Ich habe darüber berichtet, dass die Süddeutsche Zeitung mich angeschrieben und mir Fragen gestellt hat, weil sie über eine Studie berichten wollte, „die sich mit dem Followerwachstum pro-russischer Influencerinnen und Influencer beschäftigt hat.“ Ich habe deren Fragen in einem Artikel öffentlich beantwortet. So mache ich es mit allen Anfragen deutscher Medien.

Diese Transparenz scheint die Mainstream-Medien ein wenig zu ärgern, denn als ich Anfang April die erste Anfrage von ZDF-frontal bekommen habe, da haben die mir ihre Fragen noch acht Tage vor der geplanten Sendung geschickt. Anscheinend finden die es nicht lustig, dass ich schon vor ihrer Veröffentlichung über ihre Methoden und Pläne berichte, denn als die ARD-Sendung MONITOR mich kurz darauf angeschrieben hat, da geschah das nur noch drei Tage vor der geplanten Ausstrahlung der Sendung.

Die Süddeutsche Zeitung hat für ihren aktuellen Artikel mit dem NDR zusammengearbeitet und die haben mir ihre Anfrage erst einen Tag vor der Veröffentlichung geschickt.

Dank an Süddeutsche Zeitung und NDR

Bevor ich auf die Berichte komme, die die Süddeutsche Zeitung und der NDR dann veröffentlicht haben, will ich mich erst einmal bei denen bedanken. Der Grund ist, dass sie den Anti-Spiegel in den Reihen der Konsumenten der Mainstream-Medien bekannter gemacht haben.

Kein Telegram-Kanal kann ewig wachsen und das Wachstum meines Kanals war fast zum Erliegen gekommen. Nachdem jedoch Tagesschau, NRD und Süddeutsche so freundlich waren, den Anti-Spiegel prominent zu erwähnen, ist die Zahl der Follower des Kanals sofort um fast fünf Prozent gestiegen. Außerdem habe ich tagelang Mails von Leuten bekommen, die erst über diese Berichte auf den Anti-Spiegel gestoßen sind und die mir sehr nette und ausführliche Dankesmails für meine Arbeit geschrieben haben.

Das Misstrauen der Konsumenten der Mainstream-Medien gegenüber den Mainstream-Medien ist aus Umfragen weithin bekannt, aber anscheinend wissen viele Menschen in Deutschland, die die Mainstream-Medien (notgedrungen) konsumieren, nicht, wie und wo sie alternative Informationen finden können. Dabei haben die Berichte von Tagesschau, NDR und Süddeutscher über den Anti-Spiegel vielen Menschen sehr geholfen.

Die Auftraggeber der Studie

Die Studie, um die es der Süddeutschen Zeitung und dem NDR ging, wurde vom Institute for Strategic Dialogue (ISD) mit Sitz in London erstellt. Wie immer, wenn es um Studien geht, ist es wichtig, sich die Geldgeber anzuschauen. Das tue ich immer bevor ich die Studie selbst lese, denn an den Geldgebern kann man schon vorher erkennen, zu welchem Ergebnis die Studie kommen wird.

So auch hier. Das ISD nennt als seine Partner und Geldgeber Ministerien und Behörden folgender Staaten: Australien, Dänemark, die Niederlande, Finnland, Deutschland, Kanada, Großbritannien, Neu Seeland, Norwegen, Schweden, Schweiz, USA und natürlich die EU-Kommission. Außerdem werden als „institutionelle Partner“ transatlantische Organisationen wie der German Marshall Fund genannt.

Schon daran kann man sehen, dass das ISD eine komplett von den NATO-Staaten finanzierte und gelenkte Propaganda-Organisation ist. Das ist nicht einfach meine Behauptung, das kann man auch daran erkennen, dass deren „Expertin“ Julia Smirnova immer dann in den Medien zu Wort kommt, wenn es darum geht, den Deutschen zu erklären, wie böse Russland und wie gefährlich die angebliche russische Propaganda ist. Sie sagt in ihren Beiträgen eigentlich immer fast wortwörtlich das gleiche, weshalb ich nicht einmal sicher bin, ob sie jedes Mal befragt wird, oder ob immer die gleiche Konserve mit ihrer Aussagen abgespielt wird.

