation als Folge der westlichen Sanktionen gegen Russland im März auf über 7 Prozent geschossen, das ist ein Wert, den es in Deutschland seit 40 Jahren nicht mehr gegeben hat. Und während in Russland aufgrund der Erholung des Rubelkurses eine Beruhigung der Inflation möglich ist, dürfte die Inflation in Deutschland und der EU weiter steigen, denn die hohen Preise für Gas und Öl werden auch die Preise für alle anderen Waren in die Höhe treiben.

Man fragt sich in Russland inzwischen offen, ob die EU Sanktionen gegen Russland oder gegen sich selbst verhängt hat, denn die EU stöhnt jetzt schon unter den Folgen der Sanktionen, obwohl Russland noch keine nennenswerten wirtschaftlichen Gegensanktionen verhängt hat. Die derzeitigen Probleme in der EU sind die Folge der eigenen Sanktionen, auch wenn Politiker und Medien Russland die Schuld an der Misere geben. Aber es war ja nicht Putin, der die EU-Sanktionen in Brüssel beschlossen hat…