Die Serie angeblicher Verletzungen des Luftraums von NATO-Staaten begann in der Nacht vom 10. auf den 11. September, als 19 Drohnen in den polnischen Luftraum eindrangen. Für die deutschen Medien war das wieder ein Anlass für Kriegspropaganda gemäß Lehrbuch, denn sie stellten das als bewusste russische Provokation dar, obwohl vieles dagegen spricht. Und sie sind dabei geblieben, obwohl beispielsweise inzwischen klar ist, dass der einzige Schaden des Vorfalls nicht von einer Drohne herrührte, sondern von einer polnischen Abfangrakete.

Die Tatsache, dass keine der Drohnen Sprengstoff geladen hatte und dass die auf Fotos gezeigten angeblichen russischen Gerbera-Drohnen gar keine ausreichende Reichweite haben, um aus Russland gestartet über die ganze Ukraine bis nach Polen zu fliegen, haben deutsche Medien auch nicht erwähnt. Es ist daher keineswegs erwiesen, dass es sich tatsächlich um russische Drohnen handelt, es könnte genauso gut eine False-Flag-Operation sein, bei der Drohnen nachgebaut wurden, die russischen Gerbera-Drohnen ähnlich sehen.

Wir haben hier also die Aussage der NATO, die von einer russischen Provokation spricht, und wir haben die Aussage Russlands, das bestreitet, dass diese Drohnen Polen überhaupt erreichen konnten. Wem soll man glauben?

Polen meldete am 19. September außerdem, russische Kampfjets seien im Tiefflug über eine polnische Bohrinsel in der Ostsee hinweggeflogen und hätten die Sicherheitszone der Plattform verletzt. Und Estland meldete am gleichen Tag, drei russische MiG-31 hätten den estnischen Luftraum verletzt.

Russland bestreitet das und gibt an, seine Jets seien planmäßig aus dem russischen Karelien nach Kaliningrad geflogen und hätten sich dabei ausschließlich im internationalen Luftraum bewegt.

Wem soll man glauben?

Cui bono?

Da wir alle nicht die Radardaten vorliegen haben, um das selbst zu überprüfen, kann nun jeder der Seite glauben, die ihm sympathischer ist. Aber man kann sich fragen, welche Seite von solchen Provokationen profitieren würde, also ein Motiv hätte.

Hat Russland ein Motiv, die NATO zu einem Krieg zu provozieren? Wenn man den westlichen Propagandisten glauben will, dann will Putin nach der Ukraine ja die NATO angreifen. Aber auch diese Herrschaften sagen alle, dass Russland dazu jetzt nicht bereit sei, solange der Krieg in der Ukraine tobt. Und sie sagen auch alle, dass Russland sich nach dem Ukraine-Krieg noch einige Jahre erholen müsse und angeblich erst 2029 bereit für einen Angriff auf die NATO sei.

Das spricht gegen die These, dass Russland jetzt in immer kürzeren Abständen den Luftraum von NATO-Staaten verletzt und einen Krieg mit der NATO provozieren will.

Andererseits haben wir in den letzten Monaten viele Provokationen von Seiten der Europäer gesehen. Es sei nur an die völkerrechtlich illegale Kaperung von Handelsschiffen mit Ladung für oder aus Russland erinnert. Und es sei daran erinnert, dass die EU versucht, einen rechtlichen Rahmen zu finden, um die Ostsee für Handelsschiffe mit Ziel Russland zu blockieren. Hinzu kommt die Medienkampagne über angeblich von Russland beschädigte Unterseekabel in der Ostsee, Details zu all dem finden Sie hier.

Europäische Staaten haben in den letzten Monaten also bereits diverse Provokationen in der Ostsee durchgeführt, von denen eine sogar dazu führte, dass ein russischer Kampfjet einem Handelsschiff zur Hilfe kommen musste, das die estnische Marine in ihre Gewässer abdrängen wollte, um es zu kapern. Und auch der Verdacht, dass die russische Region St. Petersburg aus Estland mit Drohnen beschossen wird, ist keineswegs vom Tisch.

Die europäischen Staaten spielen definitiv mit dem Feuer, indem sie russische Handelsschiffe kapern. Und es ist offensichtlich, dass sie ihren Luftraum für ukrainische Drohnen öffnen, die Angriffe auf Petersburg fliegen, was eindeutig eine Kriegsbeteiligung ist. Und das ist noch die wohlwollende Vermutung, denn die Alternative wäre, dass St. Petersburg vom Baltikum aus angegriffen wird, die Details können Sie hier nachlesen.

Auch von Versuchen einer Deeskalation ist auf Seiten der Europäer nichts zu sehen, denn obwohl es zu dem Drohnenvorfall in Polen viele offene Fragen gibt und obwohl in Polen zunächst sogar die Falschmeldung verbreitet wurde, ein Haus sei von einer Drohne beschädigt worden, wobei sich später herausstellte, dass es eine polnische Raketen gewesen ist, fordert niemand im Westen zumindest mal eine Untersuchung der Drohnen. Vielleicht waren es keine russischen Drohnen, sondern Attrappen für eine False-Flag-Operation. Das ließe sich ja schnell und leicht feststellen, wenn die Drohnen von einer neutralen Kommission untersucht würden.

Aber das geschieht nicht. Stattdessen hat die NATO umgehend die Entsendung von Truppen an die Ostflanke gestartet und das mit der – ich wiederhole es: unbewiesenen – Behauptung einer russischen Provokation begründet.

Es ist also offensichtlich, dass die Europäer jeden Vorwand nutzen, um die Lage weiter zu eskalieren. Und es ist offensichtlich, dass die europäischen Medien das Spiel mitspielen und keine Fragen stellen.

Daher ist es keineswegs ausgeschlossen, dass Polen und Estland die Luftraumverletzungen durch russische Flugzeuge erfunden haben.

Aber natürlich kann man das auch anders sehen, denn wie gesagt liegen uns die Radardaten ja nicht vor. Wir sollen den Vorwürfen aus Polen und Estland blind glauben.

Vor unser aller Augen findet ein sehr gefährliches Spiel statt, bei dem wir alle nur spekulieren können, was wirklich passiert.