London und Paris sind die treibenden Kräfte der „Koalition der Willigen“, die unbedingt Truppen in die Ukraine schicken wollen, obwohl das fast sicher einen Eintritt in den Krieg gegen Russland bedeuten würde. Bisher sind aber nur wenige Mitglieder der „Koalition der Willigen“ bereit, sich dem Abenteuer anzuschließen und ebenfalls Truppen in die Ukraine zu schicken.

Frankreich und Großbritannien sind gegen einen Frieden in der Ukraine und sabotieren die Gespräche zwischen Russland und den USA recht offen, denn die beiden europäischen Länder wollen Russland eine Niederlage zufügen, notfalls offenbar auch durch einen direkten Krieg. Darauf deuten die Meldungen aus Frankreich über Kriegsvorbereitungen gegen Russland hin.

Um dabei nicht alleine gegen Russland zu stehen, scheinen sich London und Paris einen Trick ausgedacht zu haben. Schauen wir uns die Meldungen der letzten Tage an, dann wird klar, wie der Trick aussehen könnte.

Frankreichs Kriegsvorbereitungen

Beginnen wir mit einer Meldung vom 31. März, die seinerzeit übersetzt habe und die ich hier noch einmal zitiere:

Le Figaro: Militärs in Frankreich und Europa bereiten sich auf Konflikt mit Russland vor
Ein anonymer französischer Offizier sagte, das Militär bereite sich „auf das Schlimmste vor“.
PARIS, 31. März. /TASS/. Hochrangige Militärs in europäischen Ländern bereiten sich auf eine mögliche Konfrontation mit Russland in Form eines hybriden Konflikts oder sogar direkter Kampfhandlungen vor, berichtete die Zeitung Le Figaro unter Berufung auf Quellen aus Militärkreisen.
Laut Aussage eines anonymen französischen Offiziers bereitet sich das Militär „auf das Schlimmste vor“.
Eine ähnliche Atmosphäre herrsche „in allen europäischen Ländern“, heißt es in dem Artikel, wo das Militär verschiedene militärische Szenarien durchspiele. Der Zeitung zufolge wird die Wahrscheinlichkeit eines umfassenden Konflikts zwischen Russland und der NATO angesichts der Risiken einer nuklearen Eskalation als gering eingeschätzt, gleichzeitig erwägt das Militär jedoch auch die Möglichkeit begrenzter Militäraktionen auf dem Territorium eines europäischen Staates sowie außerhalb Europas und die Führung eines hybriden Krieges.
Der Artikel führt einige hybride Angriffe auf Europa auf Russland zurück. Als Beispiel nennen sie den Sieg von Calin Georgescu in der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen in Rumänien, der die proeuropäische Kandidatin Elena Lasconi besiegte. Das hat Zweifel an den Perspektiven des Landes auf eine Zusammenarbeit mit der NATO geweckt. Der Generalstab der französischen Streitkräfte zog sogar eine Parallele zu den Ländern der afrikanischen Sahelzone, aus denen die Franzosen vor dem Hintergrund der verstärkten Zusammenarbeit dieser Länder mit Russland ihre Militärkontingente abziehen mussten.

Heute, am 11. April, wurden die Meldungen von Le Figaro bereits konkreter. Ich zitiere hier eine Meldung der russischen Nachrichtenagentur TASS darüber.

Le Figaro: Die französischen Streitkräfte planen Operationen gegen Russland
Französische und rumänische Kartographen erstellen Karten der Grenzen der Ukraine, Moldawiens und Rumäniens sowie einen Katalog von Infrastrukturobjekten
PARIS, 11. April. /TASS/. Französische Militärs kartieren das Gelände an Rumäniens Grenze zur Ukraine und Moldawien für den Fall eines möglichen Zusammenstoßes zwischen der NATO und Russland, berichtet Figaro.
Den Informationen zufolge trafen im Jahr 2024 Soldaten der 28. separaten Militäreinheit der französischen Bodentruppen, der einzigen Einheit militärischer Topographen in Frankreich, in Rumänien ein, um die Karten des Gebiets zu aktualisieren. Besondere Aufmerksamkeit widmeten die Militärs der Kartierung des Focsani-Tors, eines Korridors zwischen dem Karpatenvorland und der Donau, der nach Einschätzung der NATO von der russischen Armee für eine Offensive genutzt werden könnte.
Wie der Kommandeur der Einheit, Oberst Guillaume Schmidt, betonte, müssen die Truppen unter Kampfbedingungen bereit sein, ihre Operationen auch dann fortzusetzen, wenn Satellitensignale unterdrückt werden. „Mithilfe vorher festgelegter Orientierungspunkte am Boden können die Streitkräfte ihren Standort genau bestimmen und Kampfeinsätze durchführen“, sagt er.
„Die Alliierten brauchten aktuelle Informationen über das erwartete Schlachtfeld“, erklärte der französische Oberst Jerome den Zweck der Mission. Ihm zufolge müssen die Streitkräfte der NATO-Staaten verstehen, wo Waffensysteme stationiert werden können, und geeignete Routen für den Transport der Ausrüstung berücksichtigen.
Das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit französischer Militärtopographen und der Nationalen Agentur für Kartographie Rumäniens ist eine dreidimensionale Karte des Gebiets. Sie enthält Informationen von praktischem Wert für das Militär und ist genauer als kommerzielle Dienste. „Dadurch können wir die Lage von Brücken und möglichen Übergängen genau bestimmen, sodass sich die rückwärtigen Truppenteile auf ihre Missionen konzentrieren können“, erklärte Sergeant Joannie. Darüber hinaus wurde ein Katalog militärisch interessanter Infrastrukturobjekte sowie eine Liste mit Orientierungspunkten im Abstand von etwa 5 Kilometer voneinander erstellt.

