Wie die New York Times Nazi-Symbole in der Ukraine verharmlost und schönredet
Die New York Times hat einen Artikel veröffentlicht, in dem sie die böse „russische Propaganda“ bestätigt hat, dass Nazi-Symbole in der Ukraine nicht nur allgegenwärtig sind, sondern vor allem in der Armee aber auch in der Regierung weit verbreitet sind. Auch die Tatsache, dass die heutige Ukraine vom Nürnberger Kriegsverbrechertribunal offiziell als Nazi-Kriegsverbrecher eingestufte ukrainische […]
Die New York Times hat einen Artikel veröffentlicht, in dem sie die böse „russische Propaganda“ bestätigt hat, dass Nazi-Symbole in der Ukraine nicht nur allgegenwärtig sind, sondern vor allem in der Armee aber auch in der Regierung weit verbreitet sind. Auch die Tatsache, dass die heutige Ukraine vom Nürnberger Kriegsverbrechertribunal offiziell als Nazi-Kriegsverbrecher eingestufte ukrainische Nazi-Kollaborateure als Nationalhelden verehrt, wurde zumindest indirekt erwähnt.
Aber für die New York Times war das kein Grund, den Geist des in Kiew herrschenden Regimes zu hinterfragen, stattdessen hat die Zeitung diese Symbole relativiert, weil sie angeblich für die Ukraine eine ganz andere Bedeutung hätten, weil die Ukraine sich ja offiziell von der Nazi-Ideologie distanziere und überhaupt – der Klassiker – der ukrainische Präsident ja Jude sei.
Das Quatsch-Argument
Das Quatsch-Argument, Selensky sei Jude und deshalb könne die heutige Ukraine kein Nazi-Staat sein, wird immer wieder vorgebracht. Dabei zeigt es, dass diejenigen, die es nutzen, gar nicht verstanden haben, was der Kern der Nazi-Ideologie war. Das war keineswegs der Antisemitismus, sondern der generelle Glaube daran, dass die Deutschen eine „Herrenrasse“, also anderen Ethnien und Völkern überlegen seien. Juden waren nur eine der von den Nazis als „Untermenschen“ bezeichneten Volksgruppen.
Und eben das sehen wir auch in der Ukraine: Die Ideologie, dass die Ukrainer eine überlegene „Rasse“ seien, die alles Russische ausrotten und auch die anderen Minderheiten im Land zwangsweise ukrainisieren muss. Das ist der Kern der Nazi-Ideologie und den sehen wir – zusammen mit den entsprechenden Nazi-Symbolen – in der Ukraine.
Das Nazi-Regime in Kiew
Darüber, dass in Kiew ein Regime herrscht, das offen der Nazi-Ideologie folgt, kann man nicht streiten, denn das ist eindeutig zu sehen. Das dürfte auch der Grund sein, warum die westlichen Medien das Thema konsequent aussparen oder als „russische Propaganda“ abtun, denn wenn diese Diskussion zum Beispiel in deutschen Medien einmal begonnen würde, wäre es unmöglich, der deutschen Öffentlichkeit klarzumachen, dass sie für ein Regime den Gürtel enger schnallen muss, das offen Nazi-Verbrecher verehrt und deren Symbole nutzt.
Ich will hier nur ein paar Beispiele anführen, um zu belegen, dass all das nicht neu ist. Dieser Auftritt des ukrainischen Ministerpräsidenten im Jahr 2019 bei einem Rockkonzert war keine Ausnahme, und die Fotos sprechen Bände, denn es werden Hakenkreuze und andere Nazi-Symbole offen gezeigt. Hier habe ich im März 2022 eine ganze Reihe von Beispielen zusammengestellt. Unter anderem hat Euronews 2018 berichtet hat, dass ukrainische Kinder in vom Staat bezahlten Ferienlagern lernen, mit Kalaschnikows umzugehen und „russische Untermenschen“ zu töten. Oder ganz aktuell: Warum bietet ein angeblich „demokratischer“ Staat bekennenden Nazis seit Jahren nicht nur Obdach, sondern auch mediale Plattformen zur Verbreitung ihrer Nazi-Ideologie und Waffen für den Kampf gegen die „russischen Untermenschen“?
Die Verharmlosung
Die New York Times hat das Thema der Nazi-Symbole in der Ukraine nun thematisiert und den Drahtseilakt versucht, das Phänomen zu erwähnen, es aber gleichzeitig herunterzuspielen und zu verharmlosen. Und natürlich wurde erwähnt, dass das alles trotzdem doch „russische Propaganda“ sei, „weil der russische Präsident Wladimir Putin die Ukraine fälschlicherweise zu einem Nazi-Staat erklärt hat.“
Das Problem ist für die New York Times nicht, dass das ukrainische Regime dieser Ideologie anhängt und offen ihre Symbole verwendet, das Problem ist für die New York Times, dass das – wenn es im Westen der breiten Öffentlichkeit bekannt würde – dem Ruf der Ukraine schaden könnte.