Aber damit endet die Liste der Finanziers des ISD nicht, denn natürlich dürfen auch Stiftungen nicht fehlen. Unter den Sponsoren des ISD finden sich die üblichen Verdächtigen, die alle möglichen anderen Stiftungen und Think Tanks im Westen finanzieren, die für die Beeinflussung der öffentlichen Meinung da sind. Das zeigt eine Auswahl der Sponsoren des ISD: Bill & Melinda Gates Foundation, Mercator Stiftung, Omidyar Group, Open Society Foundations (George Soros), National Democratic Institute und International Republican Institute. Die beiden letzteren wurden 1983 zusammen mit dem National Endowment for Democracy (NED) gegründet und sind Ableger des NED, wobei das National Democratic Institute den US-Demokraten nahe steht, während das International Republican Institute zu den US-Republikanern gehört. Alle drei werden von der US-Regierung bezahlt.

Als deutsche Berater des ISD sind Mathias Döpfner, der Chef des Axel Springer Verlages, dessen Vermögen übrigens auf eine Milliarde Euro geschätzt wird, und August Hanning, ehemaliger BND-Chef und heute Chef von Beratungsfirmen.

Ich denke, ich brauche die Liste nicht fortsetzen. Das ISD ist stramm transatlantisch und daher stramm anti-russisch. Das ist nicht verboten, nur taugt das ISD überhaupt nicht als neutrale Quelle, deren von Transatlantikern bestellte und bezahlte Arbeiten in der Presse als „Expertenmeinungen“ zitiert werden sollten. Die Presse sollte bei der Erwähnung des ISD darauf hinweisen, wer den Laden bezahlt und kontrolliert. Das aber wird nie getan.

Die Studie

Die Studie des ISD hat im übrigen nicht besonders viel Wert, denn ihre Kernaussage ist, dass europäische Telegramkanäle, die zum Thema Russland und Ukraine „pro-russisch“ berichten, seit Dezember stark gewachsen sind. Schon diese Aussage ist verwirrend, denn ich weiß von den meisten der Kanäle, die das ISD unter die Lupe genommen hat, dass deren Followerzahlen nicht seit Dezember stark angestiegen sind, sondern seit Ende Februar. Es stimmt, sie sind im Vergleich zu Dezember stark gewachsen, aber wenn man die Studie auch nur ein bisschen ernst nehmen soll, dann müsste sie den Beginn des Wachstums korrekt angeben.

Das zeigt zum Beispiel die Kurve meines Telegram-Kanals deutlich. Übrigens sieht man ganz rechts auch, das erneut stärkere Wachstum der Follower, das ich den Berichten von Süddeutscher Zeitung und NDR verdanke.

Ich weiß, dass das Bild bei den anderen, vom ISD „untersuchten“, Kanälen genauso aussieht und der Grund ist nicht schwer zu verstehen: Er liegt in der Zensur russischer Medien wie RT und Sputnik im Westen, denn danach haben sich deren Leser andere Informationsquellen gesucht. Man muss kein Genie sein, um die Kurve und den zeitlichen Zusammenhang zu der im Westen offen eingeführten Zensur zu verstehen.

Aber diese banale Erkenntnis wird den Konsumenten von Süddeutscher und NDR als Studie verkauft und diese Gelegenheit wird genutzt, um das ISD zu zitieren, für das Julia Smirnova mal wieder erklären darf, wie gefährlich solche Kanäle sind.

Die Botschaft

Auf die Machwerke von Süddeutscher Zeitung und NDR im Detail einzugehen, lohnt sich nicht. Ich will daher nur Beispiele nennen. So hat der NDR in seinem fast fünfminütigen Beitrag zum Beispiel behauptet, Alina Lipp werde „nach eigenen Angaben“ von der russischen Regierung finanziert. Das ist gleich doppelt gelogen, denn erstens kenne ich Alina und weiß, dass sie – genauso wie ich – kein Geld von Russland bekommt, was man uns natürlich nicht glaubt, und zweitens – das allerdings ist unbestritten – hat sie das selbst nie behauptet.

Wenn es um Alina Lipp (oder mich) geht, ist es den westlichen Medien plötzlich unglaublich wichtig, wer uns finanziert. Und bei Bedarf denken sie sich unsere Finanziers einfach aus. Sie wissen also sehr genau, dass derjenige die Musik bezahlt, die Musik auch bestimmt. Da ist es doch umso merkwürdiger, dass diese Medien in ihren Machwerken kein Wort über die Finanziers ihres Kronzeugen, des ISD, verlieren, oder nicht?

