In der Ukraine findet völlig unbeachtet von den „Qualitätsmedien“ ein Machtkampf statt, bei dem immer neue Belege für Verbrechen aus der Zeit der Präsidentschaft von Poroschenko bekannt werden, in die auch führende westliche Politiker verstrickt sind.

Ich berichte seit über einem Jahr über die Vorgänge in der Ukraine, aber in den deutschen Medien findet das Thema keine Beachtung. Das ist merkwürdig, denn das Thema betrifft auch europäische und amerikanische Politiker, denen in der Ukraine Verbrechen und Korruption vorgeworfen werden. Dass der Mainstream darüber nicht berichtet, überrascht mich nicht. Aber das Schweigen der „alternativen Medien“ überrascht mich ein wenig.

Schon im Mai 2019 habe ich ausführlich über die Korruption von Joe Biden in der Ukraine berichtet und alles, was ich damals geschrieben habe, wird seitdem durch immer neue Enthüllungen bestätigt. Im Oktober und November sind in der Ukraine Kontoauszüge veröffentlicht worden, die zeigen, wie Millionenbeträge aus der Ukraine unter der Hand an Joe Biden und seinen Sohn gegangen sind. Seit Mai 2020 werden in der Ukraine immer neue Telefonmitschnitte veröffentlicht, die im Detail zeigen, wie US-Vizepräsident Joe Biden und der ukrainische Präsident Poroschenko sich durch Korruption bereichert und die Ukraine ausgepresst haben.

Obwohl es dabei nicht nur um die Ukraine, geht sondern um die angebliche russische Wahleinmischung in die US-Wahl 2016 und um das spätere Amtsenthebungsverfahren gegen Trump, wird über die Enthüllungen aus der Ukraine nicht berichtet. Hier finden Sie die Chronologie der Ereignisse und wie sie zusammen hängen.

Vor einer Woche habe ich dazu ein zweistündiges Interview mit einem der an den Vorgängen beteiligten Insider veröffentlicht und berichte seitdem täglich über jeden Aspekt des Interviews, um die Vorgänge auch für diejenigen verständlich zu machen, die nichts über die Ukraine wissen.

Ein weiterer Insider packt aus

Nun kommen neue Enthüllungen aus der Ukraine hinzu. Dawyd Żwanija ist gebürtiger Georgier, der in den 1990er Jahren beste Kontakte zu Boris Beresowski, dem damals in Russland mächtigsten Oligarchen, hatte. 1999 bekam Żwanija die ukrainische Staatsbürgerschaft und machte dort geschäftlich und politisch Karriere. Zu Beginn des Maidan wechselte die Seiten, indem er die Partei des damaligen Präsidenten Janukowitsch verließ und sich Poroschenko anschloss. Er wurde dann zu einem der Organisatoren des Maidan und zu einem Mitstreiter von Poroschenko und hat damals mit allen handelnden Personen eng zusammen gearbeitet.

In der Ukraine wird inzwischen offen vor einem im Herbst drohenden Staatsstreich durch Poroschenko gewarnt. Hinweise gibt es auch ohne Insiderwissen einige, denn obwohl gegen Poroschenko ca. 20 Strafverfahren laufen, kommt keines davon voran. Präsident Selensky, der keine eigene Machtbasis hat, ist im Parlament bereits auf eine Zusammenarbeit mit Poroschenko angewiesen, um die unpopulären, aber vom IWF geforderten Gesetze, durchzubringen. Entsprechend fallen Selenskys Beliebtheitswerte und entsprechend wächst die Macht von Poroschenko wieder, der es sich immer öfter herausnimmt, Vorladungen der Staatsbürgerschaft einfach zu ignorieren.

