Die russische Nachrichtenagentur TASS veröffentlicht fast jeden Abend eine Zusammenfassung der Ereignisse des Tages in und um die Ukraine. Ich versuche, möglichst jede Zusammenfassung zu übersetzen, auch wenn ich nicht garantieren kann, dass ich das jeden Tag leisten kann, zumal die Zusammenfassung mal am frühen Abend, mal spät in der Nacht erscheint.

Hier übersetze ich die Zusammenfassung des 5. Juli.

Beginn der Übersetzung:

Anspannung beim AKW und verdeckte CIA-Operationen: Die Entwicklungen rund um die Ukraine

Die Spannungen rund um das Kernkraftwerk Saporoschschje bleiben wegen möglicher Provokationen durch Kiew hoch, die Folgen einer Sabotage könnten katastrophal sein, warnte der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow. Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, erklärte, die Experten der Organisation hätten keine Anzeichen dafür gefunden, dass die russische Seite das Kraftwerk vermint habe.

Rebeca Greenspan, Generalsekretärin der Handels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen (UNCTAD), äußerte sich besorgt über eine mögliche Nichtverlängerung des Getreideabkommens über den 17. Juli hinaus. Russland habe noch keine endgültige Entscheidung in dieser Angelegenheit getroffen, aber es gebe keine Gründe für eine Verlängerung der Vereinbarung, sagte Peskow.

Der US-Geheimdienst Central Intelligence Agency (CIA) ist aktiv in den Konflikt in der Ukraine involviert und agiert als „wichtigster Vermittler“, berichtete das Magazin Newsweek unter Berufung auf US-Geheimdienstmitarbeiter.

Die TASS hat die wichtigsten Entwicklungen rund um die Ukraine zusammengestellt.

Verlauf der Operation

Russische Truppen haben am vergangenen Tag 15 Angriffe der ukrainischen Streitkräfte bei Donezk, Süd-Donezk und Saporoschschje zurückgeschlagen und setzten auch die aktiven Kampfhandlungen bei Krasnoliman und Kupjansk fort, sagte Generalleutnant Igor Konaschenkow, der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums.

Die Gesamtverluste des Gegners beliefen sich auf etwa 760 Soldaten.

Vier Panzer, drei Schützenpanzer und andere gepanzerte Fahrzeuge sowie verschiedene Artilleriewaffen der ukrainischen Streitkräfte, darunter drei US-amerikanische Artilleriesysteme vom Typ M777 und zwei polnische Panzerabwehrgeschütze vom Typ Krab, wurden zerstört.

Beschuss von Makejewka

Die ukrainischen Streitkräfte haben Makejewka in der Volksrepublik Donezk mit einem massiven Sperrfeuer aus Mehrfachraketenwerfern beschossen. Dabei kam ein Anwohner ums Leben und mindestens 68 Menschen wurden verletzt, darunter drei Kinder, die durch Glassplitter leicht verwundet wurden, so die Behörden.

Neun Gesundheitseinrichtungen und mehrere Wohngebäude seien beschädigt worden, hieß es.

Die Lage um das AKW Saproschschje

Bei der jüngsten Inspektion des Kernkraftwerks Saproschschje haben die Mitarbeiter der IAEO keine Anzeichen für eine Verminung in der Anlage gefunden, so der Generaldirektor der Organisation. Er fügte hinzu, dass die Experten der Agentur zusätzlichen Zugang zu mehreren Einrichtungen des AKW beantragt haben. „Insbesondere wird Zugang zu den Dächern der Reaktorblöcke 3 und 4 sowie zu Teilen der Turbinenhallen und einigen Teilen des Kühlsystems der Anlage benötigt“, so Grossi.

Die Lage rund um das AKW sei angespannt und es bestehe eine große Gefahr von Sabotageakten durch das Kiewer Regime, sagte der Sprecher des Präsidenten und fügte hinzu, dass die Folgen eines Sabotageaktes katastrophal sein könnten. Er wies darauf hin, dass Kiew „wiederholt seine Bereitschaft gezeigt habe, vor nichts Halt zu machen“. „Das haben wir erst kürzlich bei der Sprengung des Wasserkraftwerks Kachowka gesehen, ebenfalls mit schrecklichen Folgen, und deshalb werden natürlich alle Maßnahmen ergriffen, um dieser Bedrohung zu begegnen“, sagte Peskow.

Der stellvertretende NATO-Generalsekretär Mircea Joanet sagte, der NATO lägen keine Informationen über einen bevorstehenden Angriff auf das AKW vor. „Es gibt keine Informationen, die die Unmittelbarkeit einer solchen Aktion bestätigen, was unverantwortlich wäre und eine große Eskalation bedeuten würde“, sagte er gegenüber Digi24. „Wir sehen zum jetzigen Zeitpunkt keine unmittelbare Bedrohung“, fügte Joanet hinzu.

Getreideabkommen

Die Generalsekretärin von UNCTAD hat ihre Besorgnis über die mögliche Nichtverlängerung des Getreideabkomens nach dem 17. Juli zum Ausdruck gebracht. Sie sagte, die UNO sei „entschlossen, alle Anstrengungen zu unternehmen, um diese Vereinbarungen fortzusetzen“. Greenspan sagte, sie werde Russland möglicherweise noch vor dem 17. Juli besuchen, fügte aber hinzu, dass die Reise „noch nicht bestätigt“ worden sei.

