Es gibt Themen, die finden in westlichen Medien nicht statt. Das gilt zum Beispiel für all die allzu offenen Äußerungen des wichtigsten Beraters des ukrainischen Präsidenten Selensky. Dabei handelt es sich um Alexej Arestowytsch, dessen Namen man sich merken sollte, Details finden Sie hier.

Arestowytsch sagte ganz offen, dass die Ukraine jederzeit bereit ist, den Krieg auf Transnistrien auszudehnen. Da dort seit 1992 russische Friedenstruppen stationiert sind, wäre das für Russland eine sehr unangenehme Situation, denn die russischen Truppen dort wären faktisch von der Versorgung abgeschnitten. Russland müsste sie entweder dort im Stich lassen, oder seine Strategie in der Ukraine massiv ändern, um den Soldaten dort zur Hilfe zu kommen.

Westliche Medien haben zwar kürzlich über eine Explosion in Transnistrien berichtet, aber davon, dass es seitdem ständig zu neuen Explosionen und Überflügen bewaffneter ukrainischer Drohnen kommt, hört man in westlichen Medien nichts.

Dafür hat das russische Fernsehen berichtet und ich habe den Bericht übersetzt. Bevor wir zu der Übersetzung kommen, will ich jedoch noch einmal daran erinnern, worum es in der Region geht, weil das vielleicht nicht allen Lesern bewusst ist.

Moldawien und Transistrien

Moldawien ist ein kleines Land mit einer kurzen, aber schwierigen Geschichte. Das Land liegt zwischen der Ukraine und Rumänien und ist eine ehemalige Sowjetrepublik, in der es nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion einen Bürgerkrieg gegeben hat. Seitdem ist das Land geteilt und besteht aus dem völkerrechtlich anerkannten Moldawien und der abtrünnigen Republik Transnistrien. Der Bürgerkrieg konnte seinerzeit durch ein Abkommen zwischen Moldawien und Russland beendet werden und seit nun fast 20 Jahren sichern russische Friedenstruppen die ehemalige Frontlinie.

Moldawien ist vergleichbar mit der Ukraine, denn es ist ein Vielvölkerstaat, in dem die dominierenden Moldawier, die oft auch als Rumänen bezeichnet werden, die Sprachen der anderen Minderheiten diskriminieren. Obwohl zum Beispiel Russisch weitverbreitet ist und vor allem in den Städten und im Geschäftsleben genutzt wird, hat es nicht den Status eine landesweiten Amtssprache. Genau diese ethnischen Probleme waren seinerzeit der Grund für den Bürgerkrieg.

Moldawien hat sich in die Verfassung geschrieben, ein neutraler Staat zu sein. Jedoch hat Ende 2020 die pro-westliche, in den USA ausgebildete und eng mit George Soros verbundene Politikerin Maia Sandu die Präsidentschaftswahlen in Moldawien knapp gewonnen. Danach hat sie mit umstrittenen politischen Manövern 2021 auch die Regierung ausgetauscht und führt das Land seit Sommer 2021 konsequent in Richtung Westen.

Nach ihrer kompletten Machtübernahme hat sie im Sommer 2021 offen eine „Säuberung“ der Justiz des Landes angekündigt, was im Westen allerdings positiv und als Maßnahme im Kampf gegen Korruption dargestellt wurde. In Wahrheit ging es um eine politische Säuberung, denn Sandu möchte den Westkurs ihres Landes festschreiben und dessen Gegner, die die Neutralität des Landes erhalten wollen, entfernen. So hat Sandu auch davon gesprochen, für die anstehenden Reformen Unterstützung der USA zu brauchen und die USA schon kurz darauf als wichtigen strategischen Partner bezeichnet.

Schon im Januar gab es Hinweise auf eine Verschärfung der Lage in der Region, darüber finden Sie hier Details.

Nun kommen wir zu der Übersetzung des Berichts aus dem Nachrichtenrückblick des russischen Fernsehens vom Sonntagabend über die aktuelle Lage in Transnistrien.

Beginn der Übersetzung:

Transnistrien: Moldawien verschärft die Blockade

Offiziell gilt für Transnistrien die „rote“ Terrorismusbedrohungsstufe. Erst am Donnerstag wurde eine von der Ukraine aus gestartete Drohne mit Sprengstoff über dem Gebiet der Republik neutralisiert. Am Freitagabend ereigneten sich vier Explosionen in der Nähe des Dorfes Voronkovo, nahe der ukrainischen Grenze. Ein Bericht aus Transnistrien.