Die Warnungen vor einem Staatsstreich kommen aus mehreren Quellen. Zum Beispiel hat der ukrainische Abgeordnete Andrej Derkatsch, der in der Ukraine die mit geschnittenen Telefonate von Biden und Poroschenko veröffentlicht, in seiner Pressekonferenz am 10 Juli 2020 gesagt:

„Die aktuellen Versuche Petr Poroschenkos, die Situation zu radikalisieren und die Gesellschaft zu spalten, sind eine Vorbereitung für den Herbst. Für den Herbst ist eine Destabilisierung der Lage im Land geplant. Um zu bestätigen, dass dies keine Verschwörungstheorie ist, werden wir heute neue Aufnahmen von Gesprächen (…) veröffentlichen.“

Nun ist mit Dawyd Żwanija ein weiterer Insider hinzugekommen, der vor einem Staatsstreich warnt. Auf seinem extra dafür neu eingerichteten YouTube-Kanal hat er eine Erklärung veröffentlicht, in der er zugibt, 2014 zusammen mit dem späteren ukrainischen Außenminister Klimkin einen führenden EU-Beamten mit 5 Millionen Euro bestochen zu haben, um die Unterstützung der EU für Poroschenkos Wahl zum ukrainischen Präsidenten zu gewinnen. Im Gegensatz zu deutschen Medien haben ukrainische Medien darüber berichtet.

In seiner Erklärung warnt Żwanija vor Poroschenkos Plänen und kündigt für die nächsten Tage weitere Erklärungen mit Enthüllungen an. Ich habe seine Erklärung übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Im Land läuft eine schleichende Rache – die Umfragewerte von Selensky fallen und Poroschenko und sein Umfeld streben wieder an die Macht. Dem kann ich nicht ruhig zusehen, also habe ich beschlossen, diese Erklärung abzugeben. Ich will die Bürger der Ukraine davor warnen, einen Fehler zu machen, indem ich allen sage, wer Poroschenko und sein Umfeld sind.

Das ist eine kriminelle Organisation, der es beim Maidan von Anfang an nur um die Machtergreifung und um die persönliche Bereicherung ging.

Ich war auch Mitglied der kriminellen Organisation, die 2014 nach den Protesten des Maidan die Macht übernommen hat. Wir finanzierten den Maidan, wir heizten die Proteststimmung in den Medien an, wir sabotierten die friedlichen Initiativen der Regierung, wir führten Verhandlungen mit Abgeordneten der Partei der Regionen und mit ausländischen Botschaften.

Zu der kriminellen Organisation gehörten Martynenko, Poroschenko, Turtschinow, Klitschko. Jeder von ihnen hat sich mit seiner eigenen Gruppe angeschlossen. Turtschinow zum Beispiel hat Paschinski und Parubi dazu geholt. (Anm. d. Übers.: Am Ende schreibe ich zu jeder genannten Personen eine Kurzbeschreibung)

Ich bin bereit, vor den Ermittlungsbehörden auszusagen.

Klimkin und ich haben uns direkt an der Übergabe von 5 Millionen Euro über die ukrainische Botschaft in Deutschland an einen damals hochrangigen europäischen Beamten beteiligt, um uns die Unterstützung der EU für Poroschenkos Präsidentschaftskandidatur sichern. Ich bin bereit, den Ermittlungsbehörden die Einzelheiten darüber zur Verfügung zu stellen. (Anm. d. Übers.: Man muss dabei im Hinterkopf haben, dass die EU auf Betreiben Deutschlands damals Klitschko und nicht Poroschenko unterstützt hat)

Poroschenko wurde aufgrund einer Vereinbarung der Oligarchen Präsident. Und Poroschenko ist ihnen gegenüber gewisse Verpflichtungen eingegangen, die in den meisten Fällen ihre Wirkung hatten. Der Kampf gegen die Oligarchen wurde unter Poroschenko zu einem Kampf gegen Kolomoisky, der nicht an der Absprache beteiligt war. Die restlichen Oligarchen erhielten ihre Anteile an den Gewinnen aus der Korruption. Dass Klitschko Bürgermeister von Kiew wurde, war Teil der Vereinbarung.

Poroschenko hat während seiner Zeit an der Macht etwa 3,4 Milliarden Dollar an der Korruption verdient. Dieses Geld wurde ins Ausland gebracht.

Ich habe die Klage bei den Ermittlungsbehörden eingereicht, die es dem ehemaligen Staatschef verbieten sollte, das Land zu verlassen. Ich habe diese Klage nicht zurückgezogen, wie in dem NABU-Film behauptet wird, obwohl ich unter starkem Druck von Poroschenko und seinem Umfeld, inklusive Turtschinow, stand. Sie hatten wirklich Angst, zur Verantwortung gezogen zu werden und hatten Pläne, aus dem Land zu fliehen.

