Der ukrainische Korruptionsskandal hat eine US-amerikanische Komponente, denn das NABU, das den Skandal aufgedeckt hat, wird von den USA kontrolliert. In den USA war der Skandal letzte Woche daher ebenfalls ein beherrschendes Thema und er beherrschte auch den Bericht des USA-Korrespondenten, den das russische Fernsehen am Sonntagabend in seinem wöchentlichen Nachrichtenrückblick gesendet hat und den ich wie jede Woche übersetzt habe.

Beginn der Übersetzung:

Vielsagendes Schweigen: Das Weiße Haus beantwortet Selenskys Anrufe nicht

Nun scheint Amerika gegen Selensky einen tödlichen Prozess einzuleiten, dessen Ziel es ist, ihn politisch und moralisch zu zerstören, ihn zum Gespött zu machen und ihn als Verräter an allen und jedem in die Geschichte eingehen zu lassen, als blutrünstigen Narren, der keinerlei Verantwortung tragen kann.

Für das breite amerikanisches Publikum ist die Entzauberung der Kiewer Clowns schmerzhaft, doch die Fakten lassen sich nicht leugnen und in den Medien findet man Schlagzeilen wie „Säcke voller Bargeld und eine goldene Toilette: Korruptionskrise verzehrt die Regierung Selensky“. Unter solchen Schlagzeilen wird der schockierten US-amerikanischen Öffentlichkeit nun von Diebstahl und Geldwäsche in der Ukraine berichtet. Und davon, wie der gestrige „heldenhafte Führer“ in dem naiven Glauben, Washington würde ihn auch dieses Mal decken, feige versucht hat, die Ermittlungen zu behindern.

ABC beispielsweise berichtete: „Erst vor wenigen Monaten hat Selensky versucht, die Befugnisse zweier wichtiger Antikorruptionsbehörden, die diese Ermittlungen leiteten, einzuschränken. Er gab erst unter dem Druck der internationalen Gemeinschaft nach.“

Im Unterschied zu europäischen Staats- und Regierungschefs nimmt das Weiße Haus die Anrufe des panischen Selensky nicht entgegen. Und noch beunruhigender ist, dass sich offizielle Stellen in Washington nicht zu den ersten Ergebnissen der Kiewer Ermittlungen äußern. Selensky versucht eilig herauszufinden, was dieses vielsagende Schweigen seiner Russland hassenden Freunde in den USA bedeutet.

Ein dringendes Videotelefonat mit den Senatoren Graham, Blumenthal und Shaheen, das Selensky veröffentlichte, sollte den loyalen ukrainischen Soldaten in den Gräben und den getäuschten Ukrainern im Hinterland zeigen, dass Amerika weiterhin an ihrer Seite steht. Senator Lindsey Graham versprach in dem Gespräch: „Wir werden uns voll und ganz darauf konzentrieren, Ihnen militärische Fähigkeiten zur Verfügung zu stellen, die Putins Kriegsmaschinerie weiter schwächen werden. Wir werden auch daran arbeiten, Putin noch mehr zu isolieren, als jetzt.“

Selensky dankte ihnen fröhlich.

Gleichzeitig unterrichtete Selenskys Stabschef Jermak in Kiew Julie Davis, die US-Geschäftsträgerin in der Ukraine, und versuchte ihr zu erklären, dass das Anheizen des Korruptionsskandals Russland in die Hände spielt.

Und in Washington verteidigte sich die ukrainische Botschafterin in den USA Stefanischina live im Fernsehen hilflos gegen den Vorwurf, mit dem Blut ihrer Landsleute Gelder gestohlen zu haben. Die Journalistin fragte sie: „Was werden Sie den Abgeordneten hier in den USA sagen, die das als Rechtfertigung für eine mögliche Kürzung der Hilfszahlungen an die Ukraine sehen könnten?“

„Wir stehen selbstverständlich mit zahlreichen Personen im Kongress und im Senat in Kontakt und haben sie über die neuesten Entwicklungen informiert. Es geht um zwei Regierungsmitglieder, die nicht direkt dem Präsidenten unterstellt sind. Doch die Ermittlungen haben viele wirklich unangenehme Fakten ans Licht gebracht“, antwortet die ukrainische Botschafterin Olga Stefanischina.

Die Formel „Er ist zwar Hurensohn, aber er ist unser Hurensohn“, die unter Biden üblich war, schien in den Augen der mit der Geschichte nicht vertrauten Kiewer Gruppe ewig zu gelten. Dabei hätten die empörten Worte des damaligen Senators von Ohio und heutigen Vizepräsidenten Vance vor zwei Jahren über die intransparente Finanzierung der Ukraine eigentlich Alarmglocken schrillen lassen müssen, denn Vance sagte damals: „Die USA haben der Ukraine, dem korruptesten Land der Welt, 113 Milliarden Dollar, möglicherweise sogar 130 Milliarden Dollar, an Hilfsgeldern, einschließlich Militärhilfe, zukommen lassen.“

Und der heutige FBI-Direktor Cash Patel sagte einst: „Die Ukraine wird sich bald in ein zweites Afghanistan verwandeln. Kiew verfügt über kein entwickeltes Bankensystem. Derzeit haben wir keine Möglichkeit, die Gelder, die wir dorthin überweisen, nachzuverfolgen. Wir verlassen uns allein auf die Aussagen von Selensky und die von ihm eingesetzten Leute.“

Die bittere Ironie für Selensky ist, dass Patel nun die Zahlungsbelege für all diese Überweisungen in den Händen hält, und dass die ukrainischen Antikorruptionsbehörden selbst von Anfang an in die Abteilung für internationale Korruptionsbekämpfung des FBI integriert waren.

