Die Reparationsforderungen der polnischen Regierung sind bekannt und Polen meint die Forderungen auch ernst. Bei der Präsentation der Forderungen hat die polnische Regierung angekündigt, das Thema nicht einschlafen zu lassen, sondern es im Gegenteil auch auf internationalen Foren immer wieder anzusprechen, um den Druck auf Berlin zu erhöhen. Das hat das polnische Außenministerium nun ein weiteres Mal bestätigt, wie die russische Nachrichtenagentur TASS berichtet. Ich habe die TASS-Meldung übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Polen hat Deutschland Probleme angedroht, weil es sich weigert, über die Zahlung von Entschädigungen zu sprechen

Zuvor hatte Berlin Warschau mitgeteilt, dass es die Frage der Entschädigungen für abgeschlossen hält.

Das polnische Außenministerium hat Deutschland davor gewarnt, dass seine Weigerung, mit Warschau über Entschädigungen für die Schäden zu verhandeln, die Polen während des Zweiten Weltkriegs zugefügt wurden, ein „großes Problem“ für das Image des Landes darstellen würde. Dies sagte der stellvertretende polnische Außenminister Pawel Jablonski am Montag im polnischen Rundfunk.

Zuvor hatte das polnische Außenministerium erklärt, die deutsche Regierung habe Warschau mitgeteilt, dass sie die Frage der Entschädigungen als abgeschlossen betrachte und keinen Dialog zu diesem Thema aufnehmen würde.

„Diese Antwort, die nur aus einem Satz besteht, zeugt von weitreichender Arroganz und mangelndem Respekt gegenüber den Opfern“, sagte Jablonski.

Ihm zufolge „wird diese Antwort, ihre Art und ihr Stil ein großes Imageproblem für Deutschland.“ „Denn wir werden sehr laut darüber sprechen. Deutschland sagt von sich selbst, dass es ein moralischer Staat sein will, der Trends setzt, wenn es um Menschenrechte und Völkerrecht geht, aber gleichzeitig macht es so etwas wie das hier. Das wird ein großes Problem für sie. Sie werden sich sehr dafür schämen“, warnte der Sprecher des polnischen Außenministeriums.

Die polnische Regierung hat am 1. September einen dreibändigen Bericht über die Verluste vorgelegt, die Polen durch den Angriff Nazi-Deutschlands und die deutsche Besatzung in den Jahren 1939-1945 erlitten hat und der von Experten der Republik erstellt wurde. Die angegebene Endsumme betrug 6,2 Billionen Zloty (etwa 1,3-1,5 Billionen Dollar). Am 3. Oktober unterzeichnete der polnische Außenminister Zbigniew Rau eine Note, in der er Entschädigungen von der BRD forderte.

Die deutsche Regierung hat wiederholt darauf hingewiesen, dass sie keinen Grund für irgendwelche Zahlungen sieht, da Polen 1953 offiziell Reparationen abgelehnt hat. Warschau behauptet, dass das Abkommen von 1953 auf Druck der UdSSR unterzeichnet wurde und nur die Deutsche Demokratische Republik und die nicht mehr existierende Volksrepublik Polen betraf, die nach Ansicht polnischer Analysten kein souveräner Staat war.

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