Der Ort der Explosionen ist abgesperrt. Das Gebiet darf nicht betreten werden. Hinter der Absperrung befindet sich eine Militäreinheit, auf die in den letzten zwei Tagen mehrere Terroranschläge verübt wurden. Eine weitere Provokation durch die ukrainischen Geheimdienste.

Ihre Drohnen sind jede Nacht am Himmel über Voronkovo zu sehen. Das kleine Dorf im Norden von Transnistrien ist Grenzgebiet. Es sind etwa zehn Kilometer über die Felder bis zur Region Odessa. Von dort aus wurde die funkgesteuerte Drohne gestartet, nach deren Überflug es in der Nähe der Militäreinheit zu Explosionen kam.

Hier befand sich früher ein sowjetischer Flugplatz. Er wurde noch vor dem Weltkrieg gebaut und während des Zweiten Weltkriegs war ein Jagdregiment in der Nähe von Woronkowo stationiert. Allerdings findet hier kein Flugbetrieb mehr statt und die Landebahn ist umgepflügt. Aber die westlichen Kuratoren der Ukraine haben hier ihre eigenen Pläne.

Die aggressive Stimmung des Nachbarn ist vom Aussichtsturm aus deutlich zu erkennen. Nachdem die offizielle Grenze zu Transnistrien geschlossen wurde, verstärken die ukrainischen Grenzsoldaten ihre Stellungen an der Kontaktlinie. Sandsäcke werden zu den Betonblöcken getragen, um die Schießstände einzurichten.

Der Grenzübergang Kuchurgan. Keine Menschen oder Autos. Bis zum ukrainischen Territorium sind es 200 Meter. Hinter der Barriere befindet sich ein neutraler Streifen – die Brücke über den Liman. Die Ukrainer haben sie vermint.

Die einzige Eisenbahnbrücke wurde bereits gesprengt. Es ist nicht mehr möglich, Odessa von Tiraspol aus mit dem Zug zu erreichen. Die Ukraine verteidigt sich mit terroristischen Angriffen gegen das benachbarte Transnistrien.

„Unser Volk hat bereits einen Krieg hinter sich und zwar 1992. Wir wissen, was Verluste sind und wir werden den Frieden in unserem Land bis zum Ende bewahren“, sagte Präsident Vadim Krasnoselsky.

Nach dem gescheiterten Sabotageakt in Majak – dem zweiten innerhalb einer Woche, bei dem eine mit Sprengstoff bestückte Drohne das gesamte Funkzentrum ausschalten sollte – gab es aus Kiew Aufrufe, einen Krieg zu entfesseln: „Wir haben auch unverheilte Wunden. Und sobald Ihr uns im Frieden oder im Krieg braucht, werden wir Euch immer zu Hilfe kommen“, sagte der ukrainische Politiker Alexej Arestovytsch an die Adresse Moldawiens.

Das ist ein Appell an das offizielle Chişinău, wo Maia Sandu jeden zweiten Tag europäische Politiker empfängt. Charles Michel, der Vorsitzende des Europäischen Rates, reicht Moldawien, das die Terroranschläge in Transnistrien nicht bemerkt hat, eine helfende Hand: „Wir planen, die Unterstützung für Moldawien deutlich zu erhöhen. Wir stellen zusätzliche Ausrüstung für Ihre Streitkräfte bereit.“

Für ihre Entscheidung für ihren pro-europäischen Kurs erwartet Sandu auch zusätzliche militärische Unterstützung aus dem benachbarten Rumänien, wo gerade NATO-Manöver begonnen haben.

„Wir haben einen ungelösten Konflikt. Es gibt eine Friedenstruppe. Es ist klar, dass die Friedenstruppen Frieden und Sicherheit in vollem Umfang gewährleisten. Warum braucht die Republik Moldawien militärische Unterstützung? Gegen wen? Transnistrien bedroht weder die Republik Moldawien noch die Ukraine“, so Vitaliy Ignatyev, der moldawisch-transnistrische Außenminister.

