Der Kaukasuskrieg von 2008 wird vom Westen bis heute als Beleg für die angebliche russische Aggressivität angeführt, obwohl ein Untersuchungsbericht der EU schon im September 2009 feststellte, dass der Aggressor Georgien gewesen ist, das das Gebiet völkerrechtswidrig angegriffen hat, während Russlands anschließende Reaktion vom Völkerrecht gedeckt war.

Darüber berichte ich, seit ich den Anti-Spiegel 2018 eröffnet habe, weil das eines der vielen Beispiele ist, die anschaulich zeigen, wie sehr Medien und Politiker im Westen lügen, wenn es um Russland geht.

Aus Anlass des Jahrestages der Ereignisse hat die russische Nachrichtenagentur TASS am Freitag an den kurzen Krieg erinnert und in einem Artikel die Chronologie der Ereignisse aufgeführt. Dazu ist anzumerken, dass sich die Aussagen der TASS exakt mit dem decken, was die EU 2009 in ihren Untersuchungsbericht geschrieben hat, an den man sich im Westen heute nicht mehr erinnern will. Ich habe den TASS-Artikel übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Den Frieden erzwingen: Wie Russland den Krieg in Südossetien beendete

In der Nacht des 8. August 2008 begannen georgische Streitkräfte mit massivem Artilleriebeschuss auf Zchinwali, die Hauptstadt Südossetiens, und griffen die in der Region stationierten russischen Friedenstruppen an. Zum Schutz seiner Bürger entsandte Russland Truppen in das Konfliktgebiet. Die Kämpfe dauerten fünf Tage und endeten mit der Flucht der georgischen Armee. Zum Jahrestag der tragischen Ereignisse erinnert die TASS an die Geschichte des Konflikts, in dessen Folge Russland die Souveränität Südossetiens und Abchasiens anerkannte.

„Seit der Antike wurde das Gebiet des heutigen Südossetiens von den Vorfahren der Osseten bewohnt, von iranischsprachigen Stämmen der skythisch-sarmatisch-alanischen Volksgruppe“, heißt es auf der Website des Außenministeriums der Republik Südossetien. „Südossetien war nie Teil eines georgischen Staates, sondern Teil eines mächtigen Stammesverbandes nordkaukasischer Iraner, die im Mittelalter ihre Politik in Transkaukasien über diese Region verfolgten.“

„1774 unterwarf sich das ossetische Volk mit all seinen Gebieten freiwillig dem Russischen Reich und 1843 wurde im südlichen Teil Ossetiens der Ossetische Bezirk als Teil des Gouvernements Tiflis gebildet, das in das administrativ-territoriale System Russlands eingegliedert wurde“, erinnerte das russische Außenministerium.

Das Außenministerium fügte hinzu, dass die georgische Führung nach dem Zusammenbruch des Russischen Reiches 1917 versuchte, den südlichen Teil Ossetiens zu annektieren. 1920 griff Georgien daraufhin dessen Begiet an, wobei etwa 20.000 Menschen starben und mehr als 50.000 zu Flüchtlingen wurden. Mit der Gründung der Sowjetunion wurde Südossetien als Autonome Region Südossetien Teil der Georgischen SSR, Nordossetien wurde Teil der Russischen Sowjetrepublik.

Am 10. November 1989 wurde die Autonome Region Südossetien durch Beschluss des Rates der Volksdeputierten zu einer autonomen Republik innerhalb der Georgischen SSR. Die georgische Regierung erkannte die neue Einheit nicht an, und georgische Nationalisten begannen eine viermonatige Blockade der Hauptstadt Zchinwali. Nach der Ausrufung der Republik durch das Parlament Südossetiens im September 1990 erklärte der Oberste Rat der Georgischen SSR am 10. Dezember desselben Jahres die Auflösung der Autonomen Region Südossetien und verlegte Truppen in die Region. Es kam zu einer bewaffneten Auseinandersetzung, in deren Verlauf bis zum Sommer 1992 auf beiden Seiten des Konflikts bis zu 4.000 Menschen starben und über 100 südossetische Dörfer niedergebrannt wurden.