Die Süddeutsche Zeitung hat in dem Absatz ihres Artikels, den sie mir exklusiv gewidmet hat, auch Artikel von mir verlinkt, was viele neue Leser zu meiner Seite gebracht hat. Ich zitiere den Absatz komplett inklusive der gesetzten Links:

„Auch Thomas Röpers Followerschaft auf Telegram ist mit 74 000 jetzt fast sechs Mal so groß wie noch im Dezember 2021. Der nach eigenen Angaben in Russland lebende Röper betreibt das Blog „Anti-Spiegel“, auf dem er auch einen Fragenkatalog der SZ öffentlich beantwortet. Über seine Motivation schreibt er, man müsse „beide Seiten anhören und da die westlichen Medien die russischen Argumente verschweigen, bringe ich sie“. Was er damit meint: unter anderem „die Lüge von Butscha„. Die Massaker seien nämlich gar nicht von russischen Soldaten begangen worden, worauf unabhängige Recherchen allerdings stark hindeuten“

Immerhin, das hatte ich gar nicht erwartet, geht die Süddeutsche zumindest ein ganz kleines bisschen auf meine Antworten auf ihre Fragen ein, die ich als Artikel veröffentlicht habe. Noch netter von der Süddeutschen finde ich es, dass sie auch einen Artikel von mir über Butscha verlinkt hat. Offenbar haben den manche Leser der Zeitung angeklickt und da ich in dem Artikel an einem Beispiel mit Quellen aufgezeigt habe, wie ich arbeite und warum die westliche Legende von Butscha aller Wahrscheinlichkeit nach eine Lüge ist, dürfte der Artikel einige Leser der Süddeutschen Zeitung neugierig auf weitere Artikel des Anti-Spiegel gemacht haben.

Als „unabhängige Recherche“ hat die Süddeutsche übrigens einen Artikel von Reuters verlinkt. Wie „unabhängig“ Reuters über die Ukraine berichtet, habe ich gerade erst an einem aktuellen Beispiel aufgezeigt.

Aus dem Zusammenhang reißen

Wenn ich Anfragen der Mainstream-Medien bekomme, dann behaupte ich immer, sie würden mir nur deshalb Fragen stellen, um meine Antworten dann so zusammenzuschneiden und aus dem Zusammenhang zu reißen, dass sie das Gegenteil von dem aussagen, was ich tatsächlich gesagt habe. Dass ich mit diesem Vorwurf recht habe, zeigt die Süddeutsche Zeitung, denn sie schreibt:

„Röper und Lipp traten sogar im TV-Sender des russischen Verteidigungsministeriums auf, Lipp traf sich auch mit der Sprecherin des Außenministeriums. Blogger Röper behauptet trotzdem: „Ich habe keinerlei Beziehung zur russischen Regierung.““

So klingt meine Aussage für den Leser der Süddeutschen Zeitung natürlich unglaubwürdig. Das funktioniert aber nur, weil die Süddeutsche zwei getrennte Fragen miteinander vermischt hat. Sie hat mich in einer Frage nach meinen Beziehungen zur russischen Regierung gefragt, und in einer anderen nach meinen Auftritten im russischen Fernsehen. Beide Fragen habe ich ausführlich beantwortet, aber die Süddeutsche nimmt aus beiden Antworten nur einen Satz, den sie so in ihren Artikel einbaut, dass meine Aussage unglaubwürdig klingt.

Aufruf zu mehr Zensur

Bemerkenswerterweise endete der Artikel der Süddeutschen Zeitung mit einem ziemlich unverhohlenen Aufruf, die Zensur im Westen noch zu verschärfen. Dazu wurde zuerst Pia Lamberty zitiert, die in der Corona-Pandemie bekannt wurde, weil sie in fast allen Mainstream-Medien aufgetreten ist und alle Gegner der Corona-Maßnahmen verteufelt hat. Die Medien stellen sie meist als Sozialpsychologin vor, die zu „Verschwörungsideologien“ forscht. Lamberty durfte daher auch in dem Artikel der Süddeutschen vor der Gefahr warnen, die abweichende Informationen und Meinungen – heute als „russische Propaganda“ bezeichnet – angeblich bergen.

