Tagesschau gesteht „Fehler“ ein, aber die Zuschauer erfahren nichts davon
Am 13. Juni war Donezk unter schwerem Beschuss der ukrainischen Armee. An dem Tag hat ukrainische Armee rund hundert Raketen aus Mehrfachraketenwerfern und Dutzende Haubitzengranaten des NATO-Kalibers 155 mm auf Donezk abgefeuert. Getroffen wurden dabei Wohngebiete, ein Markt, ein Krankenhaus, eine Entbindungsklinik, Geschäfte, eine Werkstatt für Autos und Busse und eine Maschinenfabrik, wobei fünf Menschen, […]
Am 13. Juni war Donezk unter schwerem Beschuss der ukrainischen Armee. An dem Tag hat ukrainische Armee rund hundert Raketen aus Mehrfachraketenwerfern und Dutzende Haubitzengranaten des NATO-Kalibers 155 mm auf Donezk abgefeuert. Getroffen wurden dabei Wohngebiete, ein Markt, ein Krankenhaus, eine Entbindungsklinik, Geschäfte, eine Werkstatt für Autos und Busse und eine Maschinenfabrik, wobei fünf Menschen, darunter ein 11-jähriges Kind, getötet und 43 Menschen verletzt wurden. Übrigens geht der Beschuss ungebremst weiter, heute ist als Folge des Beschusses der Strom in über 40.000 Wohnungen in Donezk ausgefallen.
Die Tagesschau hat am 13. Juni in den 20-Uhr-Nachrichten über den Beschuss berichtet und mitgeteilt, dass ein Markt in Donezk durch russischen Beschuss getroffen wurde. Mehr haben die deutschen Zuschauer über den Beschuss nicht erfahren Die durch ukrainischen Beschuss beschädigte Geburtsklinik in Donezk wurde von der Tagesschau – im Gegensatz zu dem Medienhype um die angeblich durch russischen Beschuss beschädigte Geburtsklinik in Mariupol Anfang März – mit keinem Wort erwähnt. Stattdessen hat die Tagesschau den Beschuss der ukrainischen Armee auch noch der russischen Armee angedichtet.
Da diese Lüge der Tagesschau von mir und anderen freien Medien heftig kritisiert wurde, dürfte die Tagesschau einen heftigen Shitstorm erlebt haben, denn auch mir haben Leser Kopien ihrer Mails geschickt, mit denen sie sich bei der ARD und der Tagesschau über die dreiste Desinformation beschwert haben.
Trotzdem hat die Tagesschau drei Tage gebraucht, bis sie ihren „Fehler“ eingestanden hat. Allerdings erfahren die Zuschauer der Tagesschau nichts davon, dass die Tagesschau sie belogen hat, stattdessen hat die Tagesschau den „Fehler“ nicht einmal auf ihrer Hauptseite eingestanden, sondern gut versteckt auf der Seite des Tagesschau-Blogs, den niemand liest. Die Tagesschau kann sich nun darauf berufen, ihren „Fehler“ eingestanden zu haben, aber sie hat es so gemacht, dass niemand davon erfährt.
Die Tagesschau hat geschrieben:
„Am 13. Juni hat die tagesschau auf der Grundlage eines Berichts der Nachrichtenagentur Reuters über den Beschuss eines Marktes in Donezk berichtet. Demnach sind bei einem ukrainischen Artillerie-Angriff in der von pro-russischen Separatisten besetzten Region mehrere Menschen getötet und verletzt worden. Während diese Informationen von Reuters im Live-Blog auf tagesschau.de korrekt wiedergegeben wurden, ist in der Fernsehberichterstattung ein Fehler passiert. Dort wurde versehentlich von einem russischen Angriff gesprochen. Uns ist der Fehler in der Abnahme des Beitrags nicht aufgefallen, das ärgert uns sehr und wir bedauern das, denn es entspricht nicht der sonst gebotenen journalistischen Sorgfalt in unsere Berichterstattung. Der Beitrag wurde überarbeitet und die Sendung aktualisiert. Auf tagesschau.de wurde die 20 Uhr-Ausgabe der tagesschau um den Hinweis ergänzt, dass die Sendung nachträglich redaktionell bearbeitet wurde.“
Auch diese Erklärung enthält Propaganda, denn wenn die Tagesschau schreibt, es handele sich um eine „von pro-russischen Separatisten besetzte Region„, ist das eine Frechheit, denn die „pro-russischen Separatisten“ haben Donezk nicht besetzt, vielmehr wohnen und leben die da seit Jahrhunderten. Man muss die Bestrebungen der dort lebenden Menschen, zu Russland gehören zu wollen, nicht gutheißen, aber zu behaupten, dass sie ihr eigenes Land, auf dem sie seit Generationen leben, „besetzt“ haben, ist Propaganda in Reinkultur.
Außerdem lügt die Tagesschau offensichtlich, wenn sie schreibt, der „Fehler“ würde sie sehr ärgern. Wenn das so wäre, müsste sie den „Fehler“, über den sie sich angeblich so sehr ärgert, in der Sendung richtigstellen, anstatt den „Fehler“ gut versteckt im Blog einzugestehen.
Die Tagesschau gibt selbst zu, dass die Meldung von Reuters korrekterweise von ukrainischem Beschuss von Donezk berichtet und dass die Tagesschau das in ihrem Newsticker auch korrekt gemeldet hat. Später hat sie Meldung aber verändert und von russischem Beschuss berichtet. So ein „Fehler“ passiert nicht aus Versehen, da hat jemand bewusst manipuliert.
Warum ich der Tagesschau das unterstelle? Ganz einfach, weil solche „Fehler“ der Tagesschau und anderen deutschen „Qualitätsmedien“ immer wieder passieren und all diese Fehler immer eines gemeinsam haben: Diese „Fehler“ passieren immer gegen die Gegner der (außen-)politischen Linie der deutschen Regierung, aber nie umgekehrt. Ich kann mich an keinen Fall erinnern, bei dem zum Beispiel versehentlich berichtet wurde, die Ukraine oder ein NATO-Staat habe Zivilisten bei Beschuss getötet. Von solchen „Fehlern“ sind immer die erklärten Gegner der Regierung betroffen, aber nie die Freunde der Regierung.
Und auch das Prozedere danach ist immer das gleiche: Man gibt den „Fehler“ mit großer Verspätung irgendwo gut versteckt zu, aber die Masse der Zuschauer oder Leser, die desinformiert wurden, erfahren gar nichts davon.
Aber nicht vergessen: Die „Qualitätsmedien“ – inklusive den Nachrichten des deutschen Staatsfernsehens, das man „öffentlich-rechtlich“ nennt, weil das schöner klingt – berichten natürlich objektiv, kritisch und unparteiisch und sie würden nie im Leben Propaganda betreiben. Daran müssen wir ganz fest glauben, und wer etwas anderes behauptet, der ist ein Verschwörungstheoretiker oder russischer Propagandist!