Der Krieg wurde durch ein Abkommen beendet, das der russische Präsident Boris Jelzin, der Vorsitzende des Staatsrats der Republik Georgien Eduard Schewardnadse, sowie Vertreter Süd- und Nordossetiens unterzeichneten. Anschließend wurden russisch-georgisch-nordossetische Friedenstruppen in das Konfliktgebiet entsandt.

Außerdem wurde eine Gemeinsame Kontrollkommission zur Beilegung des georgisch-ossetischen Konflikts eingerichtet, an der die OSZE als Beobachter teilnahm. Gleichzeitig fanden im Januar 1992 und im September 2006 in Südossetien Referenden statt, bei denen sich über 99 Prozent der Wähler für die Unabhängigkeit der Republik aussprachen.

Saakaschwilis Eskalation

Im November 2003 kam infolge der „Rosenrevolution“ die Opposition in Georgien an die Macht und im Januar 2004 wurde Michail Saakaschwili Präsident des Landes. Unter dem neuen Präsidenten kam es zu einer starken Erhöhung des Militärbudgets (von 18 Millionen Dollar im Jahr 2002 auf 900 Millionen Dollar im Jahr 2007, also auf das Fünfzigfache), die Anschaffung von Angriffswaffen nahm rapide zu und im Juli betrug die Zahl der Soldaten der georgischen Armee 37.000 Mann. Die USA, Großbritannien und europäische Länder beteiligten sich aktiv an der Aufrüstung Georgiens. 2008 erhielt das Land besonders viele Waffen aus der Ukraine. Gleichzeitig wurde Kriegsmaterial oft zu reduzierten Preisen oder kostenlos nach Tiflis geliefert.

„Im März 2007 begann der Bau eines neuen Militärstützpunkts in Gori, praktisch an der Grenze zu Südossetien“, erinnert der ehemalige nordossetische Präsident Alexander Dsasochow. „Die Aktivitäten der gemeinsamen Friedenstruppen im georgisch-ossetischen Konfliktgebiet waren kompliziert. Das georgische Bataillon wurde endgültig der Kontrolle des einheitlichen Kommandos entzogen. Die Rotation georgischer Soldaten diente dazu, sich mit dem Schauplatz künftiger Militäroperationen vertraut zu machen“.

Nach Dsasochows Erinnerungen kam es im Juni/Juli 2008 zu einer scharfen Eskalation der Spannungen nahe der Grenze zu Südossetien. „Bereits am 3. Juli eroberten georgische Truppen mehrere strategische Höhen in Südossetien und richteten dort Feuerstellungen ein, von denen aus sie das Gebiet regelmäßig beschossen“, sagte der ehemalige Präsident Nordossetiens und verwies auf Russlands diplomatische eilige Bemühungen zur Lösung des Konflikts, die im Westen auf keine Unterstützung stießen. „Bis zum 7. August war eine Angriffsgruppe von Spezialkräften des georgischen Innenministeriums und des georgischen Verteidigungsministeriums, darunter drei Armeebrigaden mit 75 Panzern, Raketen- und Artilleriebataillonen mit Grad-Raketenwerfern, nahe der Grenze zu Südossetien, im Zuständigkeitsbereich der Friedenstruppen und der ehemals entmilitarisierten Zone konzentriert“, berichtete Dsasochow.

Georgien beginnt

In der Nacht des 8. August 2008 startete Georgien die Militäroperation „Sauberes Feld“ gegen Südossetien. Am 7. August um 23:40 Uhr begann ein massiver Angriff auf Zchinwali. Nach Mitternacht gerieten russische Friedenstruppen unter Beschuss von Mörsern, Mehrfachraketenwerfern und georgischen Panzern, die sowohl ihre Standorte als auch ihr Hauptquartier in der Hauptstadt Südossetiens unter Beschuss nahmen.

