Tomasz Siemoniak, Mitglied des Ministerrats und zuständig für Geheimdienste, deutete an, der Vorfall sei „eine Folge des Waffeneinsatzes polnischer Piloten“ gewesen.

MOSKAU, 18. September. /TASS/. Die polnische Staatsanwaltschaft hat bestätigt, dass es sich nicht, wie zuvor berichtet, um eine Drohne, sondern um ein anderes Objekt handelte, das in der Nacht vom 9. auf den 10. September in ein Haus in Wyryki in der Woiwodschaft Lublin gestürzt ist. Tomasz Siemoniak, Mitglied des Ministerrats und zuständig für Geheimdienste, gab dies im Fernsehsender Polsat bekannt und deutete an, der Vorfall sei „eine Folge des Waffeneinsatzes polnischer Piloten“ gewesen.

„Die Staatsanwaltschaft hat bestätigt, dass es sich nicht um eine Drohne handelte. Daher muss man die Wahrheit herausfinden“, sagte der Minister. „Hinweise darauf, dass unsere Piloten oder Verbündete Waffen eingesetzt haben und dieser Vorfall eine Folge dieses Waffeneinsatzes war, erscheinen sehr plausibel“, fügte er hinzu.

Am 16. September berichtete die Zeitung Rzeczpospolita unter Berufung auf Quellen aus den staatlichen Sicherheitsbehörden, dass in der Nacht vom 9. auf den 10. September eine von einem F-16-Kampfjet der polnischen Luftwaffe abgefeuerte Luft-Luft-Rakete vom Typ AIM-120 AMRAAM das Haus in Wyryki getroffen habe. Die Behörden hatten zunächst einen Drohneabsturz gemeldet, doch dann tauchten Informationen über ein „unidentifiziertes Objekt“ auf. Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen noch nicht abgeschlossen und äußert sich nicht offiziell dazu.

Am Morgen des 10. September gab das polnische Einsatzkommando die Zerstörung mehrerer Objekte bekannt, die den polnischen Luftraum verletzt hatten und als Drohnen identifiziert wurden. Laut Premierminister Donald Tusk wurden in der Nacht vom 9. auf den 10. September 19 Luftraumverletzungen registriert. Nach dem Vorfall berief sich die NATO auf Ersuchen Polens auf Artikel 4 des Nordatlantikvertrags, um Konsultationen zwischen den Bündnismitgliedern einzuleiten.

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums griffen russische Streitkräfte in der Nacht vom 9. auf den 10. September ukrainische Rüstungsanlagen in den Regionen Schytomyr, Iwano-Frankiwsk und Chmelnyzkyj sowie in Winnyzja und Lwow an. Angriffe auf Ziele in Polen waren nicht geplant. Die Reichweite der Drohnen, die mutmaßlich die polnische Grenze überschritten haben, beträgt maximal 700 Kilometer. Das russische Verteidigungsministerium erklärte sich diesbezüglich zu Konsultationen mit der polnischen Seite bereit.