Westliche Medien und Politiker haben Russland im letzten Sommer beschuldigt, ukrainische Häfen zu blockieren, damit ukrainische Weizenlieferungen an die ärmsten Länder der Welt zu verhindern und so den Hunger als Waffe einzusetzen. Das war zwar von vorne bis hinten gelogen, denn es war die Ukraine, die die Ausfuhr verhindert hat, weil sie im Gegenzug westliche Waffen wollte, aber es war eine recht erfolgreiche, international aufgezogene anti-russische Medienkampagne.

Das Getreideabkommen und der Westen

Als dann das Getreideabkommen abgeschlossen war, zeigte sich wieder einmal, dass die Vorwürfe gegen Russland gelogen waren. Das Getreide, das anschließend aus der Ukraine exportiert wurde, ging fast ausschließlich nach Europa, aber nicht an die hungernden Länder Afrikas. Dort kamen nur etwa drei Prozent an, wie man auf der entsprechenden Seite der UNO nachlesen kann.

Außerdem sah das Getreideabkommen vor, dass der Westen die von seinen Sanktionen geschaffenen Behinderungen für den Export von russischem Getreide und russischen Düngemitteln an die hungernden Staaten aufgibt. Das sind Sanktionen gegen russische Banken, denn ohne Bezahlung kann es keinen Export geben, und das sind Sanktionen gegen russische Häfen und Logistikfirmen, denn irgendwer muss das Getreide und die Düngemittel ja transportieren. Der Westen hat diese Behinderungen jedoch nicht abgeschafft und behindert den Export von russischen Düngemitteln und Getreide auch weiterhin.

Das geht sogar so weit, dass europäische Staaten den Transport russischer Düngemittel verhindern, die nach Verhängung der Sanktionen in europäischen Häfen festgesetzt wurden. Russland hat daraufhin angeboten, diese Düngemittel an die Empfänger in den bedürftigen Ländern zu verschenken, aber die EU-Staaten behindern den Transport trotzdem weiterhin. Darüber habe ich zuletzt Ende Februar am Beispiel von Lettland berichtet, mit dem die UNO über den Abtransport der dringend benötigten Düngemittel verhandelt.

Russland hat nun einer Verlängerung des Getreideabkommens zugestimmt, allerdings nicht um 120 Tage, wie geplant war, sondern nur um 60 Tage. Und Russland hat für eine weitere Verlängerung des Getreideabkommens die Bedingung gestellt, dass der Westen seinen Teil der Verpflichtungen endlich umsetzt. Sollte der Westen das nicht tun, will Russland das Getreideabkommen danach nicht weiter verlängern.

Natürlich ist jedem klar, dass die westlichen Medien darauf nur warten, um Russland dann wieder zu beschuldigen, den Hunger als Waffe einzusetzen. Darauf hat der russische Präsident Putin reagiert und den afrikanischen Staaten zugesagt, ihnen die früher gelieferten Mengen an Getreide in diesem Fall umsonst zu überlassen. Die westlichen Medien haben darüber nicht berichtet und man darf vermuten, dass sie das auch in Zukunft nicht tun werden.

Am Ende dieses Artikels werde ich den Teil von Präsident Putins Rede, die er am 20. März vor der Internationalen Parlamentarischen Konferenz Russlands mit den afrikanischen Staaten gehalten hat, übersetzen, damit die Leser in Deutschland erfahren können, was Putin zu dem Thema gesagt hat.

Schuldenerlass

Außerdem hat Russland den afrikanischen Staaten über 20 Milliarden Dollar Schulden erlassen. Auch das erklärte Putin in seiner Rede, aus der ich am Ende dieses Artikels zitieren werde.

Das Versprechen, afrikanischen Staaten 20 Milliarden Dollar Schulden zu erlassen, hat Putin auf dem großen Russland-Afrika-Gipfel 2019 in Sotschi gegeben und Russland hat sein Versprechen erfüllt. Außerdem hilft Russland vielen afrikanischen Staaten bei der Energieversorgung und in der Sicherheitspolitik, was für den Westen ein Albtraum ist, denn die militärische Zusammenarbeit mit Russland ist für die afrikanischen Staaten effektiver als mit dem Westen.

