In der Nacht auf Sonntag wurde eine Raffinerie in der russischen Stadt Ust-Luga mit zehn Drohen angegriffen. Laut offiziellen Meldungen wurden die Drohnen abgeschossen, wobei Trümmerteile auf die Raffinerie gestürzt sind und ein Feuer ausgelöst haben, das jedoch schnell gelöscht werden konnte. Darüber haben auch deutsche Medien wie der Spiegel berichtet. Über den ukrainischen Angriff auf das AKW Kursk in der gleichen Nacht, bei dem auf dem Gelände des AKW sogar ein Feuer ausgebrochen ist, war im Spiegel hingegen keine Meldung zu finden. Aber das nur nebenbei.

Man könnte meinen, dass die Meldung über den ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Raffinerie nichts besonderes ist, schließlich beschießt die Ukraine ständig Ziele in Russland und hat es besonders auf die russische Öl- und Gaswirtschaft abgesehen. Aber wenn man auf die Landkarte schaut, wird die Meldung interessant.

Ich habe auf Google-Maps Ust-Luga markiert, und wie man sehen kann, liegt es unmittelbar an estnischen Grenze. Schauen Sie mal, wie weit die Ukraine davon entfernt ist. Wie wahrscheinlich ist es, dass die Drohne aus der Ukraine gekommen ist?

Ich habe bereits Anfang Juli berichtet, dass es den Verdacht gibt, dass die Region der russischen Stadt St. Petersburg, wozu auch Ust-Luga gehört, von Estland aus beschossen wird. Der Anlass darüber zu schreiben, war, dass ein russischer Abgeordneter eine deutliche Warnung an die baltischen Staaten gerichtet hatte. Er sagte damals, sollte Russland „100-prozentige Beweise dafür erhalten“, dass die baltischen Staaten an Angriffen auf Russland beteiligt sind, ist Vergeltung unvermeidlich“.

Natürlich ist es möglich, dass ukrainische Terroristen die Drohnen in Russland starten, ich will damit keineswegs sagen, dass es sicher ist, dass die Drohnen aus Estland kommen.

Übrigens merkt man, auch wenn es keine Treffer gibt, dass eine Stadt von Drohnen angegriffen wird, denn bei Drohnenangriffen wird das mobile Internet abgeschaltet, weil Drohnen sich daran orientieren können. Und an diesem Wochenende war das mobile Internet in St. Petersburg fast ununterbrochen abgeschaltet. Am Samstag wurde auch eine Drohne in einem Petersburger Wohngebiet abgeschossen, wodurch in einem Hochhaus Fenster zu Bruch gegangen sind.

Es ist ein wenig schwer vorstellbar, dass all diese Angriffe auf Petersburg und Umgebung an diesem Wochenende von einigen ukrainischen Terroristen durchgeführt wurden, von denen noch dazu nicht einer gefasst werden konnte.

Ich hoffe, dass ich falsch liege, aber mir drängt sich mehr und mehr der Eindruck auf, dass die Region Petersburg von Estland aus angegriffen wird, denn alle Angriffe auf Petersburg und Umgebung betreffen ausschließlich den Süden der Stadt, von wo es nur etwa hundert Kilometer zur estnischen Grenze sind. Der Norden der Stadt ist hingegen nicht betroffen.

Wenn es so sein sollte, dass es Estland ist, das die Region Petersburg mit Drohnen angreift, dann frage ich mich, ob den Balten (und auch die NATO, ohne deren grünes Licht die Balten das nicht tun würden) wirklich klar ist, mit welchem Feuer sie spielen…