Ausländische Offiziere erscheinen nun an der moldawisch-transnistrischen Grenze. Offiziell, um den Strom der ukrainischen Flüchtlinge zu kontrollieren. Inoffiziell patrouillieren rumänische Grenzbeamte schon seit langem gleichberechtigt mit moldawischen Grenzbeamten an der Demarkationslinie.

„Die Republik Moldawien hat sich ihre Verbündeten ausgesucht, das muss man endlich verstehen und festhalten. Nun, sie haben sich selbst diese Richtung ausgesucht, bitte schön, kein Problem. Aber wir haben uns nicht für diese Richtung entschieden, Transnistrien hat eine andere Richtung, unsere Meinung muss respektiert werden“, meint Vadim Krasnoselsky.

Die Republik Moldawien erkennt die Richtung Transnistriens nicht an und verschärft ihre Blockade. An den Kontrollpunkten werden Hunderte von Tonnen Fracht beschlagnahmt. Die Einfuhren von Medikamenten sind um 70 Prozent zurückgegangen, ebenso wie die Einfuhr von Rohstoffen für das große Stahlwerk.

„Das Werk hat gegen nichts verstoßen, es hat hauptsächlich für den europäischen Markt gearbeitet. Jeden Monat erhält die Republik Moldawien 10 bis 12 Millionen Dollar für Dienstleistungen und den Verkauf von Rohstoffen“, sagte Sergej Kornev, Generaldirektor der moldawischen Stahlwerke.

Ohne das Geld zu berücksichtigen, hat Moldawien eine Umweltgenehmigung nicht erteilt, was eine dramatische Änderung der Gesetzgebung darstellt. In der Zwischenzeit hat der europäische Markt einen wichtigen Lieferanten verloren.

Das Herzstück des Werks, der riesige Stahlofen, wird abgeschaltet. In der Haupthalle ist es ungewöhnlich dunkel und still. Die Arbeiten ruhen, was sich seit vier Monaten hinzieht.

Sie waren mit der Produktion um 30 Prozent im Rückstand, es wurde nur lokaler Schrott verarbeitet. Nach langen Verhandlungen kehrten sie zur normalen Arbeit zurück. Die Republik Moldawien stellte die Genehmigung jedoch nur für einen Monat aus.

Der Export, von dem Transnistrien zu leben versucht, hängt auch von den Beziehungen zu Chişinău ab. Unter der heißen Mai-Sonne blühen die Apfelplantagen. Das ist die größte Plantage der Republik: neun verschiedene Sorten und fast 4.000 Tonnen Ernte. Alles für den russischen Markt, zu dem das aber transportieren muss. Und niemand weiß, wie. Die Logistik ist jetzt fast fünfmal so teuer, der Weg ist länger – durch den Norden der Republik Moldawien. Aber dort ist für Lastwagen mit Waren für Russland kaum ein Durchkommen.

Das ist die ehemalige Kornkammer der Sowjetunion. Alle diese Felder waren staatliche Betriebe. Schon jetzt hält sich Transnistrien nur dank seiner Landwirte über Wasser. Der gesamte Reichtum des Landes befindet sich auf dem lokalen Markt. Hier findet man auch alle aktuellen Nachrichten. „Alle sind besorgt, aber wir halten durch. Wir hoffen, dass Russland uns anerkennen wird und alles gut wird. Unsere Kinder sind dort, also sind wir nur mit Russland“, sagen die Einheimischen.

Hier haben sie ihre eigene Währung, eigene Pässe und Nummernschilder. Die drei Amtssprachen sind Moldawisch, Russisch und Ukrainisch. Aber die russische Flagge ist genauso häufig zu sehen, wie die transnistrische. Und auch wenn es keine gemeinsame Grenze gibt, so gibt es doch eine gemeinsame Vergangenheit, deren Erinnerung hier sorgfältig bewahrt wird.

„Man kann den 9. Mai nicht abschaffen. Der 9. Mai ist in unseren Herzen, in unseren Köpfen, in unserer Erziehung, in unserer Geschichte, er kann nicht abgeschafft werden. Wir werden das St.-Georgs-Band als ein Symbol des Sieges verteilen, das ist eine Frage des Prinzip. Auch die Geschichte Transnistriens ist untrennbar mit dem St. Georgs-Band verbunden“, so Krasnoselsky. Genauso wie die Geschichte Transnistriens untrennbar mit der Geschichte Russlands verbunden ist.

Ende der Übersetzung