Die Militäroperation wurde unter Beteiligung amerikanischer Militärexperten vorbereitet. Das georgische Militär sollte zwei russische Friedensbataillone unter Feuer nehmen, Zchinwali durch die Besetzung der Kommandohöhen blockieren, die südossetischen Streitkräfte vernichten und in den folgenden Tagen den Roki Tunnel (die einzige Autoverbindung zwischen Südossetien und Russland) zerstören und die Kontrolle über die Republik übernehmen. Anschließend sollten die Militäraktionen nach Abchasien verlegt werden, eine weitere Region, die ihre Unabhängigkeit von Georgien erklärt hatte.

Experten erinnern daran, dass Georgien den Zeitpunkt des Angriffs perfekt gewählt hatte: Die russischen Truppen hatten gerade die Übungen “Kaukasus 2008” und die georgischen Truppen “Immediate Response 2008” abgeschlossen, allerdings deutlich früher, was ihnen Gelegenheit gab, sich auf die Kampfhandlungen vorzubereiten. Genau am 8. August 2008 wurden die Olympischen Spiele in Peking eröffnet, deswegen richtete sich die Aufmerksamkeit der Geheimdienste und der Medien darauf.

Die georgische Streitkräfte starteten die Offensive in mehrere Richtungen, drangen in Zchinwali ein und griffen Südossetien aus der Luft an. Um 11:00 Uhr bat der Sicherheitsrat der nicht anerkannten Republik Russland um Hilfe. Bis zum Mittag hatten Einheiten der georgischen Streitkräfte das Gebiet einer russischen Blauhelmstellung erobert, während Kämpfer in der zweiten Stellung einen Angriff nach dem anderen abwehrten und dabei zwei Männer verloren.

Russland greift ein

„Die Situation hat einen Punkt erreicht, an dem georgische Friedenstruppen auf russische Friedenstruppen geschossen haben, mit denen sie ihre Mission zur Wahrung des Friedens in der Region erfüllen sollten“, sagte der damalige russische Präsident Dmitri Medwedew in einer Ansprache am 8. August. „Derzeit sterben in Südossetien Zivilisten, Frauen, Kinder und alte Menschen, und die meisten von ihnen sind Bürger der Russischen Föderation. <…> Wir werden nicht zulassen, dass unsere Landsleute sterben, und niemand dafür bestraft wird. Die Verantwortlichen werden bestraft, wie sie es verdienen”.

Russland erfüllte seine Verpflichtungen aus dem Abkommen von 1992 und wahrte das Recht auf Selbstverteidigung gemäß Artikel 51 der UN-Charta. Es entsandte die russischen Streitkräfte zur Unterstützung der russischen Friedenstruppen und startete eine Operation, um Georgien zum Frieden zu zwingen. Bereits am Abend des 8. August begannen sie Kämpfe mit Einheiten der georgischen Streitkräfte und sie festigten ihre Stellungen am Rande der Hauptstadt.

Am nächsten Tag zogen sich die georgischen Streitkräfte aus Zchinwali zurück, versuchten, ihre Stellungen an neuen Linien zu festigen und setzten den Beschuss der Stadt fort. Sowohl die Verstärkungseinheiten der russischen Streitkräfte als auch die Kolonnen südossetischer Flüchtlinge wurden mit Artillerie angegriffen.

Schiffe der Schwarzmeerflotte näherten sich der Küste Abchasiens. Gleichzeitig entdeckte eine Gruppe der russischen Marine, bestehend aus zwei großen Landungsschiffen, einem kleinen U-Boot-Abwehrschiff und einem kleinen Raketenschiff, mehrere sich nähernde georgische Schnellboote. Nachdem die Moskitoflotte des Gegners den zuvor deklarierten 50-Kilometer-Sicherheitsabstand verletzt hatte, eröffnete das kleine Raketenschiff „Mirage“ das Feuer auf die Ziele. Zwei Boote wurden versenkt, die übrigen flohen.