Nicht zuletzt aus dem Grund haben Staaten wie Mali und andere ehemaligen Kolonien zuletzt die französischen Truppen aus ihren Ländern verwiesen, was in westlichen Medien zu Schnappatmung und hetzerischen Artikeln gegen die russische private Militärfirma Wagner geführt hat, die in den afrikanischen Ländern sehr effektive und gute Arbeit leistet. Um den Einflussverlust irgendwie zu bremsen, wurden sogar Sanktionen gegen Wagner verhängt, was die afrikanischen Länder jedoch nicht davon abhält, die erfolgreiche Zusammenarbeit fortzusetzen.

Es ist daher kein Überraschung, dass sich die afrikanischen Staaten vom Westen ab- und Russland und China zuwenden, denn Russland und China bieten eine ehrliche Zusammenarbeit basierend auf Respekt und gleicher Augenhöhe, während die westlichen Staaten sich immer noch wie Kolonisten aufführen, die den afrikanischen Staaten vorschreiben wollen, wie sie sich politisch und wirtschaftlich zu entwickeln haben.

Putins Aussagen im O-Ton

Ich habe nicht die ganze Rede Putins übersetzt, die er vor der Internationalen Parlamentarischen Konferenz Russlands mit den afrikanischen Staaten gehalten hat, sondern habe mich auf den Teil beschränkt, in dem es um das Getreideabkommen und Fragen der Ernährungssicherheit Afrikas geht.

Beginn der Übersetzung:

Ich betone, dass unser Land alle seine Verpflichtungen bei der Lieferung von Nahrungsmitteln, Düngemitteln, Brennstoffen und anderen Produkten von entscheidender Bedeutung an die Staaten des Kontinents erfüllt und damit einen Beitrag zu deren Nahrungsmittel- und Energiesicherheit leistet. Sie wissen wahrscheinlich, dass wir bereit sind, einen Teil unserer in den europäischen Ländern eingefrorenen Waren, darunter auch Düngemittel, kostenlos zu liefern, wobei die ersten Lieferungen bereits kostenlos an die bedürftigen Länder gegangen sind. Aber leider werden wir auch hier behindert.

Vor allem aufgrund der Bedürfnisse der afrikanischen Länder hat Russland kürzlich zugestimmt, das Istanbuler Abkommen über die Ausfuhr ukrainischer Lebensmittel über das Schwarze Meer und die Aufhebung der Blockade russischer Agrarexporte und Düngemittellieferungen um weitere 60 Tage zu verlängern.

Dabei bestehen wir auf dem Paketcharakter dieses Abkommens – in erster Linie im Interesse afrikanischer und anderer Entwicklungsländer, die große Mengen an Nahrungsmitteln benötigen -, wir bestehen auf der vollständigen Erfüllung der wichtigsten russischen Forderungen, vor allem, wie ich bereits sagte, in dem Bestreben, dass Getreide und Düngemittel an bedürftige afrikanische Staaten und nicht an die satten europäischen Märkte, an die satten europäischen Länder geliefert werden. Von der Gesamtmenge des aus der Ukraine exportierten Getreides gingen 45 Prozent in europäische Länder und nur drei Prozent nach Afrika. Ich sage dazu vielleicht noch zwei Worte.

Ich betone, dass nur die Berücksichtigung unserer Position eine faire und umfassende Umsetzung des Schwarzmeer-Getreideabkommens gewährleisten kann, und davon wird die Frage unserer weiteren Teilnahme abhängen. Dazu möchte ich Sie über folgendes informieren. Vom 1. August 2022 bis zum 20. März dieses Jahres verließen 827 Schiffe die Ukraine, davon sind nur drei Millionen Tonnen Getreide nach Afrika und 1,3 Millionen Tonnen in die ärmsten Länder Afrikas gegangen. Wie ich bereits sagte, gingen fast 45 Prozent an satte europäische Länder, obwohl das Abkommen unter dem Motto präsentiert wurde, dass wir die Interessen Afrikas wahren müssen.

Übrigens möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf die Tatsache lenken, dass zur gleichen Zeit, trotz aller Beschränkungen und Einschränkungen für russische Getreideexporte, fast 12 Millionen Tonnen russisches Getreide nach Afrika geliefert wurden.

Und ich möchte noch etwas hinzufügen. Sollten wir uns nach den 60 Tagen schließlich entschließen, dieses Abkommen nicht zu verlängern, sind wir bereit, die gesamte Menge, die in der vergangenen Zeit in die besonders bedürftigen Länder Afrikas geliefert wurde, von Russland aus kostenlos an diese Länder zu liefern.

Ende der Übersetzung