„Friedenstruppen“ oder Kriegsparteien?

Ebenfalls heute, am 11. April, berichtete RT-DE über eine Meldung der französischen Nachrichtenagentur AFP, in der es hieß, sechs westliche Staaten hätten zugesagt, nach dem Ende der Feindseligkeiten zwischen Kiew und Moskau Truppen in die Ukraine zu entsenden. Die meisten Unterstützer der Ukraine würden allerdings zögern, Zusagen zu machen, so die Agentur.

Bislang hätten nur sechs Länder, darunter Großbritannien, Frankreich und die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen, zugesagt, Truppen zu stellen, berichtete AFP unter Berufung auf ungenannte europäische Beamte. Den sechsten Staat, der angeblich bereit sein soll, Truppen in die Ukraine zu schicken, hat AFP nicht genannt.

Die Meldung erschien nach dem jüngsten Treffen der Verteidigungsminister der sogenannten „Koalition der Willigen“ 10. April in Brüssel. In der Gruppe von rund 30 Nationen, die sich überwiegend aus EU- und NATO-Mitgliedsstaaten zusammensetzt, gibt es keine Einigkeit über die Frage der Truppenentsendung in die Ukraine. Die meisten Mitglieder der „Koalition der Willigen“ wollen ihre Unterstützung auf logistische Hilfe beschränken, anstatt eigene Truppen in die Ukraine zu schicken.

Das Zögern ist verständlich, denn tatsächlich geht es nicht um „Friedenstruppen“, wie öffentlich meistens behauptet wird. Erstens hat das der französische Präsident Macron das nach einem Treffen der „Koalition der Willigen“ Ende März in Paris in einem Anflug von Ehrlichkeit selbst gesagt, denn er sprach nicht von „Friedenstruppen“, sondern von „Unterstützungstruppen“. Und zweitens sagte Selensky nach dem Treffen, die Ukraine wolle keine „Friedenstruppen“, sondern die Stationierung eines vollwertigen Militärkontingents zum Schutz der Ukraine.

Das dritte Problem ist, dass Friedenstruppen nur dann in ein Konfliktgebiet entsandt werden können, wenn beide Konfliktparteien damit einverstanden sind. Russland ist jedoch kategorisch gegen „Friedenstruppen“ aus westlichen Staaten in der Ukraine und erklärt immer wieder in aller Deutlichkeit, dass es westliche Truppen in der Ukraine als legitime Ziele ansieht und beschießen wird.

Das bedeutet, dass „Friedenstruppen“, die aus Ländern des Westens in die Ukraine geschickt werden, automatisch Teil des Krieges werden und die westlichen Staaten, die diese Truppen entsandt haben, würden – mit allen Folgen – zu regulären Kriegsparteien gegen Russland werden.

Der Trick, um Europa in den Krieg zu ziehen

Dass ausgerechnet die baltischen Staaten anbieten, Truppen in die Ukraine zu schicken, spricht dafür, dass Paris und London den Krieg auf Europa ausdehnen wollen, denn wenn sich diese an Russland angrenzenden Länder, in denen andere NATO-Staaten gerade ihre Kontingente verstärken, in den Krieg eintreten, wären automatisch auch die dort stationierten NATO-Soldaten aus anderen Ländern, zum Beispiel Deutschland, betroffen und an den Kampfhandlungen beteiligt.

Das wäre ein ziemlich sicherer Weg, den Krieg von der Ukraine auf ganz Europa auszudehnen, sogar ohne den berühmten (aber de facto nutzlosen) Artikel 5 des NATO-Vertrages über den gemeinsamen Verteidigungsfall. Oder glauben Sie, dass Deutschland und andere NATO-Staaten, die Truppen im Baltikum stationiert haben, nicht in den Krieg ziehen würden, wenn es dort zu Kampfhandlungen gegen Russland käme?

Sollten also tatsächlich Soldaten aus den baltischen Staaten in die Ukraine geschickt und in Kampfhandlungen verstrickt werden, dürfte genau das gewollt sein, um damit eine Kettenreaktion auszulösen, die das Baltikum – und damit die Länder, die dort Truppen stationiert haben – in den Krieg gegen Russland hineinzuziehen.

Medial wäre es kein Problem, dann einen Kriegsbeitritt zu rechtfertigen, denn natürlich würden die europäischen Politiker und Medien, wenn es im Baltikum zu einer Konfrontation kommt, aufschreien und behaupten, sie hätten ja schon immer gewarnt, dass der böse Putin sich das Baltikum einverleiben will und dass nun ganz Europa gegen Russland in den Krieg ziehen muss, um zu verhindern, dass Putin ganz Europa angreift.

Dass dieses Szenario sehr leicht zu verhindern gewesen wäre, indem Frankreich und Großbritannien – und vor allem die an Russland angrenzenden Balten – auf die Entsendung von europäischen Truppen in die Ukraine verzichtet hätten, werden die europäischen Medien nach einer solchen Eskalation natürlich nicht erwähnen.

Irgendwie erinnert mich das an die Monate vor der Eskalation vom Februar 2022, denn auch damals war offensichtlich, dass es zu einer militärischen Eskalation kommen würde, wenn der Westen nicht aufhört, die Ukraine in die NATO ziehen zu wollen.

Hoffen wir mal, dass sich das nun nicht wiederholt…