Mit Nazis hat die New York Times, eines der Flaggschiffe der westlichen Propaganda, offensichtlich kein Problem. Daher muss sich niemand wundern, dass Russland der Meinung ist, dass der Nazismus nicht nur in der Ukraine herrscht, sondern auch im Westen, der das Nazi-Regime in Kiew unterstützt und seine wahre Natur ignoriert, um sich greift.
Damit Sie, liebe Leser, überprüfen können, ob Sie meiner Interpretation des Artikels der New York Times zustimmen, oder zu einem anderen Ergebnis kommen, habe ich den Artikel komplett übersetzt.
Beginn der Übersetzung:
Nazi-Symbole an der ukrainischen Front werfen ein Schlaglicht auf heikle Fragen der Geschichte
Die Verwendung von Abzeichen mit Nazi-Emblemen durch die Truppen birgt die Gefahr, dass die russische Propaganda angeheizt und Bilder verbreitet werden, die der Westen seit einem halben Jahrhundert zu beseitigen versucht.
Seit Russland im vergangenen Jahr mit dem Einmarsch in die Ukraine begonnen hat, haben die ukrainische Regierung und die NATO-Verbündeten drei scheinbar harmlose Fotos in ihren sozialen Medien gepostet und dann stillschweigend gelöscht: ein Soldat, der in einer Gruppe steht, ein anderer, der sich in einem Schützengraben ausruht, und ein Notfallhelfer, der vor einem Lastwagen posiert.
Auf jedem Foto trugen Ukrainer in Uniform Aufnäher mit Symbolen, die durch Nazi-Deutschland berüchtigt wurden und seitdem zur Ikonographie rechtsextremer Hassgruppen gehören.
Die Fotos und ihre Löschung verdeutlichen die komplizierte Beziehung des ukrainischen Militärs zur Nazi-Symbolik, die sowohl unter der sowjetischen als auch unter der deutschen Besatzung während des Zweiten Weltkriegs entstanden ist.
Diese Beziehung ist besonders heikel geworden, weil der russische Präsident Wladimir Putin die Ukraine fälschlicherweise zu einem Nazi-Staat erklärt hat, eine Behauptung, die er zur Rechtfertigung seiner illegalen Invasion benutzt hat.
Die Ukraine bemüht sich seit Jahren, durch Gesetze und militärische Umstrukturierungen eine rechtsextreme Randbewegung einzudämmen, deren Mitglieder stolz Symbole tragen, die an die Nazigeschichte erinnern, und die eine feindliche Haltung gegenüber Linken, LGBT-Bewegungen und ethnischen Minderheiten vertreten. Doch einige Mitglieder dieser Gruppen kämpfen gegen Russland, seit der Kreml 2014 illegal einen Teil der ukrainischen Region Krim annektiert hat, und sind nun Teil der breiteren Militärstruktur. Einige von ihnen werden als Nationalhelden betrachtet, auch wenn die Rechtsextremen politisch marginalisiert bleiben.
Die Ikonografie dieser Gruppen, einschließlich eines Totenkopfabzeichens, das von KZ-Wächtern getragen wurde, und eines Symbols, das als „Schwarze Sonne“ bekannt ist, erscheint nun mit einer gewissen Regelmäßigkeit auf den Uniformen der an der Front kämpfenden Soldaten, einschließlich der Soldaten, die sagen, dass die Bilder die ukrainische Souveränität und den Stolz symbolisieren, nicht den Nazismus.
Kurzfristig droht dies, Putins Propaganda zu verstärken und seinen falschen Behauptungen, die Ukraine müsse „entnazifiziert“ werden, Nahrung zu geben – eine Position, die die Tatsache ignoriert, dass der ukrainische Präsident Wladimir Selensky Jude ist. Generell birgt die Ambivalenz der Ukraine gegenüber diesen Symbolen und manchmal sogar ihre Akzeptanz die Gefahr, dass Ikonen, die der Westen mehr als ein halbes Jahrhundert lang zu beseitigen versucht hat, neues Leben im Mainstream bekommen.
