Dass die BRICS, die von westlichen Medien weitgehend ignoriert werden, immer mächtiger und attraktiver für den Rest der Welt werden, habe ich schon oft berichtet. Derzeit wollen etwa 30 Staaten der Vereinigung beitreten, die sich als eines ihrer Hauptziele gesetzt hat, den Dollar aus ihrem zwischenstaatlichen Handel auszuschließen.

Diese Entwicklung birgt auf mittel- oder langfristige Sicht die Gefahr einer wirtschaftlichen Isolierung des Westens, was der französische Präsident Macron erkannt hat. Daher versucht er, zu dem anstehenden BRICS-Gipfel eingeladen zu werden. Sein zweites Ziel ist der offen verkündete Wunsch einer Spaltung der BRICS, weil er Gespräche mit BRICS-Ländern unter Ausschluss Russlands anbietet.

Südafrika, das derzeit den Vorsitz der BRICS innehat, hat sich bisher nicht zu Macrons Wünschen geäußert.

Über all das hat die russische Nachrichtenagentur TASS berichtet und ich habe die TASS-Meldung übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Medien: Macron bittet den südafrikanischen Präsidenten um Teilnahme am BRICS-Gipfel

Pascal Hérault, Kolumnist der Zeitung l’Opinion, sagte, der Versuch, am Treffen des geschlossenen BRICS-Clubs teilzunehmen, sei ein Zeichen für den Wunsch Frankreichs, seine Verbündeten wie die Staats- und Regierungschefs von Brasilien und Indien zu behalten.

Der französische Präsident Emmanuel Macron erwägt die Teilnahme am bevorstehenden BRICS-Gipfel (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) im August in Johannesburg und hat bereits den südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa deswegen konsultiert. Das berichtete die Zeitung l’Opinion am Montag unter Berufung auf eine Quelle im Elysée-Palast.

De Quelle zufolge hat Macron diese Möglichkeit am 3. Juni in einem Telefongespräch mit Präsident Ramaphosa erörtert. Die Anfrage sei „für seinen Kollegen, der sich Zeit nehmen wird, um sie mit seinen BRICS-Partnern zu besprechen, überraschend gekommen“, heißt es. „Die Teilnahme an diesem Gipfeltreffen wurde tatsächlich in dem Gespräch zwischen den beiden Staatsoberhäuptern erwähnt, aber Pretoria hat nicht angedeutet, ob es dieses Treffen auf andere internationale Staatsoberhäupter ausweiten möchte“, so die Quelle.

Die französische Außenministerin Catherine Colonna wird schon bald nach Südafrika reisen. Es ist nicht auszuschließen, dass sie das Thema ansprechen wird. Darüber hinaus könnte Macron seine Forderung nach einer Teilnahme am BRICS-Gipfel und am Gipfel über einen neuen globalen Finanzpakt wiederholen. Dieser findet am 22. und 23. Juni in Paris statt, und wie die Zeitung schreibt, wird Ramaphosa an der Veranstaltung teilnehmen.

Globales Finanzsystem

Der Versuch von Paris, an dem Treffen des geschlossenen BRICS-Clubs teilzunehmen, zeigt nach Ansicht des Kolumnisten Pascal Hérault den Wunsch Macrons, Verbündete wie die brasilianischen und indischen Staatschefs zu erhalten. „Der Elysee-Palast hat die politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen in der Ära der Konfrontation zwischen China und den USA, die die Welthandelswege neu gestaltet, klar erkannt. Eine Reihe von Ländern klopft bereits an die Tür der BRICS, darunter Argentinien, Algerien, Ägypten, Indonesien, Kasachstan, Nigeria, Saudi-Arabien, Senegal, Thailand und die Vereinigten Arabischen Emirate“, schreibt der Experte.

„Die Dominanz des Dollars und die von den USA verhängten Sanktionen haben Auswirkungen auf die geopolitische Ebene und auf die Finanzierung der Volkswirtschaften des Südens“, so ein Berater des französischen Staatschefs gegenüber der Publikation. „Das führt zu Spannungen und Unzufriedenheit, auch in den europäischen Ländern, deren Unternehmen ebenfalls von den extraterritorialen Gesetzen der USA betroffen sind. Wir sehen, dass die BRICS mehr und mehr an Macht gewinnen. Frankreich und die EU sollten einen Dialog mit dieser Organisation auf sehr hoher Ebene aufnehmen“.

Die für Ende Juni in Paris geplante Finanzkonferenz soll die nächste Plattform für diesen Dialog sein, auf der Frankreich versucht, die BRICS-Mitglieder mit Ausnahme von Russland zusammenzubringen. Ziel der Veranstaltung ist es, sich über die Reform des globalen Finanzsystems zu verständigen und Vorschläge zu entwickeln, die dann in anderen Dialogforen diskutiert werden sollen, heißt es in der Zeitung. Gleichzeitig will Paris den Vorschlägen Chinas aufmerksam zuhören, das einen Schuldenerlass für die afrikanischen Länder fordert und erwartet, dass die internationalen Finanzinstitutionen sich bereit erklären, den ersten Schritt zu tun.

Ende der Übersetzung