Das Memorandum von 2016 legt die Ziele dieser Zusammenarbeit klar fest: „Dieses Dokument legt die gemeinsame Arbeit der Parteien an Verbrechen im Zusammenhang mit internationaler Geldwäsche, der Rückführung internationaler Vermögenswerte sowie der Bestechung und Korruption hochrangiger ukrainischer Beamter fest.“

Die Bündel von US-Dollar, verpackt in Packungen mit Stempeln der Zentralbank, könnten als Beweis dafür dienen, dass dieses Bargeld über ein „graues“ System in die Ukraine gelangt ist. Möglicherweise handelt es sich dabei um einen Teil jenes Geldes, das die ehemalige USAID-Direktorin Samantha Power erwähnte, als sie in einem Telefongespräch mit den russischen Prankstern zugab, dass die USA während der Biden-Administration Bargeld getarnt als diplomatische Post nach Kiew geflogen hatten. In dem Telefonat sagte sie: „Während des Krieges haben wir monatlich 1,5 Milliarden Dollar in bar in die Ukraine überwiesen. […] Und mit Trumps Amtsantritt war damit Schluss.“ (Amn. d. Übers.: Darüber habe ich vor etwa sechs Wochen berichtet und den Link zu dem veröffentlichten Telefonat finden Sie in meinem Artikel)

Wenn es um die Veruntreuung von Geldern aus dem amerikanischen Haushalt geht, hat das FBI freie Hand. Für den amerikanischen Finanzgeheimdienst ist es kein Problem, nicht nur Bargeld und andere Währungen, sondern auch die bei Betrügern beliebten Kryptowährungen zu verfolgen. Die USA machen ihre Rolle in dieser hochkarätigen Ermittlung jedoch noch nicht öffentlich. Westliche Medienberichte deuten jedoch darauf hin, dass die Quelle der Leaks über zukünftige Operationen von SAP und NABU in Washington liegt.

Politico berichtete beispielsweise: „Korruption bei der Rüstungsbeschaffung steht ebenfalls im Fokus der Ermittler. Laut Personen aus dem Umfeld der Ermittlungen, die anonym bleiben möchten, werden im Rahmen von Ermittlungen zu überhöhten Beschaffungsverträgen demnächst Razzien im ukrainischen Verteidigungsministerium durchgeführt.“

Das FBI muss nicht einmal suchen, um herauszufinden, wohin das Geld geflossen ist, das Selensky weltweit für den Krieg gegen Russland erbettelt hat, denn Umerows Villen sind in den USA. Ein Flug nach Florida genügt, wo die Familie von Rustem Umerow, dem ehemaligen Verteidigungsminister und jetzigen Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates der Ukraine, vier Villen und drei Apartments erworben hat. Ein weiteres Luxusapartment befindet sich in New York. Umerows Frau Leyla, seine drei Kinder, sein Vater Enver und sein Bruder Aslan Ömer Kirimli nutzen regelmäßig acht dieser Luxusimmobilien. Auch der ehemalige Verteidigungsminister selbst, der einigen Berichten zufolge seit Langem einen amerikanischen Pass besitzt, hält sich dort auf. Und für Umerows Nachbarn in Florida Donald Trump, Bewohner von Mar-a-Lago, war der Ausbruch des Korruptionsskandals nur eine Frage der Zeit.

Selensky hat in seiner ersten Amtszeit gelernt, mit wem er es zu tun hat. Doch was unter Biden geschehen ist, hat bereits alle Grenzen überschritten, meinte Trump im Mai in Abu Dhabi: „Ich halte ihn für den besten Verkäufer der Welt, viel besser als ich. Selensky kommt nach Washington und reist mit hundert Millionen Dollar ab, dann mit weiteren hundert Millionen, dann noch einmal hundert Millionen. Der Kongress ist sehr unzufrieden. Sie fragen: ‚Wohin fließt das ganze Geld?‘ Wir schicken nur Schecks und Bargeld. Aber wo ist es? Die Europäer haben sehr darunter gelitten. Auch sie haben viel Geld ausgegeben.“