Der türkische Außenminister Hakan Fidan sagte, Ankara sei für eine Verlängerung des Getreideabkommens. Er sagte, das Abkommen habe dazu beigetragen, eine weltweite Nahrungsmittelkrise zu verhindern.

Der Teil des Getreideabkommens über die russischen Exporte sei nicht erfüllt worden, so dass es keinen Grund gebe, das Abkommen jetzt zu verlängern, sagte Peskow. Er stellte klar, dass Russland seine Entscheidung über das Schicksal des Abkommens noch nicht offiziell bekannt gegeben habe. „Wir werden sie rechtzeitig bekannt geben, solange noch Zeit ist“, sagte der Kreml-Sprecher.

Die Ukraine als Testgelände

Die Kämpfe in der Ukraine haben den westlichen Partnern die Möglichkeit gegeben, ihre Waffen in direkter Konfrontation mit russischen Waffen zu testen, so der ukrainische Verteidigungsminister Alexej Resnikow gegenüber der Financial Times. Ihm zufolge können Kiews westliche Verbündete „sehen, ob ihre Waffen funktionieren, wie effektiv sie arbeiten und ob sie modernisiert werden müssen“. „Man kann sich kein besseres Testgelände für die globale Militärindustrie vorstellen“, so Resnikow.

Der Leiter des ukrainischen Verteidigungsministeriums räumte ein, dass die Partner Kiews ständig nach „Gegenmaßnahmen“ suchen müssen, da russische Spezialisten lernen, wie sie westliche Ausrüstung überwinden können. Er wies darauf hin, dass GPS-korrigierte Artilleriegranaten und MLRS-Raketen eine hohe Genauigkeit aufweisen, die russischen Streitkräfte jedoch über ernstzunehmende elektronische Kriegsführungssysteme verfügen und Wege gefunden haben, die Signale für die Zielerfassung zu stören.

Kiew ist unzufrieden

Die derzeitigen Kämpfe in der Ukraine sind für den Westen ein „goldener Lottoschein“, denn „ein anderes Land bekämpft seinen strategischen Gegner auf seinem eigenen Territorium“, so Michail Podoljak, ein Berater des ukrainischen Präsidentenbüros.

Er tadelte die westlichen Partner dafür, dass Entscheidungen über Waffenlieferungen an die Ukraine nach Ansicht Kiews zu langsam getroffen würden. „Jede Entscheidung muss buchstäblich mit den Zähnen herausgebissen werden, wobei Monate mit leerem Geschwätz und Informationskampagnen der Lobbyisten vergeudet werden. Das ist fantastisch“, empörte sich Podoljak.

Die Ukraine und die NATO

Das Nordatlantische Bündnis hat seinen Beschluss bestätigt, einen Ukraine-NATO-Rat einzurichten, dessen erste Sitzung am 12. Juli, dem zweiten Tag des Gipfels der Staats- und Regierungschefs des Bündnisses, in Vilnius stattfinden wird.

Laut der offiziellen Tagesordnung des Gipfels wird auch Schweden, ein Kandidat für den Beitritt zur Allianz, an dem Treffen teilnehmen.

Zuvor hatte der litauische Präsident Gitanas Nauseda erklärt, dass Kiew in Vilnius keine Einladung in die Allianz erhalten werde, dass die NATO-Länder aber „in den verbleibenden Tagen vor dem Gipfel Formulierungen finden werden, die die Ukraine nicht enttäuschen werden“.

CIA-Operationen

Die CIA ist stark in den Konflikt in der Ukraine involviert und fungiert als „wichtigster Vermittler“, berichtete das Magazin Newsweek unter Berufung auf US-Geheimdienstmitarbeiter. „In der Ukraine herrscht ein geheimer Krieg mit geheimen Regeln <…>, in dem die CIA als wichtigster Spion, Verhandlungsführer, Lieferant und Spion eine wichtige Rolle spielt“, zitierte die Zeitschrift einen hochrangigen Beamten in der Regierung von US-Präsident Joe Biden.

Einem anderen US-Geheimdienstmitarbeiter zufolge „ist die CIA sehr stark in den Konflikt involviert, ohne das grundlegende Versprechen der Biden-Administration zu verletzen“, dass das US-Militär nicht direkt in den Konflikt verwickelt wird.

Wie Newsweek berichtet, haben die USA zur verdeckten Unterstützung Kiews zwei Versorgungsnetze eingerichtet, von denen eines verdeckt ist. So liefern Schiffe Waren an Häfen in Belgien, den Niederlanden, Deutschland und Polen, von wo aus die Fracht auf dem Straßen-, Schienen- und Luftweg in die Ukraine geliefert wird. Das Magazin weist auch darauf hin, dass kommerzielle Flugzeuge heimlich Mittel- und Osteuropa überqueren, „um Waffen zu transportieren und CIA-Operationen zu unterstützen“.

Ende der Übersetzung