„Was mich im ukrainischen Kontext beunruhigt, ist, dass die Menschen in der Ukraine, die in Führungspositionen sind, entweder nicht wissen oder nicht bereit sind, anzuerkennen und zu verstehen, wie diese Symbole außerhalb der Ukraine gesehen werden“, sagte Michael Colborne, ein Forscher bei der investigativen Gruppe Bellingcat, der die internationale extreme Rechte studiert. „Ich denke, die Ukrainer müssen zunehmend erkennen, dass diese Bilder die Unterstützung für ihr Land untergraben.“
In einer Erklärung erklärte das ukrainische Verteidigungsministerium, dass die Ukraine als ein Land, das unter der deutschen Besatzung sehr gelitten hat: „Wir betonen, dass die Ukraine jegliche Manifestation des Nazismus kategorisch verurteilt“.
Bislang haben die Bilder die internationale Unterstützung für den Krieg nicht geschmälert. Es hat jedoch Diplomaten, westliche Journalisten und Interessengruppen in eine schwierige Lage gebracht: Wer auf die Ikonographie aufmerksam macht, riskiert, der russischen Propaganda in die Hände zu spielen. Wenn man nichts sagt, kann sie sich weiter verbreiten.
Selbst jüdische Gruppen und Anti-Hass-Organisationen, die traditionell hasserfüllte Symbole anprangern, haben sich weitgehend zurückgehalten. Insgeheim sind einige führende Persönlichkeiten besorgt, dass man sie für russische Propaganda halten könnte.
Die Frage, wie solche Symbole zu interpretieren sind, spaltet nicht nur in der Ukraine, sondern hält sich hartnäckig. In den amerikanischen Südstaaten haben einige darauf bestanden, dass die Flagge der Konföderierten heute Stolz symbolisiert und nicht die Geschichte von Rassismus und Sezession. Das Hakenkreuz war ein wichtiges hinduistisches Symbol, bevor es von den Nazis vereinnahmt wurde.
Im April veröffentlichte das ukrainische Verteidigungsministerium auf seinem Twitter-Account das Foto eines Soldaten, der einen Aufnäher mit einem Totenkopf trägt. Das spezifische Symbol auf dem Bild wurde durch eine Nazi-Einheit bekannt, die während des Zweiten Weltkriegs Kriegsverbrechen beging und Konzentrationslager bewachte.
Der Aufnäher auf dem Foto zeigt den Totenkopf auf einer ukrainischen Flagge mit einer kleinen 6 darunter. Dieser Aufnäher ist das offizielle Merchandise von Death in June, einer britischen Neo-Folk-Band, die laut dem Southern Poverty Law Center „Hassreden“ produziert, die „Themen und Bilder von Faschismus und Nazismus ausnutzen“.
Die Anti-Defamation League hält den Totenkopf für ein „allgemeines Hasssymbol“. Jake Hyman, ein Sprecher der Gruppe, sagte jedoch, es sei unmöglich, anhand des Aufnähers „Rückschlüsse auf den Träger oder die ukrainische Armee zu ziehen“.
„Das Bild ist zwar beleidigend, aber es ist das einer Musikgruppe“, sagte Hyman.
Die Band verwendet nun das vom ukrainischen Militär veröffentlichte Foto, um das Totenkopf-Abzeichen zu vermarkten.
Die New York Times fragte das ukrainische Verteidigungsministerium am 27. April nach dem Tweet. Einige Stunden später wurde der Beitrag gelöscht. „Nachdem wir diesen Fall untersucht hatten, kamen wir zu dem Schluss, dass dieses Logo zweideutig interpretiert werden kann“, so das Ministerium in einer Erklärung.
Der Soldat auf dem Foto gehörte zu einer Freiwilligeneinheit namens Da-Vinci-Wölfe, die als Teil des paramilitärischen Flügels des Rechten Sektors der Ukraine gegründet wurde, einer Koalition rechtsgerichteter Organisationen und politischer Parteien, die nach der illegalen Annexion der Krim durch Russland militarisiert wurde.
Mindestens fünf weitere Fotos auf den Instagram- und Facebook-Seiten der Wölfe zeigen ihre Soldaten mit Abzeichen im Nazi-Stil, darunter der Totenkopf.
Die NATO-Militärs, ein Bündnis, dem die Ukraine beitreten möchte, dulden solche Abzeichen nicht. Wenn solche Symbole aufgetaucht sind, haben sich Gruppen wie die Anti-Defamation League zu Wort gemeldet, und die Militärführung hat schnell reagiert.
Letzten Monat postete die staatliche ukrainische Katastrophenschutzbehörde auf Instagram ein Foto eines Katastrophenschutzmitarbeiters, der ein Symbol der Schwarzen Sonne, auch bekannt als Sonnenrad, trägt, das im Schloss von Heinrich Himmler, dem Nazi-General und SS-Direktor, zu sehen war. Die Schwarze Sonne ist bei Neonazis und weißen Rassisten beliebt.
Im März 2022 veröffentlichte der Twitter-Account der NATO ein Foto eines ukrainischen Soldaten, der einen ähnlichen Aufnäher trug.
