Das Hauptthema beim Anti-Spiegel sind derzeit die „BidenLeaks“. Bei all den Telefonaten und Kontoauszügen, die in der Ukraine bekannt geworden sind, sollte man meinen, die „Qualitätsmedien“ würden irgendwie reagieren. Tun sie auch, mit noch mehr Lügen, wie ein heutiger Spiegel-Artikel zeigt.

Leser des Anti-Spiegel wissen, dass mich die Vorgänge in der Ukraine sehr interessieren und dass ich viel darüber berichte. Alleine über die Ukraine-Krise 2014 habe ich ein fast 700 Seiten dickes Buch geschrieben. Daher war es für mich natürlich ein Highlight, dass ich mit Aleksander Onischenko einen Mann interviewen konnte, der bei all dem nicht nur Zuschauer war, sondern als Vertrauter von Poroschenko und Klitschko als handelnde Person in der ersten Reihe gestanden hat.

Viele haben mich nach der Veröffentlichung des Interviews gefragt, wie wohl die „Qualitätsmedien“ reagieren werden. Meine Antwort war, dass sie es weiterhin verschweigen werden. Es handelt sich ja bei dem, was Onischenko erzählt, nicht um seine Fantasie, sondern es wird durch Kontoauszüge und mit geschnittene Telefonate bestätigt, deren Echtheit niemand ernsthaft bestreitet. Daher haben die „Qualitätsmedien“ gar keine andere Wahl, als das Thema totzuschweigen, denn bestreiten hat keinen Sinn.

Dass es tatsächlich so gekommen ist, sehen wir aktuell. Es gibt keinerlei Berichte über das Interview, das nun seit drei Tagen online ist. Dafür hat der Spiegel heute einen Artikel veröffentlicht, der ungerührt die bisherigen Lügen weiter erzählt. Der Artikel erschien unter der Überschrift „Acht Milliarden – Der Auslands-Podcast – Der Mann, der Donald Trump erfand“ und wiederholt eine Menge Lügen, die längst als solche entlarvt sind. Den Spiegel scheint das nicht zu stören.

Die alten Lügen in einem neuen Spiegel-Artikel

In dem Artikel geht es um Roger Stone, eine graue Eminenz in Washington, der eng mit Trump verbunden war und im Zuge der angeblichen russischen Wahleinmischung zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde und den Trump nun begnadigt hat:

„Stone geriet damit ins Visier von Sonderermittler Robert Mueller; ein Gericht verurteilte ihn später wegen Falschaussage, Zeugenbeeinflussung und Justizbehinderung zu 40 Monaten Haft. Stone hätte die Strafe fast angetreten – dann aber, am vergangenen Freitag, boxte Donald Trump seinen alten Kumpel frei und erließ ihm die Strafe.“

Das ist alles richtig, nur hat der Fall Roger Stone eben keinerlei Verbindungen zu Russland offenbart, was der Spiegel nicht nur verschweigt, dort kann man stattdessen sogar folgendes lesen:

„Roger Stone hatte im zurückliegenden Präsidentschaftswahlkampf unter anderem versucht, mit Hilfe von Wikileaks an E-Mails der Demokraten zu kommen, die von Russland gestohlen worden waren.“

Das ist gelogen, wie wir heute wissen. Nur Spiegel-Leser wissen es nicht. Russland hatte mit den Emails nichts zu tun. Und der Spiegel verschweigt auch, worum es dabei überhaupt ging. Also der Reihe nach.

Die Emails sind laut Wikileaks von einem Insider in der Demokratischen Partei gekommen (dabei handelte es sich wahrscheinlich um Seth Rich, der praktischerweise unmittelbar danach unter ungeklärten Umständen erschossen wurde) und die Mails haben belegt, dass die Demokraten bei den Vorwahlen 2016 Hillary Clinton in unzulässiger Weise gegen Bernie Sanders unterstützt haben.

Das bestreitet niemand, die Parteichefin der Demokraten musste deswegen zurücktreten. Aber dass die Demokraten undemokratisch gehandelt haben, wurde zu keinem Skandal. Stattdessen hat Clinton behauptet, Russland habe die Mails gestohlen und die „Russland-Affäre“ war geboren. Das ist schon lange bekannt, schon 2018 habe ich all das geschrieben.

Inzwischen ist auch bewiesen, dass es so war. Den Hack des Servers der Demokraten – immerhin ein Verbrechen – hat nicht das FBI untersucht, stattdessen haben die Demokraten dafür die Firma Crowdstrike angeheuert. Crowdstrike wird in den Medien immer dann zitiert, wenn man über böse Hacker auch Russland, China, Nordkorea oder dem Iran berichten möchte.