Am Abend des 9. August brachen georgische Einheiten, die auf Widerstand des russischen Militärs und südossetischer Streitkräfte gestoßen waren, ihre Offensive ab und begannen, sich in den eroberten Stellungen einzugraben. Am 10. August trafen weiterhin Spezialeinheiten, motorisierte Schützen- und Luftlandetruppen in Südossetien ein. Am 11. August begannen die russischen Streitkräfte mit der Bildung einer Pufferzone, um den Beschuss von Zchinwali zu stoppen, und befreiten südossetische Dörfer. Die russische Luftwaffe unterdrückte die Luftabwehr der georgischen Armee und zerstörte wichtige Einrichtungen. Am Abend erreichten russische Einheiten die Region Gori und am 12. August die Tiflis-Autobahn. Dabei eroberten sie mehrere Militärstützpunkte und zahlreiche Trophäen, darunter Panzer.

Am selben Tag verkündete Dmitri Medwedew das Ende der Operation, die Georgien zum Frieden zwingen sollte. „Das Ziel der Operation wurde erreicht. Die Sicherheit unserer Friedenstruppen und der Zivilbevölkerung ist wiederhergestellt. Der Aggressor wurde bestraft und hat erhebliche Verluste erlitten. Seine Streitkräfte sind desorganisiert“, sagte er.

Frieden in Südossetien

Infolge der georgischen Aggression wurden 64 russische Soldaten getötet, darunter zwölf Soldaten der Friedenstruppen, und mehr als 300 verletzt. Die Zahl der zivilen Opfer betrug etwa 1.500, Zehntausende wurden obdachlos und waren ohne Nahrung, und 35.000 Flüchtlinge gelangten nach Russland.

Am 12. August 2008 einigten sich die Präsidenten Russlands und Frankreichs, Dmitri Medwedew und Nicolas Sarkozy, auf Grundsätze für eine friedliche Beilegung des Konflikts, die später ergänzt wurden. Am 26. August unterzeichnete der russische Präsident das Dekret Nr. 1261 „Über die Anerkennung der Republik Südossetien“. Bis heute wurde die Republik auch von Nicaragua, Venezuela, Nauru und Syrien anerkannt.

„Das Wichtigste, was durch die historische Entscheidung der russischen Führung, die Unabhängigkeit Südossetiens anzuerkennen, erreicht wurde, ist die Gewährleistung von Frieden und Sicherheit für die Bewohner der Republik“, sagte der Präsident der Republik Alan Gagloew in einem Interview mit der TASS. „Südossetien wurde von der Bedrohung durch Zerstörung befreit und erhielt die Chance auf eine friedliche Entwicklung. Der tägliche Tod von Zivilisten, Terroranschläge, Artilleriebeschuss, Zerstörung und Blockaden – all diese Schrecken gehören der Vergangenheit an.“

Russland unterstützt den Wiederaufbau des von georgischen Truppen zerstörten Zchinwali und seiner Wirtschaft und stellte dafür zwischen 2008 und 2014 über 43 Milliarden Rubel bereit. Moskau investiert zudem in verschiedene Projekte, versorgt die Republik mit Gas, und es besteht ein Abkommen über die doppelte Staatsbürgerschaft zwischen Südossetien und Russland.

Die Position der georgischen Regierung, die Russland nach dem Angriff auf Südossetien der Aggression beschuldigte – dieselbe Agenda haben auch die westlichen Medien propagiert – hat sich geändert. 2024 erklärte der georgische Premierminister Irakli Kobachidse, die Führung des Landes könne die Tatsache nicht vertuschen, dass Saakaschwili den Krieg in Südossetien entfesselt habe. „Wir werden auf jeden Fall die Kraft finden, uns dafür zu entschuldigen, dass die verräterische Nationalbewegung im Jahr 2008 auf Anweisung [des Auslands] unsere ossetischen Brüder und Schwestern in Flammen aufgehen ließ“, sagte Bidsina Iwanischwili, Gründer und Ehrenvorsitzender der regierenden Partei „Georgischer Traum – Demokratisches Georgien“.

Ende der Übersetzung