Beide Fotos wurden schnell wieder entfernt.
Im November trug ein ukrainischer Presseoffizier bei einem Treffen mit Times-Reportern in der Nähe der Frontlinie eine Totenkopf-Variante, die von einer Firma namens R3ICH (ausgesprochen „Reich“) hergestellt wurde. Er sagte, er glaube nicht, dass das Abzeichen etwas mit den Nazis zu tun habe. Ein zweiter Pressesprecher sagte, andere Journalisten hätten die Soldaten gebeten, den Aufnäher zu entfernen, bevor sie Fotos machten.
Igor Kozlovsky, ein ukrainischer Historiker und Religionswissenschaftler, sagte, die Symbole hätten für die Ukraine eine ganz eigene Bedeutung und sollten so interpretiert werden, wie sie von den Ukrainern gesehen würden, und nicht so, wie sie anderswo verwendet worden seien.
„Das Symbol kann in jeder Gemeinschaft oder in jeder Geschichte leben, unabhängig davon, wie es in anderen Teilen der Erde verwendet wird“, sagte Kozlovsky.
Auch russische Soldaten in der Ukraine wurden schon mit Abzeichen im Nazi-Stil gesehen, was unterstreicht, wie kompliziert die Interpretation dieser Symbole in einer Region sein kann, die von der sowjetischen und deutschen Geschichte durchdrungen ist.
Die Sowjetunion unterzeichnete 1939 einen Nichtangriffspakt mit Deutschland und wurde daher zwei Jahre später vom Einmarsch der Nazis in die Ukraine, die damals noch zur Sowjetunion gehörte, überrascht. Die Ukraine hatte sehr unter der sowjetischen Regierung gelitten, die eine Hungersnot verursachte, der Millionen Menschen zum Opfer fielen. Viele Ukrainer betrachteten die Nazis zunächst als Befreier.
Fraktionen der Organisation Ukrainischer Nationalisten und ihrer aufständischen Armee kämpften an der Seite der Nazis in dem, was sie als Kampf für die ukrainische Souveränität betrachteten. Mitglieder dieser Gruppen beteiligten sich auch an Gräueltaten gegen jüdische und polnische Zivilisten. Im weiteren Verlauf des Krieges kämpften einige der Gruppen jedoch gegen die Nazis.
Einige Ukrainer schlossen sich Nazi-Militäreinheiten wie der Waffen-SS Galizien an. Das Emblem der von deutschen Offizieren geführten Gruppe war ein himmelblaues Abzeichen mit einem Löwen und drei Kronen. Die Einheit war 1944 an einem Massaker an Hunderten von polnischen Zivilisten beteiligt. Im Dezember entschied das höchste ukrainische Gericht nach einem jahrelangen Rechtsstreit, dass ein von der Regierung finanziertes Forschungsinstitut die Abzeichen der Einheit weiterhin auflisten darf, da sie nicht zu den nach einem Gesetz von 2015 verbotenen Nazi-Symbolen gehören.
Heute, da eine neue Generation gegen die russische Besatzung kämpft, sehen viele Ukrainer den Krieg als eine Fortsetzung des Unabhängigkeitskampfes während und unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. Symbole wie die Flagge der Ukrainischen Aufständischen Armee und das Galizien-Abzeichen sind zu Emblemen des anti-russischen Widerstands und des Nationalstolzes geworden.
Daher ist es schwierig, allein anhand von Symbolen die durch die russische Invasion wütenden Ukrainer von denjenigen zu unterscheiden, die die rechtsextremen Gruppen des Landes unterstützen.
Einheiten wie die Da-Vinci-Wölfe, das bekanntere Asow-Regiment und andere, die aus rechtsextremen Mitgliedern hervorgegangen sind, wurden in das ukrainische Militär eingegliedert und waren maßgeblich an der Verteidigung der Ukraine gegen russische Truppen beteiligt.
Das Asow-Regiment wurde gefeiert, weil es während der Belagerung der südlichen Stadt Mariupol im vergangenen Jahr standhielt. Nachdem der Kommandeur der Da-Vinci-Wölfe im März getötet wurde, erhielt er ein Heldenbegräbnis, an dem auch Selensky teilnahm.
„Ich denke, dass einige dieser rechtsextremen Einheiten einen Teil ihrer eigenen Mythenbildung in den öffentlichen Diskurs über sie einfließen lassen“, sagte der Forscher Colborne. „Aber ich denke, das Mindeste, was man überall, nicht nur in der Ukraine, tun kann und sollte, ist zu verhindern, dass die Symbole, die Rhetorik und die Ideen der extremen Rechten in den öffentlichen Diskurs eindringen.“
Ende der Übersetzung