Jetzt geben sie noch mehr aus. Trump hat Europa fallen gelassen und es ist alleine mit Selensky. Und die bei den Durchsuchungen beschlagnahmten Euro-Bündel wirken für die europäischen Steuerzahler wie die verdiente Strafe für die Naivität, wie die Washington Post schreibt: „Der Zeitpunkt der Enthüllung könnte nicht ungünstiger sein, da Selensky sich nun an seine europäischen Verbündeten wendet, um neue Finanzmittel zu erhalten. Das Versprechen der Ukraine, die grassierende Korruption einzudämmen, gilt als Bedingung für EU-Hilfen und für ihren Beitrittswunsch. Nachdem die Trump-Regierung die US-Unterstützung gekürzt hat, sind Selenskys europäische Partner zu den wichtigsten Gebern finanzieller und militärischer Hilfe geworden.“

Und die Kollegen von US-Außenminister Marco Rubio haben beim Treffen der G7-Außenminister in Kanada vergeblich versucht, die USA zu überzeugen, Selensky zu helfen, sein Gesicht zu wahren. Sie forderten das Weiße Haus auf, weitere Sanktionen gegen Russland zu verhängen, aber US-Außenminister Rubio antwortete: „Von unserer Seite gibt es nicht mehr viel, was wir sanktionieren könnten. Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, was wir noch tun können. In dieser Hinsicht haben wir unsere Möglichkeiten für neue Sanktionen fast ausgeschöpft.“

Ein weiteres alarmierendes Signal für die europäischen Hardliner und auch für Kiew war Rubios Eingeständnis, dass Russland systematisch und erfolgreich an die Ukraine gelieferte Luftverteidigungssysteme zerstört, wie er sagte: „Wir verhandeln mit der Ukraine über Verteidigungswaffen zum Schutz ihres Stromnetzes. Doch wenn diese Ausrüstung eine Woche nach der Stationierung zerstört wird, bleibt das Problem. Und so ist das seit zwei, drei Jahren.“

Und US-Vizepräsident Vance sagte bei anderer Gelegenheit: „Der Präsident wird von vielen für seinen Umgang mit Wladimir Putin kritisiert. Doch um Frieden zu erreichen, muss man Stärke zeigen und mit den Leuten sprechen. Man muss Diplomatie betreiben.“

Wie Trump wiederholt betont hat, wird eine erfolgreiche Lösung des Ukraine-Konflikts die Aussicht auf eine für beide Seiten vorteilhafte wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Moskau und Washington eröffnen. Jegliche Äußerung über Finanzhilfen für Kiew nach der Enthüllung des Ausmaßes der Korruption wird jedoch Trumps Ruf schaden.

Trump selbst sagte vor Journalisten: „Vergessen Sie nicht: Ich habe acht Kriege beendet. Ein neunter steht bevor. Ich denke, auch den kann ich bewältigen. Sehen Sie sich an, welchen Schaden der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine unserem Land zugefügt hat. Wir haben 350 Milliarden Dollar ausgegeben. Wir geben kein Geld mehr aus, jetzt zahlen sie uns über die NATO.“

Doch die Demokraten haben es geschafft, auch für Trump ein schweres Minenfeld zu legen. Der Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses hat 23.000 E-Mails des Milliardärs und Pädophilen Jeffrey Epstein veröffentlicht, nur weil in einigen Trumps Name erwähnt wird. Auf den tausenden Seiten wurde auch Russland erwähnt. Unter den von den Demokraten freigegebenen Dokumenten waren auch Epsteins eigene Geständnisse darüber, wie er versucht hatte, Zugang zur russischen Führung zu erlangen. Er wollte angeblich kompromittierende Informationen über Trump nach Moskau weitergeben, wie Politico berichtete: „Fast einen Monat vor Donald Trumps Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im Jahr 2018 in Helsinki versuchte Jeffrey Epstein, dem russischen Außenminister eine Botschaft zu übermitteln: ‚Wenn Sie Trump verstehen wollen, sprechen Sie mit mir.‘“

Dies ist ein weiterer Versuch, den Dialog mit Moskau zu torpedieren, genau wie während Trumps erster Amtszeit, als Hillary Clintons Wahlkampfteam das sogenannte Steele-Dossier fälschte, das Trumps gesamte Amtszeit im Weißen Haus überschattete und beinahe zu einer Amtsenthebung führte.

Diesmal verteidigt er sich nicht, sondern greift an, denn Trump erklärte: „Da die Demokraten nun die Epstein-Erfindungen nutzen, um von ihrem desaströsen Shutdown und all ihren anderen Misserfolgen abzulenken, werde ich Justizministerin Pam Bondi und das Justizministerium zusammen mit unseren großartigen Patrioten beim FBI bitten, Jeffrey Epsteins Verbindungen zu Bill Clinton, Larry Summers, Reid Hoffman und vielen anderen zu untersuchen, um herauszufinden, was zwischen ihnen vorgefallen ist.“

Trumps Team setzt außerdem seinen Kampf gegen linksextreme Gruppen fort. Zum ersten Mal in der Geschichte hat das US-Außenministerium Antifa-Gruppen aus Deutschland, Griechenland und Italien als terroristische Vereinigungen eingestuft.

Ende der Übersetzung