Danach greift die Süddeutsche Zeitung einen Fall auf, bei dem Alina Lipp tatsächlich eine Falschinformation gepostet hatte, vergisst aber darauf hinzuweisen, dass Alina, als klar war, dass sie einer Falschinformation aufgesessen war, das in ihrem Kanal ausführlich richtig gestellt hat. Diesen Fall greifen die meisten „Qualitätsmedien“ auf, wenn sie über Alina berichten, aber keine dieser „Qualitätsmedien“ hält es für nötig, darauf hinzuweisen, dass Alina ihren Fehler sofort eingestanden und richtig gestellt hat.

Danach schreibt die Süddeutsche:

„Genau wegen dieser destabilisierenden Wirkung sind die EU, einige Staatsregierungen und Plattformbetreiber nach dem Überfall auf die Ukraine gegen staatliche Propagandainstrumente systematisch vorgegangen. Youtube verbannte russische Staatsmedien, Twitter verringerte die Sichtbarkeit von Regierungskonten, und die EU verbot Staatssender wie Sputnik und RT.“

Damit rechtfertigt die Süddeutsche Zeitung offen Zensur, die es laut Artikel 5 des Grundgesetzes in Deutschland gar nicht geben dürfte. Aber das Grundgesetz scheint nichts wert zu sein, wenn die EU-Kommission per Dekret Medien in Deutschland verbieten kann, anstatt das – wie es in einem Rechtsstaat sein sollte – den Gerichten zu überlassen, wenn Medien in ihren Berichten tatsächlich gegen Gesetze verstoßen sollten. Das jedoch hat den russischen Medien niemand vorgeworfen, sie wurden ohne jedes Gerichtsverfahren wegen ihrer politischen Ansichten verboten.

Über Medien, wie Alinas Kanal und den Anti-Spiegel, schreibt die Süddeutsche Zeitung dann:

„Sie können bisher beinahe unbehelligt weitermachen. Twitter antwortete auf eine Anfrage zu den Influencern, man prüfe deren Accounts nun. Ein Youtube-Sprecher verweist darauf, dass das Netzwerk bisher mehr als 70 000 Videos und 9000 Kanäle in Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg entfernt habe. Die von Alina Lipp und den anderen Influencern überprüfe man jetzt auch.
Wenige Stunden nach der Mail von Youtube ist das Video, in dem Alina Lipp durch die besetzten Dörfer fährt und von ukrainischen Anschlägen fabuliert, nicht mehr auffindbar. Unter dem Link ist jetzt nur noch ein Hinweis zu lesen: „Dieses Video wurde entfernt, weil es gegen die YouTube-Richtlinien zu Hassreden („Hate Speech“) verstößt.““

Das ist die ziemlich unverhohlene Forderung der Süddeutschen Zeitung, die Zensur in Deutschland weiter zu verschärfen.

Auch der Verfassungsschutz beobachtet uns

Freie Meinungsäußerung ist in Deutschland inzwischen ein Fall für den Verfassungsschutz geworden. Schon im Verfassungsschutzbericht für 2019 konnte man lesen, dass der Verfassungsschutz auch ein Auge auf „Einzelpersonen“ hat, die „eigene Websites betreiben“ und „die deutsche Bevölkerung zum Nutzen Russlands beeinflussen“ – dabei fühlte ich mich direkt angesprochen, wie ich nach der Veröffentlichung des Verfassungsschutzberichts in einem Artikel geschrieben habe.

Viele halten es für übertrieben, wenn ich das auf mich beziehe und seitdem sage, dass der Verfassungsschutz ein Auge auf mich geworfen hat. Dass ich nicht übertrieben habe, bestätigt die Süddeutsche im letzten Absatz ihres Artikels:

„Das Bundesamt für Verfassungsschutz schreibt auf Anfrage, man befasse sich ohnehin mit Desinformation und Propaganda. „Als Akteure im Rahmen solcher Aktivitäten können auch Influencerinnen und Influencer auftreten“ – die gegebenenfalls „unter dem Einfluss ausländischer Stellen stehen können“

Wer damit wohl gemeint sein mag?

Willkommen im besten und freiesten Deutschland, das wir je hatten…