Ich hoffe immer noch, dass Präsident Selensky genügend politischen Willen haben wird, die Verfahren gegen Poroschenko und sein Umfeld zu Ende zu bringen.

Poroschenko könnte versuchen, für das Amt des Kiewer Bürgermeisters zu kandidieren. Vor dem Maidan war das sein Traum – er hat Janukowitsch auf erniedrigende Weise um die Erlaubnis gebeten, für das Amt des Bürgermeisters von Kiew zu kandidieren und war bereit, dafür Bestechungsgelder zu zahlen. Janukowitsch hat das abgelehnt und Poroschenko hat sich gefügt und hat nicht kandidiert.

Auf diesem Kanal werde ich alle paar Tage neue Wahrheiten veröffentlichen.

Ende der Übersetzung

Nun noch kurze Erklärungen zu den erwähnten Personen und dem erwähnten NABU in der Reihenfolge, in der Żwanija sie erwähnt.

Mykola Martynenko: Ukrainischer Oligarch und beim Maidan Unterstützer von Jazenjuk, der nach dem Maidan Ministerpräsident wurde. Martynenko wurde später in der Schweiz wegen Korruption verurteilt.

Alexander Turtschinow: Ehemaliges Mitglied der Vaterlandspartei von Julia Timoschenko, war beim Maidan im Team von Jazenjuk und wurde nach dem Maidan Übergangspräsident der Ukraine.

Vitali Klitschko: Obwohl der Name in Deutschland bekannt ist, sei hier daran erinnert, dass er nach dem Maidan Bürgermeister von Kiew wurde.

Sergej Paschinski: Ein sehr skandalträchtiger, nationalistischer Politiker und Geschäftsmann der Ukraine, gegen den es eine ganze Reihe von Verfahren gab. In deutschen Medien wurde er mal erwähnt, weil er bei einem Streit im Straßenverkehr einen anderen Autofahrer angeschossen hat.

Andrej Parubi: Rechtsradikaler und nationalistischer Politiker der Ukraine, während des Maidan „Kommandant der Sicherheitskräfte des Maidan“ und des neo-nazistischen Rechten Sektors. Spielte auch eine Rolle bei der Tragödie von Odessa und wurde nach dem Maidan Parlamentspräsident.

Pawlo Klimkin: Berufsdiplomat, ehemaliger ukrainischer Botschafter in Deutschland, nach dem Maidan ukrainischer Außenminister.

Igor Kolomoisky: Ukrainischer Oligarch, Gegner von Poroschenko, floh nach dem Maidan aus der Ukraine, seine Bank wurde durch Poroschenko und Biden verstaatlicht. Stand hinter der Kandidatur von Präsident Selensky und kehrte nach dessen Wahlsieg in die Ukraine zurück.

NABU: Nationales Anti-Korruptionsbüro der Ukraine, gegründet auf Druck der US-Botschaft in Kiew, als Generalstaatsanwalt Schokin 2015 gegen den Joe Biden nahe stehenden Gaskonzern Burisma ermittelt hat. Das NABU steht unter Kontrolle der US-Botschaft und wird von Artem Sytnik, einem wegen Korruption verurteilten Mann, geleitet.


Wenn Sie sich für die Ukraine nach dem Maidan und für die Ereignisse des Jahres 2014 interessieren, als der Maidan stattfand, als die Krim zu Russland wechselte und als der Bürgerkrieg losgetreten wurde, sollten Sie sich die Beschreibung zu meinem Buch einmal ansehen, in dem ich diese Ereignisse detailliert auf ca. 670 Seiten genau beschreibe. In diesen Ereignissen liegt der Grund, warum wir heute wieder von einem neuen Kalten Krieg sprechen. Obwohl es um das Jahr 2014 geht, sind diese Ereignisse als Grund für die heutige politische Situation also hochaktuell, denn wer die heutige Situation verstehen will, muss ihre Ursachen kennen.

https://dev.anti-spiegel.ru/2019/in-eigener-sache-mein-buch-ueber-die-ukraine-ist-in-zwei-wochen-lieferbar/