Und Crowdstrike hat prompt das von den Auftraggebern gewünschte Resultat gemeldet: Die Russen waren´s!

Es ist das eine, im Fernsehen zu lügen, etwas anderes ist es, das unter Eid zu tun

Mit der Geschichte ist der Chef von Crowdstrike, Shaun Henry, danach durch die US-Fernsehstudios getingelt. Aber die Geschichte war gelogen und er wusste das auch. Wir wissen das, seit vor kurzem aufgrund des Freedom of Information Act Unterlagen über eine geheime Anhörung zu dem Fall veröffentlicht werden mussten. Bei der Anhörung unter Eid klang Henry plötzlich ganz anders: Für eine russische Spur gebe es keine Beweise, sagte er unter Eid, nur um danach seine Lüge weiterhin im Fernsehen zu verbreiten.

Der Spiegel weiß das, er verschweigt es seinen Lesern aber konsequent und belügt sie stattdessen einfach.

Wer ist im Wahlkampf skrupellos?

Der Spiegel schreibt dann noch:

„Es war der Triumph der dunklen Seite, nichts weniger als ein Akt politischer Korruption. Stone steht für einen Wahlkampf, in dem alles erlaubt ist, was dem Gegner schadet, selbst ein Pakt mit ausländischen Mächten.“

Es war aber Clinton, die 2016 einen „Pakt mit ausländischen Mächten“ eingegangen ist, nicht Trump oder Stone. Auch das wissen wir heute sicher.

Die angeblich belastenden Informationen über Trumps angebliche Russland-Kontakte sind aus der Ukraine gekommen. Und zwar nicht über offizielle Kanäle, sondern unter der Hand direkt an Clintons Wahlkampfteam. Das ist in den USA illegal, wie wir wissen, seit man Trump das vorgeworfen hat, was in Wahrheit Clinton getan hat.

Und wie wir heute wissen, zeigen die Unterlagen aus der Ukraine nicht etwa eine Verbindung zu Russland, sondern zur Ukraine. Auch das weiß der Spiegel, denn er hat ja darüber berichtet, dass Paul Manafort, Trumps damaliger Wahlkampfmanager, nicht etwa wegen Russland-Kontakten verurteilt wurde, sondern wegen Steuerhinterziehung von Honoraren, die er woher bekommen hat? Richtig: Aus der Ukraine, nicht aus Russland.

Das könnte man nun als meine wilde Fantasie bezeichnen, wenn es nicht die abgehörten Telefonate gäbe. Am Tag von Manaforts Rücktritt wegen seiner angeblichen Russland-Kontakte haben der damalige US-Vizepräsident Joe Biden und der damalige ukrainische Präsident Petr Poroschenko telefoniert. In dem Gespräch haben sie sich wie kleine Kinder gefreut, dass ihre Intrige funktioniert hat und es wurde offen gesagt, dass die Informationen aus der Ukraine gekommen sind.

Zitat aus dem Telefonat:

„Poroschenko: Wir haben die Dokumente der ehemaligen Partei der Regionen herausgegeben. (Poroschenko lacht) Wie ich erfahren habe, ist heute einer der Schlüsselberater von Mister Trump, Paul Manafort, zurückgetreten (Poroschenko lacht)
Biden: Ja, ich denke er geht zurück nach Russland, ich weiß es nicht.
Poroschenko: (lacht länger) Ich denke, es war eine schlechte Idee, den Janukowitsch-Berater ins Trump-Team aufzunehmen (Poroschenko lacht wieder)
Biden: Das denke ich auch. Aber er trifft viele schlechte Entscheidungen.“

Aber der Spiegel erzählt ungerührt seine alte, aber unwahre und längst als Lüge entlarvte Geschichte weiter.


Wenn Sie sich für mehr Beispiele für freche Verfälschungen der Wahrheit in den „Qualitätsmedien“ interessieren, sollten Sie Beschreibung meines neuen Buches lesen. Das Buch ist eine Sammlung der dreistesten „Ausrutscher“ der „Qualitätsmedien“ im Jahre 2019 und zeigt in komprimierter Form, wie und mit welchen Mitteln die Medien die Öffentlichkeit in Deutschland beeinflussen wollen. Von „Berichterstattung“ kann man da nur schwer sprechen. Über den Link kommen Sie zur Buchbeschreibung.

https://dev.anti-spiegel.ru/2020/mein-neues-buch-kommt-wer-moechte-ein-von-mir-handsigniertes-exemplar-haben/